Examensarbeit, 2008
29 Seiten
0. Einleitung
1. Sachanalyse
1.1. Die Wahrnehmung
1.2. Die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit als eine trainierbare Komponente der Wahrnehmung
1.3. Die visuelle Wahrnehmung und das Wahrnehmungslernen nach Gibson und Gibson
1.4. Lehrplanbezug
1.5. Zur Klassensituation
2. Überlegungen im Vorfeld und Aufbau der Sequenz
2.1. Anmerkungen zum Praxisteil
2.2 Unterrichtspraktische Durchführung –zur Wahrnehmungsdifferenzierung
3. Der Test
3.1. Erste Durchführung des Tests
3.2. Erste Auswertung des Testes
4. Erste Erkenntnis: Alternativlösungen verwirren und bringen kein eindeutiges Ergebnis
4.1. Zweite Erkenntnis: Die Blickrichtung beim „Lesen eines Bildes“
4.2. Erkenntnis: Bedeutung von Vorwissen bezüglich der visuellen Wahrnehmung
4.3. Dritte Erkenntnis: Wahrnehmung und Wissen beeinflussen sich wechselseitig
4.4. Vierte Erkenntnis: Visuelle Orientierung nach Signalfarben - Prägnanztendenzen
4.5. Fünfte Erkenntnis: Wahrnehmungslernen als Differenzierungsleistung
4.6. Sechste Erkenntnis: Wahrnehmung und Konzentration bzw. Aufmerksamkeit beeinflussen sich wechselseitig
5. Der Test im zweiten Durchgang - Auswertung des Testes
5.1. Auswertung und Teilergebnisse 1
5.2. Auswertung und Teilergebnisse 2
5.3. Zusammenfassung der Testergebnisse
5.4. Allgemeines Fazit
5.5. Ausblick
6. Schluss
Die Arbeit untersucht, inwieweit sich die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit von Grundschulkindern durch gezielte Wahrnehmungsübungen innerhalb einer Unterrichtssequenz im Fach Kunst differenzieren und steigern lässt. Basierend auf der Wahrnehmungstheorie von Gibson und Gibson wird empirisch überprüft, ob ein Trainingseffekt durch eine Veränderung der Differenzierungsleistung beim Betrachten von Kunstwerken nachgewiesen werden kann.
3.5. Zweite Erkenntnis: Die Blickrichtung beim „Lesen eines Bildes“
Durch gezieltes Wahrnehmen, Beschreiben und Beurteilen werden ästhetisches Bewusstsein und Urteilskraft angebahnt bzw. erweitert. Produktive Aneignungsverfahren bieten sich unterstützend an, das Betrachten von Bildern muss aber nicht immer auch in konkret-praktisches Tun münden, es kann als Wahrnehmungsübung auch eine eigene Stellung im Unterricht einnehmen und immer auch in kurzen Sequenzen im Unterricht praktiziert werden. „Schulisches Lernen knüpft in der Regel an die Erfahrungs- und Erlebniswelt der Schüler an. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand kann z. B. durch Wahrnehmen mit den Sinnen, im handelnden Umgang, durch Nachdenken oder im Gespräch mit Lehrer oder Mitschüler erfolgen.“ In Anbetracht dieser Fakten waren die Kinder in dieser Unterrichtseinheit angehalten, innerhalb von 10 Sekunden möglichst viel auf dem Bild „Kinderspiele“ von Pieter Breugel dem Älteren differenziert zu beobachten und sich zu merken.
Diese Übung erdachte ich mir bezüglich der Gibsonschen Annahmen in Bezug auf visuelle Wahrnehmung und visuelle Felder. Nachdem das Bild auf dem OVP gezeigt worden war, sollten die Kinder einige Fragen zum Gesehenen beantworten. Eine erste Frage bezog sich darauf, was grundsätzlich auf dem Bild erkannt werden konnte, eine zweite verband sich mit der Farbigkeit, eine dritte auf bestimmte, individuell auffällige Details, eine vierte darauf welchen Namen das Bild haben könnte und eine fünfte auf die Begründung der Namensgebung. Eine sechste Aufgabe, für sehr Schnelle, war, die individuell schönste Stelle im Bild nach zu zeichnen. Interessant war, dass viele Kinder sehr schnell fertig waren und die für sie schönste Stelle des Bildes aus dem Gedächtnis zu zeichnen begannen. In 14 von 20 Darstellungen konnte ich feststellen, das dass obere linke Eck des Bildes gezeichnet wurde. Die 6 anderen Skizzen setzten sich mit Szenen auseinander, die von der Mitte des Bildes links lagen. Daraus folgerte ich, dass die Blickrichtung bei der Betrachtung eines Kunstwerkes in der Regel der Leseblickrichtung, von links nach rechts entspricht.
0. Einleitung: Hinführung zum Thema der visuellen Wahrnehmung in einer mediengeprägten Gesellschaft und Begründung der Bedeutung des „Sehenlernens“ im schulischen Kontext.
1. Sachanalyse: Theoretische Auseinandersetzung mit Wahrnehmungsbegriffen, der trainierbaren Komponente der Wahrnehmungsfähigkeit sowie den Ansätzen nach Gibson und Gibson.
2. Überlegungen im Vorfeld und Aufbau der Sequenz: Darlegung der didaktischen Planung und der konzipierten Trainingsbereiche zur Wahrnehmungsdifferenzierung.
3. Der Test: Beschreibung des eigens entwickelten Testverfahrens mit Kunstwerken und der methodischen Herangehensweise zur Überprüfung des Trainingseffekts.
4. Erste Erkenntnis: Alternativlösungen verwirren und bringen kein eindeutiges Ergebnis: Analyse spezifischer Probleme im ersten Testlauf, wie den Einfluss von Aufgabenstellungen auf die Wahrnehmungsergebnisse.
5. Der Test im zweiten Durchgang - Auswertung des Testes: Präsentation der Ergebnisse des zweiten Testlaufs und Vergleich mit den Ausgangswerten zur Ermittlung des Lerneffekts.
6. Schluss: Synthese der Ergebnisse und Reflexion über die Möglichkeiten des Kunstunterrichts, Wahrnehmung nachhaltig zu sensibilisieren.
Visuelle Wahrnehmung, Wahrnehmungslernen, Kunsterziehung, Wahrnehmungsfähigkeit, Differenzierung, Gibson, Bildbetrachtung, Kunstunterricht, Grundschule, Trainingseffekt, visuelle Aufmerksamkeit, Signalfarben, Vorwissen, Wahrnehmungspsychologie, Gestaltungsprozess.
Die Arbeit untersucht, ob und wie der Kunstunterricht dazu beitragen kann, die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit von Grundschulkindern durch gezielte Übungen zu verbessern und zu differenzieren.
Im Mittelpunkt stehen die Wahrnehmungstheorie nach James und Eleanor Gibson, das Konzept des Wahrnehmungslernens, die didaktische Gestaltung von Wahrnehmungsübungen sowie die empirische Auswertung von Tests zur Differenzierungsleistung.
Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, dass Wahrnehmungsfähigkeit trainierbar ist und durch eine fachspezifische Unterrichtssequenz im Fach Kunst eine messbare Steigerung der Differenzierungsleistung bei den Schülern erreicht werden kann.
Es wird ein quasi-experimenteller Ansatz mit einem Vorher-Nachher-Testdesign gewählt. Hierbei wurden zwei Testdurchgänge durchgeführt, um die Differenzierungsleistung beim Betrachten von Kunstwerken vor und nach einer Trainingsphase zu vergleichen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Sachanalyse, den Aufbau der Unterrichtssequenz, die Durchführung und Auswertung der Tests sowie die Interpretation der gewonnenen Erkenntnisse zu verschiedenen Aspekten der visuellen Wahrnehmung, wie etwa der Blickrichtung oder dem Einfluss von Vorwissen.
Zentrale Begriffe sind visuelle Wahrnehmung, Wahrnehmungslernen, Kunsterziehung, Differenzierungsleistung, Trainingseffekt und visuelle Aufmerksamkeit.
Diese Künstler wurden gewählt, um einen fachgebundenen Trainingseffekt zu erzielen, da die Sortieraufgaben des Tests auf visuellen Merkmalen dieser spezifischen Kunstwerke basieren und somit die direkte Anwendbarkeit im Kunstunterricht demonstrieren.
Die Analyse der Blickrichtung beim Bildlesen zeigte, dass die Schüler meist in Leseblickrichtung (von links nach rechts) vorgehen, was für die didaktische Gestaltung von Bildbetrachtungen im Unterricht von wesentlicher Bedeutung ist.
Die Auswertung ergab, dass besonders die leistungsschwächeren Schüler von dem Training profitierten und signifikante Fortschritte in ihrer Differenzierungsleistung machten, während der Trainingserfolg bei den bereits leistungsstarken Schülern weniger ausgeprägt war.
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