Magisterarbeit, 2007
105 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 9/11: Der 11. September 2001
1.2 Realität und Fiktion – ein Differenzierungsproblem
2. Filmische Antizipationen von 9/11
2.1 Beispiel: The Siege
2.2 Erklärungsversuche
3. Filme zu 9/11
3.1 Dokumentation des Dramas: 9-11
3.2 Metaphorische Reflexionen: 11´09´´01
3.3 Ursachen und Folgen: Fahrenheit 9/11
3.4 Verschwörungstheorie: Loose Change
3.5 Filmische Rekonstruktion I: United 93
3.6 Filmische Rekonstruktion II: World Trade Center
3.7 Vergleich
3.8 Sinnstiftung im Katastrophenfilm
3.9 Exkurs: Film als paranoide Struktur
4. Filme vor dem Hintergrund 9/11
4.1 Tiger Cruise
4.2 25th Hour
4.3 Fremder Freund
4.4 Zusammenfassung
5. Indirekte Auswirkungen von 9/11
5.1 Programmpolitik
5.2 Adaption der Fiktion an die veränderte Realität
5.3 Re-Interpretation von Filmen
6. Abschlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Themenkomplex 9/11 und dessen Darstellung im Medium Film. Ziel ist es, das Verhältnis zwischen den realen Ereignissen und der filmischen Aufarbeitung zu analysieren und zu hinterfragen, wie Filme zur Konstruktion oder Rekonstruktion dieser Realität beitragen.
Beispiel: The Siege
Ein Film, der sehr oft genannt wird, wenn es um die filmische Vorwegnahme von 9/11 geht, und der daher im Folgenden genauer analysiert werden soll, ist The Siege.
In dem Film wird New York durch eine Reihe von Terrorakten erschüttert: Ein Linienbus explodiert, eine Schulklasse wird als Geisel genommen, ein ausverkauftes Theater und die FBI-Zentrale in New York werden Ziele von Bombenattentaten. Als Grund für die Anschläge vermuten die Ermittler die Entführung von Sheik Ahmed bin Talal, eines früheren Verbündeten der USA im Kampf gegen Saddam Hussein, dessen Leute von US-Spezialisten ausgebildet wurden. Als Folge der Anschläge bricht in New York Panik aus. Der Ausnahmezustand wird erklärt und die Stadt wird unter Militärkontrolle gestellt. Unter der Führung von General Devereaux werden tausende Muslime bzw. arabisch sprechende Menschen in einem Stadion interniert. Die Analogie zur Internierung japanischstämmiger Bürger nach dem Angriff auf Pearl Harbor wird dabei ausdrücklich erwähnt. Auch vor der Folter arabischer Verdächtiger schreckt Devereaux nicht zurück: "Wir haben hier einen Mann, der leiden muss, damit Hunderte gerettet werden."
Devereaux’ Militärapparat stehen der FBI-Agent Anthony Hubbard und die CIA-Agentin Elise Kraft gegenüber. Hubbard versucht die Terrorakte mit rechtsstaatlichen Mitteln aufzuklären und befürchtet, das martialische Vorgehen des Militärs könnte das eigentliche Ziel der Terroristen sein: "Pfeift auf das Gesetz und zerfleddert die Verfassung ein bisschen. Wenn wir diesen Mann foltern, General, ist alles, wofür wir mal bluten und kämpfen und sterben mussten, zum Teufel. Und sie (die Terroristen) gewinnen. Sie haben schon gewonnen!"
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Themenkomplex 9/11 und Film und legt das wissenschaftliche Interesse am Verhältnis von Realität und filmischer Fiktion dar.
2. Filmische Antizipationen von 9/11: Dieses Kapitel analysiert fiktive Filme, die vor 2001 entstanden sind und deren Inhalte oder Bilder in der Nachbetrachtung als Vorwegnahme der Anschläge interpretiert werden.
3. Filme zu 9/11: Hier werden sechs Produktionen untersucht, die sich direkt mit den Ereignissen des 11. September beschäftigen, von Dokumentationen bis zu Spielfilmen.
4. Filme vor dem Hintergrund 9/11: Dieses Kapitel betrachtet Filme, die das Ereignis lediglich als narrativen Hintergrund nutzen, ohne es explizit zu thematisieren.
5. Indirekte Auswirkungen von 9/11: Hier geht es um sekundäre Effekte, wie die Veränderung der Programmpolitik, nachträgliche Anpassungen an Filmen und neue Interpretationsansätze.
6. Abschlussbetrachtung: Das Schlusskapitel fasst die Resultate der Analyse zusammen und diskutiert die gesellschaftliche und medienwissenschaftliche Relevanz der filmischen Auseinandersetzung mit dem Terror.
9/11, Film, Realität, Fiktion, Katastrophenfilm, Dokumentation, Terrorismus, Medieninszenierung, Sinnstiftung, Paranoia, Politische Propaganda, Simulation, Hollywood, Ground Zero, Re-Fiktionalisierung.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Film und der Realität der Terroranschläge vom 11. September 2001, insbesondere wie Filme diese Ereignisse darstellen, verarbeiten oder instrumentalisieren.
Die Themen umfassen die filmische Antizipation von 9/11, den direkten Umgang mit dem Thema in Dokumentationen und Spielfilmen sowie die indirekten Auswirkungen auf die Filmindustrie.
Das Ziel ist eine filmwissenschaftliche Einordnung, wie das Medium Film die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschiebt und welche Sinnstiftungsmechanismen dabei zum Einsatz kommen.
Die Arbeit nutzt eine inhaltliche und formale Analyse ausgewählter Filmbeispiele, ergänzt durch filmtheoretische und medienpsychologische Perspektiven.
Im Hauptteil werden Filme in Kategorien wie Antizipation, direkte Auseinandersetzung und "Hintergrund-Nutzung" eingeteilt und auf ihre jeweilige Konstruktion von Realität geprüft.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie 9/11, Medieninszenierung, filmische Realität, Katastrophenfilm, Simulation und politische Instrumentalisierung beschreiben.
Der Film wird oft als Paradebeispiel für eine filmische "Vorwegnahme" angeführt, da er bereits vor 2001 viele Aspekte, wie die Reaktion der Regierung und die gesellschaftliche Panik, vorzeichnete.
Die Dokumentation ist stark subjektiv geprägt, da sie die Filmemacher selbst in den Mittelpunkt stellt und die Ereignisse eher wie ein Heldenepos als wie eine distanzierte Analyse strukturiert.
Kritisiert wird nicht nur der Inhalt, sondern der selektive Umgang mit Fakten (Eklektizismus), um eine in sich geschlossene, aber manipulative Realität zu erzeugen.
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