Bachelorarbeit, 2020
54 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 COMPLIANCE
2.1 Begriffserklärung
2.2 Ursachen von Non-Compliance
2.3 Folgen von Non-Compliance
2.3.1 Finanzielle Folgen von Non-Compliance
2.3.2 Gesundheitliche Folgen von Non-Compliance für Patienten
2.4 Non-monetäre Anreize zur Erhöhung der Medikamenten-Compliance
3 FINANZIELLE ANREIZSYSTEME
3.1 Theoretische Grundlagen
3.1.1 Prinzipal-Agenten-Theorie
3.1.2 Kosten-Nutzen-Analyse
3.2 Finanzielle Anreize in der Arbeitsökonomie
3.2.1 Akkordlohn
3.3 Finanzielle Anreizsysteme in der Gesundheitsökonomie
3.4 Ethische Ansichten
4 VERHALTENSÖKONOMIE
4.1 Allgemeine theoretische Grundlagen
4.2 Pay for Performance
4.3 Prospect Theory
4.3.1 Loss Aversion
4.3.2 Regret Lottery
4.3.3 Copayment
4.4 Mental Accounting
4.4.1 Deposit Contract
4.5 Choice Bracketing
4.5.1 Bonus
5 BEEINFLUSSUNG DER MEDIKAMENTEN-COMPLIANCE
5.1 Vorstellung der Studien
5.2 Effektivität des Anreizsystems Regret Lottery
5.3 Effektivität des Anreizsystems Copayment
5.4 Effektivität des Anreizsystems Deposit Contract
5.5 Effektivität des Anreizsystems Bonus
6 KRITISCHE WÜRDIGUNG
7 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie finanzielle Anreizsysteme, kombiniert mit verhaltensökonomischen Konzepten, die Medikamenten-Compliance von chronisch kranken Patienten verbessern können. Ziel ist es, den Aufbau und die Durchführung verschiedener Anreizmodelle anhand existierender Studien zu analysieren, um Erkenntnisse über deren Effektivität zu gewinnen und Empfehlungen für eine erfolgreiche Ausgestaltung abzuleiten.
3.1.1 Prinzipal-Agenten-Theorie
Laut Königstein (2001: 548) ist die Prinzipal-Agenten-Theorie ein wesentlicher Bestandteil der Institutionsökonomie. Sie befasst sich mit der Beziehung bzw. mit dem Vertrag zwischen dem Prinzipal (Auftraggeber) und dem Agenten (Auftragnehmer). Prinzipal und Agent können viele verschiedene Wirtschaftssubjekte sein, wie z. B. Staat und Steuerpflichtiger oder Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Im Wesentlichen geht es darum, dass der Prinzipal dem Agenten eine Aufgabe zuteilt und ein Vertrag abgeschlossen wird. Der Vertrag dient dazu, die nötigen Randbedingungen zu klären (Jost 2001: 13). Zudem wird ein Entlohnungsanspruch festgelegt. Dieser sollte Anreize beinhalten, damit der Agent im Interesse des Prinzipals handelt (Jost 2001: 19) und mögliche Interessenkonflikte minimiert werden. Zudem sollte beachtet werden, dass der Entlohnungsanspruch mindestens dem Reservationsnutzen (erforderlicher Mindestnutzen (Oxford Reference 25.01.2020)) des Agenten entspricht, aber besser noch den Arbeitseinsatz deckt, den der Prinzipal vom Agenten erwartet (Königstein 2001: 548; Erlei/Leschke/Sauerland 2016: 104). Andernfalls würde der Agent nicht den Vertrag eingehen oder mehr in seinem eigenen Interesse handeln. Grund dafür ist, dass beide Wirtschaftssubjekte nutzenmaximierend handeln (Erlei/Leschke/Sauerland 2016: 104).
Laut Meinhövel (2004: 471) kann die Beziehung zwischen Agenten und Prinzipal drei weitere Probleme beinhalten. Diese können durch opportunistisches Verhalten des Agenten gegenüber dem Prinzipal und der vorherrschenden Informationsasymmetrie ausgelöst werden. Verdecktes Handeln beinhaltet die Möglichkeit des Agenten, Handlungen auszuführen, die vom Prinzipal nicht oder nur unter hohen Kosten einsehbar sind. Auch nach Erfüllung der Aufgaben sind diese Handlungen meist nicht nachvollziehbar. Ein weiteres Problem kann durch verdeckte Informationen entstehen, die bei der Ausführung des Auftrags entstehen. Der Agent kann wichtige Informationen erlangen, die z. B. Chancen und Risiken beinhalten, welche jedoch nicht von dem Agenten genutzt oder verhindert werden können. Der Prinzipal kann diese Informationen nicht beobachten und durch das opportunistische Verhalten des Agenten entsteht ein moralisches Risiko. Ein drittes Informationsproblem sind die verdeckten Eigenschaften. Der Begriff beinhaltet versteckte Eigenschaften des Agenten, welche oftmals nicht von beiden Vertragspartnern (insbesondere vor Vertragsabschluss) einsehbar sind und Einfluss auf die Auftragsdurchführung haben.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik chronischer Krankheiten und der damit verbundenen Medikamenten-Non-Compliance sowie Darstellung der Forschungsfrage.
2 COMPLIANCE: Definition der Begriffe Compliance und Non-Compliance sowie Analyse deren Ursachen und der gravierenden finanziellen und gesundheitlichen Folgen.
3 FINANZIELLE ANREIZSYSTEME: Darstellung der theoretischen Grundlagen (Prinzipal-Agenten-Theorie, Kosten-Nutzen-Analyse) und deren Übertragung auf Arbeits- und Gesundheitsökonomie.
4 VERHALTENSÖKONOMIE: Erläuterung relevanter Theorien wie Prospect Theory, Mental Accounting und Choice Bracketing als Basis für Anreizprogramme.
5 BEEINFLUSSUNG DER MEDIKAMENTEN-COMPLIANCE: Diskussion und Analyse verschiedener Studien hinsichtlich der Effektivität von Regret Lottery, Copayment, Deposit Contract und Bonus.
6 KRITISCHE WÜRDIGUNG: Kritische Reflexion der Studienlage, der Vergleichbarkeit der Ergebnisse und methodischer Einschränkungen.
7 FAZIT: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Beantwortung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung der Limitationen.
Medikamenten-Compliance, Non-Compliance, Verhaltensökonomie, Anreizsysteme, Prinzipal-Agenten-Theorie, Kosten-Nutzen-Analyse, Prospect Theory, Loss Aversion, Regret Lottery, Copayment, Deposit Contract, Mental Accounting, Choice Bracketing, Bonus, Gesundheitsökonomie
Die Arbeit untersucht, wie finanzielle Anreize, die auf verhaltensökonomischen Konzepten basieren, dazu beitragen können, dass chronisch kranke Patienten ihre Medikamente regelmäßig und korrekt einnehmen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Compliance-Problematik, den theoretischen ökonomischen Modellen sowie der konkreten Anwendung von Anreizsystemen im Gesundheitsbereich.
Das Ziel ist es, den Aufbau und die Durchführung verschiedener finanzieller Anreizmodelle zu bewerten und herauszuarbeiten, welche Ansätze am effektivsten die Medikamenten-Einhaltung fördern.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der systematischen Auswertung zahlreicher Studien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Prinzipal-Agenten-Theorie, die Erläuterung verhaltensökonomischer Theorien (Prospect Theory, Mental Accounting etc.) und die Analyse spezifischer Anreizsysteme anhand empirischer Studien.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medikamenten-Compliance, Verhaltensökonomie, Anreizsysteme, Prospect Theory und Loss Aversion kennzeichnen.
Bei der Regret Lottery werden Teilnehmer in einem Losverfahren belohnt, wenn sie ihre Therapie eingehalten haben; der "Reue-Aspekt" entsteht dadurch, dass Patienten informiert werden, was sie bei korrekter Einnahme hätten gewinnen können.
Patienten hinterlegen bei Deposit Contracts eigenes Geld, das sie bei Nicht-Compliance verlieren. Aufgrund der Loss Aversion ist der Schmerz dieses Verlustes stärker als der Wunsch nach dem Gewinn, was die Einnahme der Medikamente fördert.
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