Masterarbeit, 2018
108 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Flüchtlinge in Deutschland
2.1 Die Fluchtbewegung
2.1.1 Aktuelle Zahlen
2.1.2 Wer flüchtet?
2.1.2.1 Herkunftsländer
2.1.2.2 Geschlechterverteilung und Altersgruppe
2.1.2.3 Ethnische Herkunft und Religionszugehörigkeit
2.1.3 Fluchtmotive
2.2 Die Asylpolitik in Deutschland
2.2.1 Das Asylrecht nach Artikel 16 des Grundgesetzbuches
2.2.2 Das Asylverfahren
2.2.3 Rechtlich definierte Gruppen von Flüchtlingen
2.3 Die rechtliche Lage von Flüchtlingskindern in Deutschland
2.3.1 Schutz für minderjährige Flüchtlinge
2.3.1.1 UN-Kinderrechtskonvention (KRK)
2.3.1.2 Kinder-und Jugendhilfegesetz (KJHG)
2.3.1.3 Haager Kinderschutzübereinkommen (KSÜ)
2.3.1.4 Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB)
2.3.2 Zugang zur Kita
2.4 Die Lebenssituation von Flüchtlingskindern
2.4.1 Unsicherer Aufenthaltsstatus
2.4.2 Die Unterkunft
2.4.3 Residenzpflicht
2.4.4 Sozialleistungen
2.4.5 Medizinische Versorgung
2.5 Zwischenfazit
3 Aspekte von Trauma und Traumatisierung durch Flucht und Migration
3.1 Trauma und Traumatisierung
3.1.1 Begriffsbestimmung
3.1.2 Wie entsteht ein Trauma?
3.2 Trauma bei Kindern
3.2.1 Flucht und Migration als traumatisches Erlebnis für Kinder
3.2.2 Traumafolgen
3.2.2.1 Posttraumatische Belastungsstörung
3.2.2.2 Depressionen
3.2.2.3 Anpassungsstörungen und dissoziative Störungen
3.2.2.4 Traumaentwicklungsstörung
3.2.2.5 Körperliche Erkrankungen
3.2.3 Das Konzept der sequenziellen Traumatisierung nach Keilson und Becker
3.3 Zwischenfazit
4 Pädagogische Praxis mit traumatisierten Flüchtlingskindern
4.1 Traumapädagogik als professioneller Umgang mit traumatisierten Kindern durch Flucht und Migration
4.1.1 Traumapädagogische Grundhaltung
4.1.2 Ziel- und Handlungsrichtungen in der traumapädagogischen Praxis
4.2 Wenn ein Flüchtlingskind in die Kindertageseinrichtung kommt
4.2.1 Vorbereitung der Fachkräfte
4.2.2 Vorbereitung von Eltern und Kindern
4.2.3 Anmeldegespräch
4.2.4 Die Eingewöhnung
4.3 Konfrontation mit ungewohntem Verhalten
4.4 Psychohygiene für pädagogische Fachkräfte
4.5 Zwischenfazit
5 Praxisbeispiele für eine bessere Integration von traumatisierten Flüchtlingen
5.1 Spracherwerb als Schlüssel zur Integration/Bildungsbereich Sprache und Kommunikation
5.2 Musik
5.3 Kreatives Gestalten
5.4 Spiel und Bewegung
6 Fazit
7 Anhang
8 Quellenverzeichnis
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, denen traumatiserte Flüchtlingskinder in Kindertageseinrichtungen gegenüberstehen, und untersucht, wie pädagogische Fachkräfte diese Kinder bei der Integration professionell unterstützen können, ohne dabei ihre eigene psychische Gesundheit zu gefährden.
3.1.1 Begriffsbestimmung
Das Wort Trauma entsprang aus dem Griechischen und bedeutet Wunde oder auch Verletzung. In der pädagogischen und psychologischen Fachliteratur sind viele Definitionen und Beschreibungen des Traumas zu finden. So spricht Freud von einem „Erlebnis, welches dem Seelenleben innerhalb kurzer Zeit einen so starken Reizzuwachs bringt, daß die Erledigung oder Aufarbeitung desselben in normalgewohnter Weise mißglückt, woraus dauernde Störungen im Energiebetrieb resultieren müssen“.
Aus medizinischer Sicht wurde der Begriff Trauma bis in das 19. Jahrhundert überwiegend für physische Verletzungen verwendet. Aufgrund der zunehmenden Entwicklung der Psychologie als Fachdisziplin rückte der Begriff immer stärker als eine seelische Verletzung in den Vordergrund und wird heute fast ausschließlich als psychische Verwundung verstanden. Aufgrund einer zunehmenden medialen Öffentlichkeit kam es in den letzten Jahren zu einer Verharmlosung des Begriffs und dessen Bedeutung. Das führt dazu, dass der Begriff auch für alltägliche Stresserfahrungen angewendet wird.
In den Definitionen neueren Datums wird Trauma als eine Erinnerung an eine oder mehrere lebensbedrohlichen Situationen, in denen ein Mensch eine seelische und psychisch einschneidende und tiefgreifende Erfahrung gemacht hat, beschrieben. Darunter gehören zum Beispiel schwere Krankheiten, Haft, Folterung und körperliche Gewalt. Trauma bezieht sich nicht nur auf ein erlebtes Ereignis, sondern auch auf seine Folgen, da sie in spezifischer Relation zueinanderstehen. D. h., dass weder nur ein Ereignis als traumatisch bezeichnet werden kann, noch die darauf folgende subjektive Reaktion.
Literatur und Praxis begreifen Traumata gegenwärtig nicht als einzelne Ereignisse mit spezifischen Auswirkungen, sondern schreiben dem gesamten Komplex vielmehr prozessartigen Charakter zu. So definieren die Wissenschaftler der Psychotraumatologie Fischer und Riedesser ein Trauma als ein „(...) vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.“
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die weltweite Fluchtproblematik und deren Relevanz für Kindertageseinrichtungen in Deutschland.
2 Flüchtlinge in Deutschland: Dieses Kapitel stellt statistische Daten zur Fluchtbewegung dar und erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die schwierige Lebenssituation von Flüchtlingskindern.
3 Aspekte von Trauma und Traumatisierung durch Flucht und Migration: Der theoretische Teil definiert Trauma, erläutert die Entstehung von Traumata und beschreibt spezifische Traumafolgen sowie das Konzept der sequenziellen Traumatisierung bei Kindern.
4 Pädagogische Praxis mit traumatisierten Flüchtlingskindern: Hier werden traumapädagogische Konzepte für den Kita-Alltag vorgestellt, inklusive Vorbereitung, Aufnahme, Eingewöhnung und Psychohygiene für Fachkräfte.
5 Praxisbeispiele für eine bessere Integration von traumatisierten Flüchtlingen: Dieses Kapitel bietet konkrete Spiel- und Lernideen für verschiedene Bildungsbereiche an, um Integration spielerisch zu fördern.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer professionellen, kindorientierten Begleitung.
Flüchtlingskinder, Traumapädagogik, Kindertageseinrichtung, Flucht, Migration, Trauma, Traumatisierung, PTBS, Integration, Asylverfahren, Kindeswohl, Bindung, Ressourcenorientierung, Psychohygiene, pädagogische Fachkräfte
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, die sich für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen bei der Aufnahme und Betreuung von traumatisierten Flüchtlingskindern ergeben.
Die zentralen Felder umfassen die Lebensrealität von Flüchtlingskindern in Deutschland, theoretisches Wissen über psychische Traumatisierung bei Kindern, traumapädagogische Ansätze zur Gestaltung des Kita-Alltags sowie Strategien der Psychohygiene für die betreuenden Fachkräfte.
Das Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte traumatisierten Flüchtlingskindern eine bestmögliche Integration ermöglichen können, indem sie die Hintergründe der Flucht und deren psychische Folgen verstehen und professionell im Kita-Alltag darauf reagieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung bestehender wissenschaftlicher Erkenntnisse, pädagogischer Leitfäden sowie aktueller Statistiken zur Flüchtlingsthematik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der rechtlichen und sozialen Lebenssituation von Flüchtlingskindern, eine theoretische Einordnung des Traumabegriffs sowie eine detaillierte Ausarbeitung von Methoden der Traumapädagogik für die Praxis in Kindertagesstätten.
Wichtige Schlagworte sind Flüchtlingskinder, Traumapädagogik, Kindertageseinrichtung, Trauma, Flucht, Migration, PTBS, Integration, Bindung und Selbstfürsorge.
Es hilft Fachkräften zu verstehen, dass ein Trauma bei Flüchtlingskindern meist kein einzelnes Ereignis ist, sondern ein Prozess, der durch verschiedene Sequenzen (vor, während und nach der Flucht) geprägt ist, wodurch das Verhalten der Kinder besser nachvollziehbar wird.
Die Arbeit betont, dass die emotionale Belastung durch die Arbeit mit traumatisierten Kindern das Risiko für eine sekundäre Traumatisierung bei den Erziehern erhöht. Selbstfürsorge und professionelle Unterstützung sind daher essenzielle Voraussetzungen, um langfristig gesund und professionell arbeiten zu können.
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