Bachelorarbeit, 2021
29 Seiten, Note: 2,0
0. Einleitung
1. Biographie Maria Montessori
2. Theoretische Grundlagen der Montessori-Pädagogik
2.1. Anthropologischer Ansatz
2.2. Entwicklungspsychologische Grundgedanken
2.2.1. Der geistige Embryo
2.2.2. Die sensiblen Phasen
2.2.3. Polarisation der Aufmerksamkeit
2.2.4. Kosmische Theorie
2.3. Pädagogische Prinzipien Montessoris
2.3.1. Das Prinzip der Freiarbeit
2.3.2. Das Prinzip der vorbereiteten Umgebung
2.3.3. Das Prinzip der Altersmischung
3. Die Stellung des Kindes in der Montessori-Pädagogik
3.1. Montessoris Kritik an der zeitgenössischen Stellung des Kindes
3.2. Das Kind als Akteur seiner Entwicklung
3.3. Die erzieherische Rolle der Umwelt des Kindes
3.4. Das Spannungsverhältnis zwischen dem Kind und seiner Umwelt
4. Conclusio
Die vorliegende Arbeit untersucht die Stellung des Kindes im Erziehungsprozess der Montessori-Pädagogik. Dabei wird analysiert, wie Montessori das Wesen des Kindes sowie dessen Potentialitäten und die Wechselwirkung zur vorbereiteten Umgebung definiert, um die Autonomie des Kindes in den Mittelpunkt des pädagogischen Handelns zu stellen.
2.2.2 Die sensiblen Phasen
Der Begriff „sensible Phase“ ist auf den holländischen Biologen Hugo de Vries zurückzuführen, der 1917 am Beispiel von Schmetterlingsraupen zu dem Schluss kam, dass Tiere zu bestimmten Zeiten unterschiedlich stark empfänglich für Reize sind. Diese Erkenntnis hat Montessori während der Arbeit mit Kindern auch in deren Entwicklung festgestellt; „Es handelt sich um besondere Empfänglichkeiten, die in der Entwicklung, d.h. im Kindesalter des Lebewesens, auftreten. Sie sind von vorübergehender Dauer und dienen nur dazu, dem Wesen den Erwerb einer bestimmten Fähigkeit zu ermöglichen. Sobald dies geschehen ist, klingt die betreffende Empfänglichkeit wieder ab“ Hierbei unterscheidet Montessori drei aufeinanderfolgende sensible Phasen:
Die erste sensible Phase ist zwischen 0 bis 6 Jahren. Sie wird von Montessori als wichtigste formative Phase für den Charakteraufbau und die Intelligenzentwicklung des Kindes dargestellt. Diese Phase wird nochmals in zwei jeweils 3-jährige Unterphasen gegliedert. In der ersten Unterphase finden innere und vorbereitende Vorgänge im Kind statt. Das Kind bzw. der „geistige Embryo“ besitzt nach Montessori in der postnatalen Phase zunächst keinerlei Gedächtnis. Dieses muss es sich erst aufbauen. Dieser Aufbau erfolgt im Unterbewusstsein durch den sogenannten „absorbierenden Geist“ des Kindes. Er wurde von Montessori als „unbewusste Geistesform“ definiert und hat eine besondere Fähigkeit, die Eindrücke seiner Umwelt wie ein Fotoapparat oder ein Schwamm unreflektiert, ganzheitlich und unstrukturiert aufzunehmen. All diese „Eindrücke werden nicht mit dem Verstand, sondern mit dem eigenen Leben assimiliert.“
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Reformpädagogik Maria Montessoris ein und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der Stellung des Kindes im Erziehungsprozess.
1. Biographie Maria Montessori: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Montessoris nach, insbesondere ihre medizinische Ausbildung und ihre frühen Erfahrungen mit behinderten Kindern, die den Grundstein für ihre Pädagogik legten.
2. Theoretische Grundlagen der Montessori-Pädagogik: Hier werden das anthropologische Menschenbild und die entwicklungstheoretischen Konzepte, wie der absorbierende Geist und die sensiblen Phasen, detailliert erläutert.
3. Die Stellung des Kindes in der Montessori-Pädagogik: Dieser Hauptteil analysiert die Kritik am traditionellen Erziehungsmodell und erörtert die Rolle des Kindes als eigenständiger Akteur sowie die Funktion der vorbereiteten Umgebung.
4. Conclusio: Die Conclusio fasst die Erkenntnisse zusammen und resümiert die Bedeutung der Freiheit des Kindes innerhalb der durch Montessori konzipierten Lernumgebung.
Montessori-Pädagogik, Kindheit, Reformpädagogik, absorbierender Geist, sensible Phasen, Freiarbeit, vorbereitete Umgebung, Polarisation der Aufmerksamkeit, Normalisierung, Selbstbildung, Autonomie, Anthropologie, Entwicklungspsychologie
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Philosophie von Maria Montessori und analysiert, welche zentrale Rolle das Kind in ihrem Erziehungsmodell einnimmt.
Die zentralen Themen sind der biographische Hintergrund Montessoris, ihre entwicklungspsychologischen Erkenntnisse, ihre pädagogischen Leitsätze sowie die kritische Gegenüberstellung des Kindesbildes im Vergleich zu traditionellen Methoden.
Das Ziel ist es, die Stellung des Kindes zu erörtern, insbesondere das Verhältnis zwischen den inneren Potentialitäten des Kindes und den Anforderungen der pädagogischen Umwelt.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf den Schriften von Maria Montessori sowie auf interpretativen pädagogischen Sekundärquellen basiert.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Rolle des Kindes als Akteur seiner Entwicklung, die Bedeutung der vorbereiteten Umgebung und das Konzept der „Normalisierung“ durch Arbeit.
Wesentliche Begriffe sind Montessori-Pädagogik, Freiarbeit, absorbierender Geist, sensible Phasen und das Kind als Akteur seiner eigenen Entwicklung.
Dies ist ein von Montessori geprägter Begriff für die frühe Phase der kindlichen Entwicklung, in der das Kind durch den absorbierenden Geist Eindrücke unbewusst aufnimmt und sich so seine Persönlichkeit aufbaut.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Altersmischung soziale Lernprozesse fördert und den Kindern ermöglicht, voneinander zu lernen, anstatt ausschließlich auf den Lehrer fixiert zu sein.
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