Bachelorarbeit, 2022
33 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Phänomen Ganztagsschule
2.1 Eine Begriffsdefinition
2.1.1 Die Begriffsdefinition der Kultusministerkonferenz
2.1.2 Die Begriffsdefinition des Ganztagsschulverbandes
2.2 Die Entwicklung der Ganztagsschule
2.3 Ziele der Ganztagsschule
3. Familie
3.1 Familie – Der Versuch einer Begriffsdefinition
3.2 Familie im Wandel
3.2.1 Familie in den 1950er-Jahren
3.2.2 Die Familie des 21. Jahrhunderts
3.3 Die Rolle der Familie bei der Sozialisation und Erziehung eines Kindes
4. Auswirkungen der Ganztagsschule auf die Familie
5. Ein Ausblick
5.1 Aktuelle Diskussionen
5.2 Konsequenzen für die Ausbildung von Lehrkräften
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen des Ausbaus der Ganztagsschule in Deutschland auf familiäre Strukturen im Vergleich zwischen den 1950er-Jahren und dem 21. Jahrhundert, um zu klären, ob die Befürchtung einer familiären Entfremdung berechtigt ist und welche Konsequenzen sich daraus für die Lehrkräftebildung ergeben.
3.2.1.2 Die Familie der 1950er-Jahre
Im Folgenden soll ein Überblick über die Struktur der Familie in den 1950er-Jahren gegeben werden. Hierbei sei jedoch herausgehoben, dass angesichts verschiedener Schichten, die zum Teil große Unterschiede in der familiären Ordnung aufweisen (Oberschicht, Mittelschicht und Unterschicht), im Rahmen dieser Arbeit keine vollständige Betrachtung dieser Strukturen erfolgen kann. Aus diesem Grund werde ich im Folgenden zunächst eine Definition vorstellen, die in dieser Zeit verbreitet war. Danach werde ich kurz das Spannungsverhältnis der patriarchalischen Struktur betrachten und abschließend die Eltern-Kind-Beziehungen durchleuchten. Weitere Faktoren der familiären Struktur, wie die Rolle der Ehe, werden im Rahmen dieser Arbeit nicht betrachtet, da diese sich vor allem auf das Verhältnis der Eltern beziehen.
In den Nachkriegsjahren prägte die Kleinfamilie das Bild und Denken der 1950er-Jahre. Diese bestand in der Regel aus verheirateten Eltern und Kindern, die in einer häuslichen Gemeinschaft lebten und einen engen Zusammenhalt aufwiesen. Der Vater war in der Regel berufstätig, während die Mutter als Hausfrau für die Erziehung der Kinder zuständig war (vgl. Buschmeyer, Zerle-Elsäßer 2020, S. 7 f.). Daher ist es nicht verwunderlich, dass R. König Familie bereits 1946 wie folgt definierte: „Familie als Gruppe verbindet ihre Mitglieder in einem Zusammenhang des intimen Gefühls, der Kooperation und der gegenseitigen Hilfe, wobei die Beziehungen der Familienmitglieder den Charakter der Intimität und der Gemeinschaft innerhalb der Gruppe haben.“ (König 1946, S.119) König betont, dass eine Familie aus mehreren Personen bestehen muss, deren Beziehungen von Intimität geprägt sind.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Skepsis gegenüber Ganztagsschulen und definiert das Ziel der Arbeit, den Wandel familiärer Strukturen seit den 1950er-Jahren im Kontext des Ganztagsschulausbaus zu analysieren.
2. Phänomen Ganztagsschule: Dieses Kapitel definiert den Begriff Ganztagsschule anhand der KMK-Vorgaben und des Ganztagsschulverbandes und skizziert deren historische Entwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg.
3. Familie: Das Kapitel erarbeitet eine Definition von Familie, untersucht den soziokulturellen Wandel von den 1950er-Jahren bis heute und analysiert die Rolle der Familie bei der Sozialisation von Kindern.
4. Auswirkungen der Ganztagsschule auf die Familie: Hier werden die Auswirkungen der Ganztagsschule auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie auf das Familienleben empirisch untersucht.
5. Ein Ausblick: Der Ausblick thematisiert zukünftige Herausforderungen wie den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und leitet notwendige Anpassungen für die Ausbildung von Lehrkräften ab.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass kein nennenswerter negativer Einfluss der Ganztagsschule auf familiäre Strukturen belegt werden kann und dass der Wandel primär gesellschaftlich bedingt ist.
Ganztagsschule, Familie, familiäre Strukturen, Sozialisation, Erziehung, 1950er-Jahre, Eltern-Kind-Beziehung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Ganztagsbetreuung, Schulentwicklung, Lehrkräfteausbildung, Wandel, KMK, Tagesheimschulen, Chancengleichheit.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland und der Veränderung familiärer Strukturen im Vergleich zwischen den 1950er-Jahren und der heutigen Zeit.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Entwicklung der Ganztagsschule, den Wandel des Familienbegriffs und der Familienstrukturen, sowie die Auswirkungen schulischer Betreuungsangebote auf das Familienleben und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob die historisch geäußerten Befürchtungen einer familiären Entfremdung durch Ganztagsschulen empirisch haltbar sind, und auf dieser Basis Konsequenzen für die zukünftige Ausbildung von Lehrkräften aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die historische Konzepte und Definitionen mit aktuellen empirischen Studienergebnissen (insbesondere der StEG-Studie) in Bezug setzt und diese durch ein sozial-ökonomisches Modell (nach Bronfenbrenner) theoretisch einbettet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische und begriffliche Aufarbeitung der Ganztagsschule, eine Analyse des familiären Wandels unter besonderer Berücksichtigung der 1950er-Jahre und eine Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Ganztagsschule und Familienleben.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ganztagsschule, familiäre Strukturen, Sozialisation, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Schulentwicklung charakterisiert.
Die 1950er-Jahre dienen als kontrastreicher Referenzpunkt, da sie durch ein traditionelles, patriarchalisch geprägtes Familienbild und eine klare Aufgabentrennung zwischen den Geschlechtern charakterisiert waren, was den Vergleich zur heutigen Pluralität der Familienformen ermöglicht.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Ganztagsschule keinen nennenswerten negativen Einfluss auf familiäre Strukturen ausübt, sondern vielmehr die Erwerbstätigkeit der Eltern, insbesondere der Mütter, unterstützt und das familiäre Klima durch Entlastung im Erziehungsalltag sogar verbessern kann.
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