Bachelorarbeit, 2021
46 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Das Patriarchat von Konstantinopel
3 Die Kiewer Metropolie bis 1458
3.1 Das Patriarchat von Moskau ab 1458
3.2 Das Patriarchat von Kiew ab 1458
4 Das Schisma ab 2018 um die Autokephalie der Orthodoxen Kirche in der Ukraine
4.1 Der Machtkampf der Patriarchate
4.2 Die Autokephalie-Bestrebungen der Ukraine bis 2018
4.3 Das Schisma ab 2018
4.3.1. Das Schisma im Jahr 2018
4.3.2. Das Schisma im Jahr 2019
4.3.3. Das Schisma in den Jahren 2020/21 und die Anerkennung der Autokephalie durch die anderen Patriarchate
5. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf des Schismas zwischen den Patriarchaten von Konstantinopel und Moskau, das durch die Verleihung der Autokephalie an die Orthodoxe Kirche der Ukraine im Jahr 2019 ausgelöst wurde. Das primäre Ziel ist es, die Entstehung dieses kirchlichen Bruchs anhand der unterschiedlichen Positionen und Interessen der beteiligten Akteure zu analysieren und aufzuzeigen, welche kirchenpolitischen Machtansprüche diesem Konflikt zugrunde liegen.
4.1 Der Machtkampf der Patriarchate
Das Patriarchat von Konstantinopel ist eine autokephale orthodoxe Kirche mit ca. vier Mio. Mitgliedern, derzeit geleitet von Bartholomäus I. Seit 1991 ist Bartholomäus I das Oberhaupt des Ökumenischen Patriarchats und hat seinen Sitz in Phanar in Istanbul. Konstantinopel nimmt einen besonderen Rang in der Liste der Patriarchate ein und wird als traditionelles Oberhaupt (Mutterkirche) angesehen, der Patriarch als Primus inter pares. Lange Zeit hielt sich das Ökumenische Patriarchat für allein berechtigt, die Autokephalie zu erteilen, ein wesentlicher Punkt, der bei dem Schisma ab 2018 kritisiert wurde. Heutzutage gehören sechs Erzdiözesen, 18 Metropoliten und acht Teilkirchen weltweit zum Patriarchat von Konstantinopel. Obwohl in der Orthodoxen Kirchengemeinschaft autokephale Kirchen existieren, die selbstständig und verwaltungsmäßig unabhängig handeln können, vertreten sie trotzdem den gleichen Glauben und sind einander ebenbürtig. Neben dem Patriarchen steht in der Verwaltungsstruktur auch eine heilige Synode, ein Verwaltungsorgan der jeweiligen Kirche bestehend aus weiteren Bischöfen, an der Spitze der Kirche. Obwohl der Patriarch als Primus beschrieben wird und Konstantinopel aufgrund seiner Entscheidungen auf den ökumenischen Konzilen eine besondere Rolle in der Orthodoxen Gemeinschaft einnimmt, unterstehen die anderen Patriarchate nicht seiner Jurisdiktion. Bei wichtigen Entscheidungen wie der Autokephalie-Frage bei orthodoxen Kirchen wenden sich die Schwesterkirchen trotzdem immer wieder an Konstantinopel. Auch die Metropolie von Moskau wurde von Konstantinopel im Jahr 1589/90 zum Patriarchat erhoben und erhielt die Autokephalie verliehen. Somit wurde Moskau unabhängig und bekam die Jurisdiktionsgewalt über die russisch-orthodoxe Kirche.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den kirchenpolitischen Konflikt zwischen Konstantinopel und Moskau ein und formuliert die Forschungsfragen hinsichtlich der Autokephalie der Ukraine.
2 Das Patriarchat von Konstantinopel: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die Rolle des Ökumenischen Patriarchats als Mutterkirche und Vormachtstellung in der orthodoxen Welt nach.
3 Die Kiewer Metropolie bis 1458: Hier wird der historische Hintergrund der Kiewer Metropolie beleuchtet, die bis ins 15. Jahrhundert hinein sowohl kirchlich als auch politisch verschiedenen Einflüssen unterlag.
3.1 Das Patriarchat von Moskau ab 1458: Dieses Kapitel beschreibt den Aufstieg Moskaus zum eigenständigen Patriarchat und die Konsolidierung seiner Jurisdiktionsmacht über die russisch-orthodoxe Kirche.
3.2 Das Patriarchat von Kiew ab 1458: Dieses Kapitel thematisiert die Entwicklung der Kiewer Metropolie nach der Spaltung und ihre Bestrebungen zur Eigenständigkeit trotz der Bedrohung durch die römisch-katholische Kirche und politischer Abhängigkeiten.
4 Das Schisma ab 2018 um die Autokephalie der Orthodoxen Kirche in der Ukraine: Dieses Kapitel stellt das Kernstück der Arbeit dar und analysiert die Entstehung des Schismas durch die kirchenpolitischen Entscheidungen von 2018.
4.1 Der Machtkampf der Patriarchate: Hier werden die gegensätzlichen Interessen und Machtansprüche der Patriarchate von Moskau und Konstantinopel gegenübergestellt.
4.2 Die Autokephalie-Bestrebungen der Ukraine bis 2018: Dieses Kapitel behandelt die historischen Bestrebungen der Ukraine zur kirchlichen Unabhängigkeit bis zum Beginn des aktuellen Konflikts.
4.3 Das Schisma ab 2018: Dieses Kapitel schildert den chronologischen Verlauf des Bruchs zwischen den Kirchen ab 2018.
4.3.1. Das Schisma im Jahr 2018: Detaillierte Darstellung der Ereignisse, die 2018 zum offiziellen Bruch führten.
4.3.2. Das Schisma im Jahr 2019: Detaillierte Darstellung der Verleihung der Autokephalie durch den Tomos 2019 und die Reaktionen darauf.
4.3.3. Das Schisma in den Jahren 2020/21 und die Anerkennung der Autokephalie durch die anderen Patriarchate: Dieses Kapitel analysiert die globalen Reaktionen der orthodoxen Kirchen und die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die kirchenpolitischen Motive hinter dem Schisma zusammen und bewertet die künftige Koexistenz der kirchlichen Strukturen in der Ukraine.
Autokephalie, Schisma, Patriarchat von Konstantinopel, Patriarchat von Moskau, Orthodoxe Kirche der Ukraine, Eucharistie, Jurisdiktion, Weltorthodoxie, Epifanij, Bartholomäus I., Kirill, Kiewer Metropolie, Kirchenpolitik, Tomos.
Die Arbeit analysiert das Schisma zwischen dem Patriarchat von Konstantinopel und dem Moskauer Patriarchat, das als Folge des Wunsches der Ukraine nach einer autokephalen Nationalkirche entstanden ist.
Zentrale Themen sind die kirchenpolitische Vormachtstellung, die historische Genese der betroffenen Metropolien und die Konfliktdynamik innerhalb der Weltorthodoxie.
Das Ziel ist die Aufarbeitung der Ursachen und die Darstellung des Bruchs der eucharistischen Gemeinschaft zwischen Moskau und Konstantinopel, basierend auf den jeweiligen kirchenrechtlichen und machtpolitischen Argumenten.
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse sowie eine kirchenpolitische Positionsbestimmung unter Einbeziehung von Quellen und Experteninterviews.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Patriarchate, die Entstehungsgeschichte der Kiewer Metropolie sowie den detaillierten Ablauf der Ereignisse ab 2018 bis 2021.
Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Autokephalie, Schisma, Jurisdiktion und Weltorthodoxie charakterisieren.
Poroschenko nutzte das religiöse Anliegen der Unabhängigkeit aktiv für seinen politischen Wahlkampf, um die nationale Identität zu stärken und die Autokephalie der neuen Kirche voranzutreiben.
Die Reaktionen fielen sehr unterschiedlich aus; einige Kirchen unterstützten Moskau, andere Konstantinopel, während wiederum andere versuchten, eine vermittelnde neutrale Rolle einzunehmen.
Das Jahr 1686 markiert die Unterstellung der Kiewer Metropolie unter das Moskauer Patriarchat, eine Entscheidung, die Konstantinopel im Zuge des heutigen Konflikts als ungültig revidierte.
Dieser Begriff, "Erster unter Gleichen", beschreibt die Rolle des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, der als Ehrenoberhaupt der orthodoxen Welt gilt, jedoch keine direkte Weisungsbefugnis über andere Patriarchate besitzt.
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