Diplomarbeit, 2007
99 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Betrieblicher Arbeitsschutz- und Gesundheitsförderung
2.1 Definitionen und der theoretische Hintergrund
2.2 Nennung der verpflichtenden fürsorglichen Leistungen des Arbeitgebers nach Aufgabengebieten im Bereich „Pflege“ und ihre rechtliche Begründung
2.3 Organisation des Arbeitsschutzes
2.4 Die Geschichte des Arbeitschutzes und der Gesundheitsförderung
3 Die Implementierung eines für das Unternehmen geeigneten Gesundheitsförderungsprogrammes
3.1 Gedanken auf dem Weg zur Einführung eines Gesundheitsförderungsprogrammes
3.2 Ziele der Implementierung
3.3 Grundbedingungen für die Einführung
3.4 Betriebspolitische Voraussetzungen
3.5 Festlegung der gesundheitspolitischen Ziele und der Evaluationskreislauf
3.6 Vernetzung und Verknüpfungen mit anderen Managementansätzen und internes Marketing
3.7 Arbeitsunfähigkeitsauswertungen und Mitarbeiterbefragungen als ein Ausgangspunkt für einzuleitende Maßnahmen der Gesundheitsförderung
3.8 Die Arbeitsweise des „Gesundheitszirkels“ und des „Arbeitskreises Gesundheit“ als wesentliche Elemente der betrieblichen Gesundheitsförderung
3.9 Die gewerkschaftliche Arbeitsgruppe“ Gesundheit“
3.10 Die Einführung der Gesundheitsförderung in der Praxis, zwei Beispiele
4 Arbeitsunfähigkeitstage in der Pflege und ihre Entstehung, eine Ursachenrecherche
4.1 Einleitung
4.2 Berufsspezifische Belastungen und ihre Auswirkungen
4.3 Belastungsfaktoren und Krankheit
4.3.1 Physische Belastungsfaktoren und typische Erkrankungen
4.3.2 Psychische Belastungsfaktoren, und Erkrankungen
4.3.3 Distress
4.3.4 Zeitdruck und Personalmangel
4.3.5 Schichtarbeit
4.3.6 Die Doppelbelastung berufstätiger Eltern
4.3.7 Belastung durch Leid
4.3.8 Das Burn-out-Syndrom als Folge von Resignation und das „Helfersyndrom“
4.3.9 Rollenerwartung und Rollenkonflikt
4.3.10 Hierarchien
4.3.11 Handlungsspielräume im Arbeitsgeschehen
4.4 Die Veränderung der Arbeitsbedingungen aus Sicht der Pflegekräfte
4.5 Die Erhebung von Arbeitsunfähigkeitstagen der Krankenkassen
4.6 Analyse und Entwicklung der AU-Tage in den Pflegeberufen anhand von verschiedenen Zahlen, Daten, Fakten
4.7 Intervention: Gemeinsame Programme der Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung
4.8 Spezielle Programme für Risikogruppen am Beispiel der Muskel-Skeletterkrankungen
5. Human-Ressort-Management, oder der multidimensionale Ansatz einer gesteuerten und erweiterten Unternehmenspolitik
5.1 Was ist Human-Ressort-Management?
5.2 Der partizipierende Führungsstil des HR-Managements
5.3 Die Mitarbeitermotivierung im HR-Management
5.4 Mitarbeiterzielvereinbarungsgespräche
5.5 Delegation
5.6 Motivation und Kreativität
5.7 Krankenrückkehrgespräche
6 Zusammenfassung und Fazit der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Integration von Gesundheitsförderung in das Pflegemanagement vor dem Hintergrund steigender Belastungen und Fehlzeiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie eine systematische Implementierung betrieblicher Gesundheitsschutzmaßnahmen sowie moderne Managementansätze (Human-Ressort-Management) dazu beitragen können, die Leistungsfähigkeit, Mitarbeiterzufriedenheit und Bindung des Pflegepersonals nachhaltig zu sichern.
4.3.4 Zeitdruck und Personalmangel
Zeitdruck und Personalmangel sind Faktoren, die Stressmechanismen auslösen oder beschleunigen können. Sie beeinflussen Körper und Psyche, greifen aber im Zusammenhang mit großer Verantwortung für die Station oder den Arbeitsbereich vor allem in psychische Prozesse ein. Der Zeitdruck kann als ein sehr belastender Faktor empfunden werden. Viel Arbeit und große Verantwortung bei knapper Personaldecke, dies kann auf Dauer zu großer Anspannung führen. Typische Beschwerden wie Rückenprobleme (psychosomatisch gesehen „zu große Last tragen“) und Hals-und Nackensteifigkeit sowie Spannungskopfschmerz sind oft Folge des Gefühls „es nicht mehr zu schaffen“. Die Chronifizierung dieser Beschwerden führt auf Dauer zu vielen Arbeitsunfähigkeitstagen und damit zu hohen Kosten für den Arbeitgeber. Durch eine Chronifizierung von Beschwerden kann auch der Wunsch nach Berufswechsel und Umschulungsmaßnahmen laut werden (vgl.Nurse early exit study). Zeitdruck ist auch deshalb so belastend, weil er beispielsweise die Befürchtung weckt, dass Fehler und Unterlassungen unterlaufen. Diese innere Spannung führt zur schmerzlichen Bewusstwerdung, dass es eine große Kluft gibt zwischen dem, was die Krankenpflege leisten möchte, und dem, was in der Realität zu leisten ist
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die zunehmende Belastung im Gesundheitssektor und die Notwendigkeit, Gesundheitsförderung als essenzielle Managementaufgabe zur Sicherung der Leistungsfähigkeit zu etablieren.
2 Betrieblicher Arbeitsschutz- und Gesundheitsförderung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Fürsorgepflichten des Arbeitgebers und grenzt den Arbeitsschutz begrifflich von der übergeordneten Gesundheitsförderung ab.
3 Die Implementierung eines für das Unternehmen geeigneten Gesundheitsförderungsprogrammes: Es werden strategische Ansätze zur Einführung von Gesundheitsförderungsprogrammen, inklusive notwendiger Gremien und der Einbindung von Mitarbeitern, dargelegt.
4 Arbeitsunfähigkeitstage in der Pflege und ihre Entstehung, eine Ursachenrecherche: Eine empirische Analyse der Krankheitsursachen in der Pflege, wobei insbesondere physische Belastungen und psychische Faktoren wie Stress und Burn-out beleuchtet werden.
5. Human-Ressort-Management, oder der multidimensionale Ansatz einer gesteuerten und erweiterten Unternehmenspolitik: Die Verbindung von Mitarbeiterführung, Motivation und HR-Strategien mit der betrieblichen Gesundheitsförderung zur Stärkung des Humankapitals wird analysiert.
6 Zusammenfassung und Fazit der Arbeit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Gesundheitsförderung eine notwendige Investition in die Zukunft darstellt, um die Qualität in der Pflege trotz steigenden Wettbewerbsdrucks zu halten.
Pflegemanagement, Gesundheitsförderung, Arbeitsschutz, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Fehlzeitenanalyse, Human-Ressort-Management, Salutogenese, psychische Belastungen, Burn-out-Syndrom, Arbeitszufriedenheit, Gesundheitszirkel, Pflegepersonal, Krankenstand, Prävention, Mitarbeiterbindung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und der praktischen Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung als zentraler Führungsaufgabe im Pflegemanagement.
Die Arbeit behandelt rechtliche Pflichten, die Analyse spezifischer Belastungen in der Pflege sowie Strategien zur Einführung ganzheitlicher Gesundheitsmanagement-Konzepte.
Im Kern geht es darum, wie das Pflegemanagement durch ein gesundheitsorientiertes Human-Ressort-Management die Arbeitsbedingungen verbessern und dadurch die Mitarbeitergesundheit nachhaltig fördern kann.
Der Autor stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Daten von Krankenkassen (AOK, DAK) zur Arbeitsunfähigkeit in Pflegeberufen.
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, die praktische Implementierung von Gesundheitsprogrammen, eine detaillierte Ursachenanalyse von Fehlzeiten (inkl. Muskel-Skelett- und psychische Erkrankungen) sowie Managementinstrumente zur Mitarbeitermotivation.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Pflegemanagement, Gesundheitsförderung, Salutogenese, Fehlzeitenmanagement und Human-Ressort-Management.
Der Autor nutzt die Salutogenese als Gegenmodell zur reinen Pathogenese, um den Fokus von der bloßen Krankheitsbekämpfung auf die Förderung gesundheitserhaltender Prozesse im Arbeitsumfeld zu verschieben.
Der Autor warnt davor, diese Gespräche als isoliertes Instrument zur bloßen Fehlzeitenkontrolle zu missbrauchen; sie sollten vielmehr im Kontext einer echten Gesundheitsförderungskultur und Wertschätzung stehen, statt als Druckmittel zu wirken.
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