Bachelorarbeit, 2022
36 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Die Epoche der Romantik – geschichtlicher Hintergrund
2.1 Die Jenaer Frühromantik
2.2 Wichtige Merkmale der Frühromantik
3. Die Naturphilosophie
3.1 Die Geschichte der Naturphilosophie
3.2 Wichtige Merkmale der Naturphilosophie
4. Romantische Texte aus naturphilosophischer Sicht
4.1 E.T.A Hoffmann: Die Bergwerke zu Falun
4.1.1 Die Bedeutung der Bergwerke in der Romantik
4.1.2 Romantisch-naturphilosophische Betrachtung der Bergwerke zu Falun
4.2 Novalis: Die Lehrlinge zu Sais und die Geschichte von Hyacinth und Rosenblüthchen
4.2.1 Novalis´ Lehrlinge zu Sais
4.2.2 Romantisch-naturphilosophische Betrachtung des Märchens
4.3 Tieck: Franz Sternbald´s Wanderungen
4.3.1 Der Künstlerroman: Zusammenhang zwischen Kunst und Natur in Franz Sternbald´s Wanderungen
4.3.2 Romantisch-naturphilosophische Betrachtung der Wanderungen des Franz Sternbalds
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das neue Naturverständnis und die Naturphilosophie der Romantik zu untersuchen. Anhand ausgewählter literarischer Werke von Tieck, Novalis und Hoffmann wird analysiert, wie das romantische Naturverständnis theoretisch fundiert war und inhaltlich sowie stilistisch in der Dichtung umgesetzt wurde, wobei insbesondere die Rolle der Natur als beseelte, spiegelbildliche Urkraft für das menschliche Innere und die Bedeutung von Bewusstseinszuständen wie Träumen im Vordergrund steht.
Die Bedeutung der Bergwerke in der Romantik
Was aber machte diese Begeisterung und Affinität der deutschen Schriftsteller zum Bergwerk aus? Ziolkowski begründet dies einerseits darin, dass einige Romantiker tatsächlich „als Bergbauingenieur ausgebildet” waren. So zum Beispiel auch Novalis, der seine berufliche Karriere in den königlichen Salinen von Sachsen begann - „ein Amt, dessen Wirkungskreis einige Bergwerke umfaßte”. Deutschland befand sich gerade im Aufschwung, hin zur „Entwicklung einer modernen Eisenindustrie” und galt bis zu Amerikas Entdeckung als größter Lieferant aller Edelmetalle in der europäischen Region.
Dadurch wurde der Bergbau in gewisser Weise auch stilisiert – „wenn deutsche Schriftsteller an Minen und Bergwerke dachten, dann hatten sie nicht Kohle und Eisen, sondern Gold, Silber und andere wertvolle Metalle im Sinn”. Der Mineraloge Abraham Gottlob Werner schließlich war es, der mit seinen Lehren zum Bergbau „Generationen von ’Bergaposteln‛ [bekehrte], die seine Lehre über ganz Europa verbreiteten”. Schriftsteller, wie beispielsweise Novalis, Steffens, Schuber oder Humboldt zählten zu seine namenhaften Studenten. Seine Lehren beeinflussten die Forschungen und Studien zur Geologie in Deutschland enorm und dank ihm waren die Studien so eng an der Bergbautechnologie orientiert.
Und dank der Überzeugungskraft und „Ausstrahlung dieses einzelnen Mannes entwickelten viele deutsche Schriftsteller und Denker ein leidenschaftliches Interesse am Bergbau”. Trotz der starken wissenschaftlichen Komponente, die der Bergbau und seine Lehren dazu hatten, kam dem Bergwerk in der Romantik eine ganz andere Bedeutung zu, welche mit der Mineralogie gänzlich wenig zu schaffen hat. Ziolkowski beschreibt es als „Bergwerk der Seele, kein technisch-industriell bestimmtes Gelände”. Dem kanadischen Literaturkritiker Nothrop Frye war aufgefallen, dass ’die metaphorische Struktur romantischer Poesie dahin tendiert, sich nach innen und unten statt nach außen und oben zu bewegen‛. Die natürliche Urkraft der Natur wurde also weit unten in den Tiefen vermutet – da kamen die Bergwerke für die Erklärung dieses Phänomens genau recht. Denn durch nichts anderes konnte man tiefer in den Kern der Erde vordringen, als durch Bergschächte.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Epoche der Romantik ein, beschreibt deren geschichtlichen Kontext und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Naturphilosophie anhand von drei zentralen Werken zu untersuchen.
2. Die Epoche der Romantik – geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den soziopolitischen Kontext der Romantik, insbesondere die Auswirkungen der Französischen Revolution und die Herausbildung der Jenaer Frühromantik als Gegenbewegung.
2.1 Die Jenaer Frühromantik: Der Abschnitt skizziert die Begründung und Charakteristika der Jenaer Frühromantik als eine von wenigen Schriftstellern geprägte, einflussreiche Phase der Literaturgeschichte.
2.2 Wichtige Merkmale der Frühromantik: Hier werden die prägenden inhaltlichen Merkmale der Frühromantik analysiert, insbesondere der Hang zur Universalpoesie, das neue Verständnis der Natur sowie die Rolle von Religion und Kunst.
3. Die Naturphilosophie: Dieses Kapitel definiert die Bedeutung der Naturphilosophie als elementaren Bestandteil der frühromantischen Universalpoesie und deren Stellenwert innerhalb der Philosophie.
3.1 Die Geschichte der Naturphilosophie: Ein historischer Abriss der Entwicklung der Naturphilosophie von antiken Vorstellungen über den Pantheismus bis hin zu modernen wissenschaftlichen Denkweisen.
3.2 Wichtige Merkmale der Naturphilosophie: Der Abschnitt erläutert die zentralen Konzepte der frühromantischen Naturphilosophie, wie die Beseeltheit der Natur, die Autonomie und die Idee der Natur als Spiegelbild der menschlichen Seele.
4. Romantische Texte aus naturphilosophischer Sicht: Einleitender Teil zur Untersuchung von drei spezifischen Werken, die verschiedene Facetten der romantischen Naturphilosophie illustrieren.
4.1 E.T.A Hoffmann: Die Bergwerke zu Falun: Vorstellung der Erzählung und ihrer Herkunft aus einer schwedischen Sage im Kontext der romantischen Literatur.
4.1.1 Die Bedeutung der Bergwerke in der Romantik: Analyse des Bergwerksmotivs als "Bergwerk der Seele" und dessen symbolische Bedeutung für die Romantiker.
4.1.2 Romantisch-naturphilosophische Betrachtung der Bergwerke zu Falun: Interpretation der Erzählung unter Berücksichtigung naturphilosophischer Aspekte wie Entpersonalisierung und die Suche nach dem wahren Selbst.
4.2 Novalis: Die Lehrlinge zu Sais und die Geschichte von Hyacinth und Rosenblüthchen: Vorstellung des Fragments von Novalis und dessen Einbettung in den naturphilosophischen Kontext des Autors.
4.2.1 Novalis´ Lehrlinge zu Sais: Analyse der philosophischen Reflexionen über die Natur und deren Sprache im ersten Teil des Werkes.
4.2.2 Romantisch-naturphilosophische Betrachtung des Märchens: Interpretation des im Werk enthaltenen Märchens als zentrales Element, in dem die Natur zum Subjekt wird.
4.3 Tieck: Franz Sternbald´s Wanderungen: Einführung in den Künstlerroman von Ludwig Tieck und seine Bedeutung als Werk voller frühromantisch-naturphilosophischer Merkmale.
4.3.1 Der Künstlerroman: Zusammenhang zwischen Kunst und Natur in Franz Sternbald´s Wanderungen: Untersuchung der Verbindung von künstlerischem Schaffen und Naturerfahrung im Bildungsroman.
4.3.2 Romantisch-naturphilosophische Betrachtung der Wanderungen des Franz Sternbalds: Interpretation der Reise des Protagonisten als Reise zu sich selbst, geleitet durch die Natur als Lehrerin.
5. Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, welche die Natur als Spiegelbild der Seele und deren zentrale Rolle in der Romantik bekräftigt.
Romantik, Frühromantik, Naturphilosophie, Universalpoesie, Seele, Natur, Urkraft, Bergwerk, Künstlerroman, E.T.A. Hoffmann, Novalis, Ludwig Tieck, Schelling, Entpersonalisierung, Bewusstsein
Die Arbeit untersucht das neue Naturverständnis der Epoche der Romantik, insbesondere der Frühromantik, und analysiert die theoretischen sowie literarischen Aspekte der romantischen Naturphilosophie.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Natur als beseelte Urkraft, die Funktion der Natur als Spiegelbild der menschlichen Seele sowie die literarische Umsetzung dieser Konzepte in Werken von Tieck, Novalis und Hoffmann.
Das Ziel ist es, das frühromantische Naturverständnis darzulegen und aufzuzeigen, wie namhafte Autoren durch ihre Texte spezifische naturphilosophische Merkmale verarbeiteten und künstlerisch darstellten.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Primärtexten der Romantiker sowie deren Einbettung in den historischen und geistesgeschichtlichen Kontext anhand von Sekundärliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen der Naturphilosophie und die anschließende exemplarische Analyse von drei Werken: E.T.A. Hoffmanns "Die Bergwerke zu Falun", Novalis' "Die Lehrlinge zu Sais" und Ludwig Tiecks "Franz Sternbalds Wanderungen".
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Romantik, Naturphilosophie, Universalpoesie, Beseeltheit der Natur, Seele, Bergwerk, Künstlerroman und das Konzept der Entpersonalisierung.
Bergwerke fungieren in der Romantik als symbolische Orte, die als "Bergwerke der Seele" verstanden werden; sie ermöglichen den Abstieg in das menschliche Innere und die Begegnung mit verborgenen existenziellen Dimensionen.
In der Romantik wird das Verhältnis als eng verzahnt verstanden: Die Natur gilt als beseelt und göttlich, während der Künstler durch seine besondere Position und die Fähigkeit zur Naturerkenntnis als Vermittler dieser "göttlichen Sprache" fungiert.
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