Bachelorarbeit, 2021
45 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Die Herausforderungen von LRS in verschiedenen Fachdiskursen
2.1 Die Herausforderungen von LRS aus medizinischer Sicht
2.1.1 Klassifikation nach ICD-10
2.1.2 Klassifikation nach DSM-5
2.2 Die Herausforderungen von LRS aus psychologischer Sicht
2.2.1 Herausforderungen beim Schriftspracherwerb
2.2.2 Herausforderungen in der Schule
2.2.3 Herausforderungen für die Persönlichkeit und die soziale Entwicklung
2.3 Die Herausforderungen von LRS aus sonderpädagogischer Sicht
2.3.1 Herausforderungen bei der Worterkennung
2.3.2 Herausforderungen beim Leseverständnis
2.3.3 Herausforderungen beim Rechtschreiben
2.3.4 Herausforderungen im schriftlichen Ausdruck
2.3.5 Unterschiedliche Ausprägungen der Herausforderungen
2.4 Die Herausforderungen von LRS aus deutschdidaktischer Sicht
2.4.1 Herausforderungen beim Lesen
2.4.2 Herausforderungen beim Schreiben
2.4.3 Herausforderungen beim Rechtschreiben
2.4.4 Herausforderungen trotz Lernfortschritt
2.5 Zusammenfassung und Systematisierung der Herausforderungen von LRS
2.5.1 Gemeinsamkeiten der Fachdiskurse
2.5.2 Unterschiedliche Schwerpunkte der Fachdiskurse
3 Die Ursachen von LRS in unterschiedlichen Fachdiskursen
3.1 Die Ursachen von LRS aus medizinischer Sicht
3.1.1 Faktoren, die als Ursache für LRS ausgeschlossen werden
3.1.2 Genetische Faktoren
3.1.3 Konstitutionelle Faktoren
3.2 Die Ursachen von LRS aus psychologischer Sicht
3.2.1 Genetische Faktoren
3.2.2 Neurologische Faktoren
3.2.3 Sozialwissenschaftliche Faktoren
3.3 Die Ursachen von LRS aus sonderpädagogischer Sicht
3.3.1 Genetische Faktoren als Ursache von LRS
3.3.2 Neuropsychologische Faktoren als Ursache von LRS
3.3.3 Kognitive Faktoren als Ursache von LRS
3.3.4 Soziale Faktoren als Ursache von LRS
3.4 Die Ursachen von LRS aus deutschdidaktischer Sicht
3.4.1 Genetik
3.4.2 Gehirn
3.4.3 Familie und Schichtzugehörigkeit
3.4.4 Vorläuferfertigkeiten
3.4.5 Unterricht und Schulprofil
3.5 Zusammenfassung und Systematisierung der Ursachen von LRS
3.5.1 Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Fachdiskurse
3.5.2 Unterschiedliche Ausrichtungen der Fachdiskurse
4 Systematisierung und Herstellung von Zusammenhängen
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
Diese Bachelorarbeit untersucht die interdisziplinäre Betrachtung der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS). Das primäre Ziel ist es, die in verschiedenen Fachdiskursen – Medizin, Psychologie, Sonderpädagogik und Deutschdidaktik – beschriebenen Herausforderungen und Ursachen der LRS zu analysieren, zu vergleichen und zu systematisieren, um einen ganzheitlicheren Zugang zu Diagnose und Förderung zu ermöglichen.
2.3.1 Herausforderungen bei der Worterkennung
Schüler*innen mit LRS weisen häufig schon einige Monate nach Schulbeginn Defizite im Schriftspracherwerb auf, obwohl versucht wird, den Einstieg ins Lesen und Schreiben möglichst einfach für die Kinder zu gestalten. Schüler*innen, die später in der Schullaufbahn Probleme beim Lesen und Schreiben haben, weisen diese oft schon bei Schulbeginn auf. Viele schlechte Leser*innen können in der ersten Klasse nicht alle bis dahin gelernte Buchstaben benennen und nur ca. 66% der geübten Wörter richtig lesen – ganz im Gegensatz zu guten Leser*innen. Falls sie es schaffen, ein Wort richtig vorzulesen, sind sie dabei oft sehr viel langsamer als ihre Mitschüler*innen. (Klicpera et al. 2007) Sie können „seltener gleich auf Anhieb, ohne zu zögern, gut lesen“ (Klicpera et al. 2007, S. 137). „Man kann also sagen, dass diese Kinder von Anfang an gewisse Schwierigkeiten haben, sich die korrekte Zuordnung der Aussprache für die bereits mehrmals gelesenen Wörter zu merken. Sie tun sich auch beim raschen Aktivieren der Aussprache schwerer als die gut lesenden Schüler“ (Klicpera et al. 2007, S. 135). Ferner weisen schwache Leser*innen auch Probleme beim Lesen von Pseudowörtern auf. Während durchschnittliche Schüler*innen drei Monate nach Schuleintritt ca. drei Viertel und gute Schüler*innen ca. 91% der Pseudowörter richtig lesen, lesen Schüler*innen mit LRS nur ca. ein Fünftel der Pseudowörter richtig. „Diese Tatsache deutet auf große Schwierigkeiten bei einem Teilprozess des Worterkennens hin, nämlich beim phonologischen Rekodieren der Buchstabenfolge“ (Klicpera et al. 2007, S. 135).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung von LRS, die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnose und die Notwendigkeit einer interdisziplinären Sichtweise.
2 Die Herausforderungen von LRS in verschiedenen Fachdiskursen: Dieses Kapitel arbeitet die spezifischen Lese- und Schreibschwierigkeiten aus medizinischer, psychologischer, sonderpädagogischer und deutschdidaktischer Perspektive heraus.
3 Die Ursachen von LRS in unterschiedlichen Fachdiskursen: Hier werden die biologischen, kognitiven und sozialen Ursachenfaktoren für LRS in den jeweiligen Fachbereichen analysiert.
4 Systematisierung und Herstellung von Zusammenhängen: Das Kapitel verknüpft die verschiedenen Fachperspektiven miteinander, um ein ganzheitliches Verständnis von LRS zu ermöglichen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer kooperativen Herangehensweise zur Unterstützung betroffener Schüler*innen.
6 Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet die für die Arbeit herangezogene wissenschaftliche Literatur auf.
Lese-Rechtschreibschwäche, LRS, Legasthenie, Schriftspracherwerb, Interdisziplinarität, pädagogische Diagnostik, genetische Faktoren, phonologische Bewusstheit, Förderdiagnostik, Schulschwierigkeiten, Sprachverarbeitung, Bildungssoziologie, neurobiologische Korrelate, Lesefertigkeit, Rechtschreibstörung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) und analysiert, wie verschiedene wissenschaftliche Fachdisziplinen diese Problematik beschreiben und erklären.
Die zentralen Themen sind die Beschreibung der Herausforderungen beim Lese- und Schriftspracherwerb sowie die Erforschung der vielfältigen Ursachen von LRS aus verschiedenen Perspektiven.
Das Ziel ist es, die Sichtweisen von Medizin, Psychologie, Sonderpädagogik und Deutschdidaktik zusammenzutragen, um ein systematisches und ganzheitlicheres Verständnis für den Umgang mit LRS zu schaffen.
Der Arbeit liegt eine fachtheoretische Auseinandersetzung mit aktueller Forschungsliteratur zugrunde, wobei medizinische, psychologische, sonderpädagogische und deutschdidaktische Literatur herangezogen und in Beziehung gesetzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Herausforderungen von LRS aus den genannten vier Fachperspektiven sowie eine entsprechende Analyse der jeweiligen Ursachenzuschreibungen.
LRS, Legasthenie, interdisziplinäre Betrachtung, Diagnostik, Förderansätze, Ursachenforschung, Schriftspracherwerb.
Es besteht Uneinigkeit; insbesondere die Psychologie und die Sonderpädagogik kritisieren das Kriterium als zu einschränkend, da es eine frühe Förderung gefährden könne.
Diese Diskurse betonen, dass Faktoren wie das Elternhaus, der sozioökonomische Status und die familiäre Leseumwelt einen erheblichen, wenn auch nicht alleinigen Einfluss auf die Ausprägung von LRS haben.
Während alle Diskurse biologische und genetische Ursachen anerkennen, erweitern Psychologie, Sonderpädagogik und Deutschdidaktik den Blick stärker auf Umweltfaktoren wie die Schule und die familiäre Situation.
Die Kooperation ist essenziell, da kein Fachbereich allein LRS umfassend erfassen kann; erst durch das Zusammenführen der Erkenntnisse entsteht ein Gesamtbild auf biologischer, psychologischer und kognitiver Ebene.
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