Bachelorarbeit, 2013
48 Seiten, Note: 1,17
I. „Die abstrakten Worte (...) zerfielen mir im Mund wie modrige Pilze.“
II. Sprachbewusstsein und Sprachkritik um 1800.
II.1 Johann Gottfried Herder.
II.2 Georg Christoph Lichtenberg.
III. Goethe und das Problem der Sprache.
III.1 Sprache als 'Surrogat'.
III.2 „Der Widerstreit des Fixen und Beweglichen“.
III.3 Verpasste Verständigung.
IV. Poetische Sprache als Ausweg aus der Problematik? – Eine Schlussbetrachtung
IV.1 Das kreative Potential dichterischer Sprache.
IV.2 Goethes Werke: Sein Versuch, „Sprache lebendig wachsen zu lassen“.
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis Johann Wolfgang von Goethes zur Sprache und geht der Forschungsfrage nach, wie Goethe trotz seiner ausgeprägten sprachskeptischen Haltung die Unzulänglichkeit der Sprache überwinden und ein Werk von solch überragender sprachlicher Qualität schaffen konnte.
III.2 „Der Widerstreit des Fixen und Beweglichen“
Die Naturwissenschaften erwecken den Eindruck, durch terminologisch eindeutige Systeme die außersprachliche Wirklichkeit adäquat abzubilden. Wenn die Sprache aber nur als unzureichendes Surrogat, das heißt als mangelhafter Ersatz, Vertreter oder Behelf, fungieren kann, hat dies weitreichende Konsequenzen für das naturwissenschaftliche Verständnis von Erkenntnis und Wahrheit.
Das liegt Goethes Überzeugung nach in einem ersten Schritt bereits daran, dass Sprache selbst nur eine Erscheinung für sich ist. Daraus ergibt sich die Schwierigkeit, mittels einer Erscheinung eine andere Erscheinung darzustellen, wenn ein Signifikant und seine gegenständliche Referenz jeweils eigenständige Erscheinungen sind. Mit Sprache kann ein Phänomen dann eigentlich nur umrissen werden, sie kann aber nicht „der Seele Bild“ sein. Gleichermaßen erkennt Werther in seinen Briefen, wie die Worte doch nur einen Umriss einer Sache – den bereits angeführten Schall – darstellen.
I. „Die abstrakten Worte (...) zerfielen mir im Mund wie modrige Pilze.“: Dieses Kapitel führt in die historische Sprachkrise um 1900 ein und kontrastiert diese mit dem frühen Sprachbewusstsein Goethes.
II. Sprachbewusstsein und Sprachkritik um 1800: Hier werden die sprachkritischen Ansätze von Johann Gottfried Herder und Georg Christoph Lichtenberg beleuchtet, die das intellektuelle Umfeld Goethes prägten.
III. Goethe und das Problem der Sprache: Dieses Kernkapitel analysiert Goethes Skepsis gegenüber der Sprache als mangelhaftes Ausdrucksmittel und als starres System, das dem lebendigen Phänomen nicht gerecht wird.
IV. Poetische Sprache als Ausweg aus der Problematik? – Eine Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel untersucht, wie Goethe durch die dichterische Sprache das starre Sprachsystem aufbricht und das Wort lebendig erhält.
Goethe, Sprachskepsis, Sprachkritik, Surrogat, Werther, Wahlverwandtschaften, Poetische Sprache, Sprachproblematik, Erkenntnistheorie, Naturwissenschaft, Sprachbewusstsein, Signifikant, Kommunikation, Sprachkrise, Sinnstiftung.
Die Arbeit untersucht das kritische Verhältnis Goethes zur Sprache und analysiert, warum er die Sprache sowohl als notwendiges Medium als auch als unzureichendes Werkzeug betrachtete.
Zentrale Themen sind die Sprachskepsis um 1800, der Charakter der Sprache als Surrogat, der Widerstreit zwischen starren Begriffen und lebendiger Natur sowie die Rolle der Poesie als Ausweg.
Das Ziel ist herauszufinden, warum Goethe als Künstler nicht an den Mängeln der Sprache scheiterte, sondern diese durch poetische Gestaltung überwinden konnte.
Die Arbeit nutzt eine geisteswissenschaftliche, literaturwissenschaftliche Analyse, die Goethes theoretische Schriften und literarische Werke in Bezug zur sprachphilosophischen Forschung seiner Zeit setzt.
Im Hauptteil werden Goethes Sprachskepsis, seine Auseinandersetzung mit der naturwissenschaftlichen Terminologie sowie konkrete Beispiele aus seinen Werken, insbesondere dem 'Werther' und den 'Wahlverwandtschaften', untersucht.
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Sprachskepsis, Surrogat, Poetische Sprache und Sprachproblematik charakterisieren.
Die Arbeit zeigt, dass Goethe eine definitive, klassifikatorische Terminologie mied, da er darin eine Gefahr für das lebendige Verständnis der Phänomene sah.
Dichtung ermöglicht es Goethe, über die Alltags- und Fachsprache hinauszugehen, indem sie Sinnstiftung ermöglicht und Worte durch Vitalität neu belebt.
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