Bachelorarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 1,7
A Einleitung
B Vorbetrachtung
1 Die Marginalisierung des Fußballs in der amerikanischen Sportgesellschaft
1.1 Internationale Strukturen (FIFA) und mangelnde Identifizierbarkeit
1.2 Die Großen Dreieinhalb – hegemoniale Sportkultur in den USA
2. Fußballkultur in den USA
2.1 Die Entwicklung des Fußballs in der amerikanischen Sportgesellschaft
2.2 Frauenfußball
2.3 Organisierte Fußballkultur – „Soccer Moms“ und „Yuppie-Eltern“
C Korpus – Soccer und American Football im US-amerikanischen Fernsehen
3 Die Sportberichterstattung im Fernsehen in den USA
3.1 Soccer und American Football – Ästhetik und amerikanische Sehgewohnheiten
3.2 Fußball als ökonomischer Fehlschlag in den USA
3.2.1 Die Major League Soccer – Gewinnentwicklung, Zuschauerzahlen, Fernsehverhalten
3.2.2 Die „Olympianisierung“ des Fußballs in den USA
3.3 American Football – Garant ökonomischen Erfolgs
4 Untersuchungsgegenstand: Live-Übertragung Soccer und American Football
4.1 Kommerzielle Auswertungsmöglichkeiten durch TV-Werbung (Vermarktung)
4.2 Wissensproduktion während der Live-Übertragung (Statistiken und Sehgewohnheiten)
4.3 Medieninszenierung – Die Inszenierung der Live-Übertragung
4.4 Resultate
D Perspektive
5 Soccer – keine „Fernsehsportart“ in den USA: Ursachen, Konsequenzen und Möglichkeiten
E Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen, warum Fußball (Soccer) in den USA trotz einer hohen Anzahl an aktiven Spielern im Fernsehen kein vergleichbarer kommerzieller Erfolg wie American Football ist. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die strukturellen, ästhetischen und ökonomischen Gründe für diese mediale Marginalisierung sowie die Auswirkungen auf die amerikanische Sportkultur zu analysieren.
3.1 Soccer und American Football – Ästhetik und amerikanische Sehgewohnheiten
Wenn man die historisch bedingte Marginalisierung des Fußballs in den USA an Hand von spezifischen politischen Ereignissen in der Geschichte der amerikanischen Sportentwicklung festmachen kann, könnte man die heute fortwährende Marginalisierung des Fußballs im amerikanischen Sportfernsehen an Hand von philosophischen Überlegungen näher kommen. Eine „ästhetische Marginalisierung“ des Fußballs in der amerikanischen Fernsehsportkultur scheint die Ursache für einen nur bedingten kommerziellen Erfolg zu sein. Allein die historischen Barrieren, welche den Fußball zumindest in den siebziger und achtziger Jahren noch als „Alien-Sport“ stigmatisierten, sind heute nicht mehr ausschlaggebend.
Der offenkundigste Unterschied beider Ballsportarten ist der heterogene Spielaufbau und die heterogene Spieldynamik. Soccer kann als The Game of Two Halves (vgl. Sandvoss [Hg.] 2003) bezeichnet werden und American Football als das Spiel der Four Quarters (vgl. Gumbrecht 2002: 44). Hans Ulrich Gumbrecht (2002: 44) spricht in seinem Aufsatz von einer sehr speziellen Eigenart der Großen Dreieinhalb und skizziert sie am Beispiel des American Footballs. Grundsätzlich müssen beim American Football in vier Spielzügen mindestens 10 Yards zurückgelegt werden. Der quarterback fungiert dabei als Spielmacher und hat prinzipiell drei Möglichkeiten, den Raumgewinn zu erreichen: Er wirft den Ball einem Spieler zu, in den meisten Fällen einen receiver oder er übergibt ihn an einen Spieler, der dann mit dem Ball los rennt. Die dritte Möglichkeit ist, dass er selbst mit dem Ball los rennt. Ebenso gibt es drei Möglichkeiten des Misslingens: „der quarterback verfehlt mit seinem Wurf den receiver“ (pass incomplete), der Ball wird von einen gegnerischen Spieler abgefangen (interception) oder die angreifende Mannschaft kann in vier Spielzügen nicht genügend (10 Yards) Raum gewinnen (vgl. ebd.: 43). Innerhalb dieser 6 generellen Möglichkeiten des Gelingens oder Nicht-Gelingens eines Spielzugs stehen der Offensive und der Defensive mannigfaltige Variationen des Ereichens oder des Verhinderns des Spielzuges zur Verfügung („Epiphanie der Form“, In: ebd.: 45).
A Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen der Popularität von Fußball als Breiten- und Teilnehmersport in den USA und seiner geringen Präsenz als Zuschauersportart im Fernsehen.
B Vorbetrachtung: Dieses Kapitel erläutert die historischen Hintergründe der Marginalisierung des Fußballs durch die Konkurrenz der „Großen Dreieinhalb“ und die Rolle der FIFA.
1 Die Marginalisierung des Fußballs in der amerikanischen Sportgesellschaft: Es wird analysiert, wie die FIFA und die frühe Fixierung auf die „Großen Dreieinhalb“ den Fußball an den Rand der amerikanischen Sportkultur drängten.
1.1 Internationale Strukturen (FIFA) und mangelnde Identifizierbarkeit: Dieser Abschnitt untersucht den kontraproduktiven Einfluss internationaler Strukturen auf die nationale Identifizierung mit dem Fußball.
1.2 Die Großen Dreieinhalb – hegemoniale Sportkultur in den USA: Die kulturelle und ökonomische Vormachtstellung von American Football, Baseball, Basketball und Eishockey wird definiert.
2. Fußballkultur in den USA: Hier wird der Status des Fußballs als erfolgreiche Teilnehmersportart, besonders im Jugendbereich, diskutiert.
2.1 Die Entwicklung des Fußballs in der amerikanischen Sportgesellschaft: Ein Überblick über die wechselhafte Geschichte professioneller Fußballligen in den USA bis zur Gründung der MLS.
2.2 Frauenfußball: Die Analyse des Erfolgs des amerikanischen Frauenfußballs als Aushängeschild der Fußballkultur.
2.3 Organisierte Fußballkultur – „Soccer Moms“ und „Yuppie-Eltern“: Die soziologische Bedeutung des organisierten Fußballsports für die amerikanische Mittelklasse.
3 Die Sportberichterstattung im Fernsehen in den USA: Die zentrale Rolle des Fernsehens für die Etablierung eines Sports als hegemoniale Macht wird analysiert.
3.1 Soccer und American Football – Ästhetik und amerikanische Sehgewohnheiten: Vergleich der unterschiedlichen Spielästhetik und deren Auswirkungen auf die Fernsehnutzung.
3.2 Fußball als ökonomischer Fehlschlag in den USA: Untersuchung der ökonomischen Schwierigkeiten bei der Verwertung von Fußballübertragungen.
3.2.1 Die Major League Soccer – Gewinnentwicklung, Zuschauerzahlen, Fernsehverhalten: Detaillierte Betrachtung der wirtschaftlichen Performance der MLS.
3.2.2 Die „Olympianisierung“ des Fußballs in den USA: Erklärung des Phänomens kurzzeitiger Fußballbooms während Weltmeisterschaften.
3.3 American Football – Garant ökonomischen Erfolgs: Analyse, warum American Football das perfekte Modell für das amerikanische Sportfernsehen darstellt.
4 Untersuchungsgegenstand: Live-Übertragung Soccer und American Football: Empirischer Teil der Arbeit, der Live-Übertragungen anhand technischer und inhaltlicher Kriterien vergleicht.
4.1 Kommerzielle Auswertungsmöglichkeiten durch TV-Werbung (Vermarktung): Vergleich der Werbemöglichkeiten und Zielgruppenansprache.
4.2 Wissensproduktion während der Live-Übertragung (Statistiken und Sehgewohnheiten): Analyse, wie Statistiken das Seherlebnis beeinflussen.
4.3 Medieninszenierung – Die Inszenierung der Live-Übertragung: Untersuchung des technischen Equipments und der Moderatorenstile.
4.4 Resultate: Zusammenfassende Ergebnisse der vergleichenden Analyse.
5 Soccer – keine „Fernsehsportart“ in den USA: Ursachen, Konsequenzen und Möglichkeiten: Reflexion über die zukünftige Entwicklung und Strategien zur Verbesserung der Medienpräsenz.
E Fazit: Abschließende Betrachtung der kulturellen und ökonomischen Gegensätze zwischen Fußball und den etablierten US-Sportarten.
Fußball, Soccer, USA, American Football, Fernsehen, Medieninszenierung, Sportkultur, Vermarktung, Major League Soccer, Zuschauerzahlen, Sportberichterstattung, Identifikation, Alltagskultur, Wissensproduktion, ökonomischer Erfolg
Die Bachelor-Arbeit untersucht die Gründe, warum Fußball (Soccer) trotz seiner Beliebtheit als Freizeitsport in den USA im Fernsehen im Vergleich zu Sportarten wie American Football kommerziell nicht erfolgreich ist.
Die Themenfelder umfassen die historische Marginalisierung, die unterschiedliche Ästhetik und Spielstruktur, die Vermarktungsstrategien im US-Fernsehen sowie die mediale Inszenierung von Sportübertragungen.
Das Ziel ist es, herauszufiltern, warum Soccer im Fernsehen nicht vergleichbar erfolgreich verwertet werden kann wie American Football und inwieweit etablierte Sehgewohnheiten eine Rolle spielen.
Der Autor führt eine vergleichende Analyse durch, unter anderem basierend auf der Auswertung von Live-Übertragungen (Soccer vs. American Football), Statistiken und soziologischen Theorien über hegemoniale Sportkulturen.
Der Hauptteil analysiert die Sportberichterstattung im Fernsehen, die ästhetischen Unterschiede, die ökonomischen Diskrepanzen (Vermarktung) sowie die technische Medieninszenierung der Spiele.
Schlüsselwörter sind unter anderem Fußball, Soccer, USA, American Football, Medieninszenierung, Vermarktung und Sportberichterstattung.
Der Autor identifiziert einen kontinuierlichen Spielverlauf beim Fußball als problematisch für die Werbefinanzierung, da er kaum Unterbrechungen für Werbeblöcke zulässt, im Gegensatz zum parzellierten Spielaufbau beim American Football.
Der Begriff beschreibt den Effekt, dass das Interesse am Fußball in den USA hauptsächlich alle vier Jahre während der Weltmeisterschaften sprunghaft ansteigt, während es im normalen Ligabetrieb niedrig bleibt.
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