Forschungsarbeit, 2005
21 Seiten
1. EINLEITUNG
2. DER TROIANISCHE KRIEG: HOMERS ILIAS
3. TROIA-FORSCHUNG: ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGEN UND HISTORISCHE DEUTUNG
3.1 SCHLIEMANNS PIONIERARBEIT
3.2 NEUE THEORIEN: DÖRPFELD UND BLEGEN
3.3 AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND: VON DER WIEDERAUFNAHME DER GRABUNGEN 1988 BIS ZUR KORFMANN-KOLB-KONTROVERSE
4. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Realität des in Homers Ilias beschriebenen Troia, indem sie den aktuellen archäologischen Forschungsstand mit der literarischen Überlieferung vergleicht und dabei insbesondere wissenschaftliche Kontroversen beleuchtet.
3.3 Aktueller Forschungsstand: Von der Wiederaufnahme der Grabungen 1988 bis zur Korfmann-Kolb-Kontroverse
Eine Weiterführung der Ausgrabungen erfolgte erst 1988 unter der Leitung des Tübinger Forschers Manfred Korfmann. Ziel war ausdrücklich nicht, den Beweis für die Historizität Troias zu finden, sondern die Entwicklungen, die sich in nunmehr 4000 Jahren auf dem Hisarlik vollzogen haben, im Hinblick auf die Verbindungen zwischen Orient und Okzident zu untersuchen. Dabei sollten alle Funde restauriert und konserviert werden. Außerdem wurden auch Ausgrabungen in der Umgebung des Hisarlik gemacht. Korfmann arbeitete mit verfeinerten Methoden und bezog auch andere Wissenschaften mit in seine Forschungen ein. Die Kontinuität des Unternehmens wurde dadurch gesichert, dass Korfmann vom türkischen Ministerrat eine Lizenz ausgehändigt wurde.
Zu den von Korfmann erzielten Erfolgen zählte unter anderem der Fund der Reste des römischen Ilium. Zudem glaubte der Wissenschaftler, eine Unterstadt entdeckt zu haben, die er in die Epochen von Troia VI oder Troia VIIa datierte. Einen anderen großen Fund sah Korfmann in der Entdeckung eines Friedhofs aus dem 13. Jahrhundert v. Chr.; er schrieb diesen ebenfalls der Endphase von Troia VI oder Troia VIIa zu. Erstaunlich war, dass durch diese Entdeckung festgestellt werden konnte, dass entweder für lange Zeit oder auch nur für einen bestimmt Zeitraum Menschen am Strand von Troia gelebt hatten, die keine Troianer waren. Hier stellt sich nun die Frage, ob dieser Fund nicht im Zusammenhang mit Homers Epos stehen könnte und es sich bei diesen Menschen nicht um die Griechen gehandelt hat, die Troia belagern. Bei Bohrungen, die von Korfmanns Team in der Beşikbucht vorgenommen wurden, zeigte sich, dass man dort auf den Fund des troianischen Hafens hoffen konnte. Die Lokalisierung an dieser Stelle schien sinnvoll. Auf Grund der Wind- und Strömungsverhältnisse am Eingang zum Hellespont waren die Seefahrer in der Bronzezeit gezwungen, im Sommer hier an Land zu gehen. Erst der Südwind, der nur im Frühjahr und Herbst wehte, ermöglichte ihnen wieder die Fahrt. Diese mächtige Position könnte Troia einen großen Reichtum beschert haben, wohl aber auch Feinde. So wären die Zerstörungen, die in mehreren Siedlungsschichten gefunden wurden, zu erklären.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die anhaltende Faszination des "Mythos Troia" ein und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der historischen Validität der homerischen Sagenwelt.
2. DER TROIANISCHE KRIEG: HOMERS ILIAS: Dieses Kapitel erläutert die Darstellung des Krieges in Homers Epos sowie die topographischen und inhaltlichen Hinweise, die für die archäologische Suche nach Troia relevant sind.
3. TROIA-FORSCHUNG: ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGEN UND HISTORISCHE DEUTUNG: Dieser Hauptteil bietet einen chronologischen Überblick über die archäologischen Ausgrabungen auf dem Hisarlik, beginnend bei Schliemann über Dörpfeld und Blegen bis hin zu den modernen Forschungen von Manfred Korfmann.
3.1 SCHLIEMANNS PIONIERARBEIT: Das Kapitel beschreibt Heinrich Schliemanns erste, von der Kindheit an motivierte Grabungen und die Problematik seiner Interpretation der Funde.
3.2 NEUE THEORIEN: DÖRPFELD UND BLEGEN: Hier werden die nachfolgenden Grabungen und die daraus resultierenden neuen Schichtzuordnungen sowie die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen über das homerische Troia behandelt.
3.3 AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND: VON DER WIEDERAUFNAHME DER GRABUNGEN 1988 BIS ZUR KORFMANN-KOLB-KONTROVERSE: Dieses Kapitel widmet sich den modernen Untersuchungen durch Korfmann sowie der eskalierenden fachwissenschaftlichen Kontroverse über die historische Bedeutung der Funde.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und stellt fest, dass die Frage nach der Historizität Homers weiterhin ungeklärt bleibt, der Mythos Troia jedoch kulturell fortbesteht.
Troia, Homer, Ilias, Archäologie, Manfred Korfmann, Heinrich Schliemann, Historizität, Hisarlik, Bronzezeit, Siedlungsschichten, Korfmann-Kolb-Kontroverse, Mythos, Ausgrabungen, Mykene, griechische Antike
Die Arbeit untersucht die historische Realität des in der Ilias beschriebenen Troia und den Einfluss der homerischen Dichtung auf die archäologische Forschung.
Die zentralen Themen sind die literarische Vorlage Homers, die Geschichte der archäologischen Ausgrabungen in Troia und die moderne wissenschaftliche Debatte um die Historizität dieser Stadt.
Das Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu analysieren, um der Frage nachzugehen, ob ein wie in Homers Epos beschriebenes Troia historisch existiert haben kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich archäologischer Forschungsergebnisse und der Untersuchung wissenschaftlicher Kontroversen durch Auswertung von Fachliteratur und Interviews.
Der Hauptteil dokumentiert chronologisch die archäologische Erforschung Troias von Schliemanns Anfängen bis zu den modernen Untersuchungen Manfred Korfmanns und analysiert die daraus entstandenen fachwissenschaftlichen Diskurse.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Troia, Homer, Ilias, Archäologie, Historizität, Hisarlik, Siedlungsschichten und die Korfmann-Kolb-Kontroverse definiert.
Während Schliemann Troia II für das homerische Troia hielt, ordnete Blegen das homerische Troia aufgrund seiner systematischeren Untersuchungen der Schicht VIIa zu.
Sie war bedeutend, da sie nicht nur eine fachwissenschaftliche Auseinandersetzung über die Bedeutung von Troia als Handelsstadt darstellte, sondern aufgrund ihrer Eskalation in den Medien auch das Rektorat der Universität Tübingen zum Einschreiten zwang.
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