Diplomarbeit, 2007
147 Seiten, Note: 1,7
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einleitung
1.1 Einordnung des Themas in die Geographie und Zielsetzung der Diplomarbeit
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit
2 Nachhaltige Stadtentwicklung durch Konversion
2.1 Definition des Begriffs Konversion
2.2 Begriffsbestimmung Liegenschaftskonversion
2.3 Die Kaserne als Typ militärischer Liegenschaften
2.4 Raumwirksamkeit der militärischen Standorte
2.4.1 Ökonomische Auswirkungen des Militärs
2.4.2 Siedlungsstrukturelle Auswirkungen
2.4.3 Soziale Auswirkungen
2.4.4 Ökologische Auswirkungen
2.5 Historischer Hintergrund der Konversion
2.6 Umsetzungsstrategien ausgewählter Städte in Hessen
2.7 Planerische Phasen des Konversionsablaufs
2.8 Beteiligte Akteure am Konversionsprozess
2.9 Verwertungsmodelle
2.10 Zusammenfassung
3 Rechtliche Aspekte des Konversionsprozesses
3.1 Planungshoheit der Gemeinde
3.2 Status der Militärflächen in der Flächenplanung
3.3 Bauplanungsrechtliche Charakteristika von Konversionsflächen
3.3.1 Unbeplante Konversionsflächen in zusammenhängend bebauten Ortsteilen
3.3.2 Bebauung im Außenbereich
3.4 Freigabeverfahren alliierter Liegenschaften
3.5 Zwischennutzungen
3.6 Wertermittlung und Preisfindung
3.7 Altlasten
3.8 Denkmalschutz
3.9 Zusammenfassung
4 Instrumente städtischen Flächenmanagements
4.1 Formelle Planungsinstrumentarien
4.1.1 (Regionaler) Flächennutzungsplan
4.1.2 Bebauungsplan
4.1.3 Der städtebauliche Vertrag
4.1.4 Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen
4.1.5 Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen
4.2 Informelle Planungsinstrumentarien
4.2.1 Städtebaulicher Rahmen- und Entwicklungsplan
4.2.2 Flächeninformationssysteme
4.2.3 Städtebauliche Ideenwettbewerbe
4.3 Zusammenfassung
5 Hanau als Wirtschaftsraum im Rhein-Main-Gebiet
5.1 Zusammenfassung
6 Leitbilder der Stadtentwicklung Hanaus
6.1 Zusammenarbeit mit dem Umland
6.2 Wirtschaftlichkeit
6.3 Bevölkerungsstruktur und –entwicklung
6.4 Wohnen in der Stadt Hanau
6.5 Der Einzelhandel Hanaus
6.6 Städtebauliche Qualität
6.7 Landschaftsraum
6.8 Leben in der Stadt
6.9 Zusammenfassung
7 Mögliche Konkurrenzflächen für das Plangebiet Pioneer Kaserne
7.1 Konversionsflächen und ihre Nutzungsoptionen in der Stadt Hanau
7.2 Betrachtung der Gewerbe- und Industrieflächen der Stadt Hanau
7.3 Wohnbauflächen der Stadt Hanau
7.4 Lage bereits vorhandener Hochschulen in der Region
7.5 Zusammenfassung
8 Bestandsaufnahme der Pioneer Kaserne in Hanau
8.1 Lage und Verkehrsanbindung der Pioneer Kaserne
8.2 Fläche, Bebauung und Nutzung
8.3 Denkmalschutz
8.4 Altlasten
8.5 Regionaler Flächennutzungsplan
8.6 Seveso-II-Problematik
8.7 SWOT- Analyse zum Plangebiet der Pioneer Kaserne
8.8 Werteermittlung und Nutzungen der angrenzenden Grundstücke
8.9 Zusammenfassung
9 Szenarienentwicklung
9.1 Methodendarstellung
9.2 Vor- und Nachteile bei der Anwendung von Szenarien
9.3 Anwendung der Szenario-Technik zur Entwicklung von verschiedenen Szenarien für das Plangebiet
9.3.1 Szenario 1: Hanau - neues Zentrum für Logistik und Dienstleistungen
9.3.2 Szenario 2: Naturnahes Hochschulzentrum sowie Gewerbe und Industrie für kleine und mittlere Unternehmen
9.3.3 Szenario 3: Wohnkonzept „Pioneer-Living“
9.4 Zusammenfassung
10 Die Nutzwertanalyse
10.1 Theorie der Nutzwertanalyse
10.2 Vorgehensweise bei der Nutzwertanalyse der ersten Generation
10.3 Kritik an der Nutzwertanalyse
10.4 Anwendung der Nutzwertanalyse im Rahmen der Szenarienentwicklung
10.5 Zusammenfassung
11 Handlungsempfehlungen für die Stadt Hanau
11.1 Zusammenfassung
12 Fazit
12.1 Summary
Die Diplomarbeit hat zum Ziel, eine geeignete Folgenutzung für das Kasernenareal der Pioneer Kaserne in Hanau zu identifizieren, nachdem diese von den US-Streitkräften aufgegeben wurde. Dabei wird analysiert, wie diese Fläche unter Berücksichtigung städtebaulicher und rechtlicher Rahmenbedingungen nachhaltig in die Stadtentwicklung integriert werden kann.
2.1 Definition des Begriffs Konversion
Aus etymologischer Sicht leitet sich der Begriff Konversion vom lateinischen Wort „convertere“ = umwenden/umkehren ab und steht somit allgemein für eine Umwandlung, einen Wechsel, eine Dynamik oder eine Änderung (vgl. Sachs, 2004, S. 74).
In der Literatur werden verschiedene Definitionen für den Begriff der Konversion gegeben:
• Witzmann: „Wenn bei dem Begriff der Konversion gelegentlich von den vier ‚U’s gesprochen wird, nämlich von Umwandlung, Umformung, Umkehr und Umdeutung, so wird […] unter Flächenkonversion die Umwandlung des Gebrauchs oder der Nutzung einer Fläche verstanden“ (Witzmann, 1994, S. 279).
• Gettmann: „Militärische Konversion wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Umwidmung ehemals militärischer Ressourcen für zivile Zwecke verstanden. In der Konversionspraxis ist damit in der Regel die Umnutzung und Überplanung ehemals militärischer Liegenschaften gemeint“ (Gettmann, 1992, S. 3).
• Zarth: „Konversion meint in einer weitgefassten Definition den Vorgang der Umstellung militärisch genutzter Anlagen und Produktionsmittel auf eine zivile Nutzung und die Produktion ziviler Güter“ (Zarth, 1992, S. 11).
• Moseler: „Unter Konversion versteht man also in der derzeitigen wissenschaftlichen und politischen Diskussion die Umnutzung bzw. Umwidmung militärischer Anlagen, Einrichtungen, Arbeitsplätze und Produktionsmittel in eine zivile Nutzung als Folge des weltweiten Abrüstungsprozesses zwischen den ehemaligen Kontrahenten im Ost-West-Konflikt“ (Moseler, 1997, S. 20).
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert das Thema der Konversion im Kontext des Abzugs der US-Streitkräfte und definiert das Ziel der Diplomarbeit, eine Folgenutzung für die Pioneer Kaserne in Hanau zu finden.
2 Nachhaltige Stadtentwicklung durch Konversion: Das Kapitel definiert den Begriff der Konversion, beleuchtet historische Aspekte sowie die räumlichen Auswirkungen militärischer Standorte und beschreibt verschiedene Verwertungsmodelle.
3 Rechtliche Aspekte des Konversionsprozesses: Hier werden das Planungsrecht, der Status von Militärflächen sowie Anforderungen an Altlasten und Denkmalschutz bei der Konversion erörtert.
4 Instrumente städtischen Flächenmanagements: Es werden formelle und informelle Planungsinstrumente zur Steuerung des Flächenmanagements vorgestellt, um Konversionsvorhaben effektiv umzusetzen.
5 Hanau als Wirtschaftsraum im Rhein-Main-Gebiet: Das Kapitel analysiert die wirtschaftliche Ausgangslage und die städtische Struktur Hanaus im regionalen Kontext.
6 Leitbilder der Stadtentwicklung Hanaus: Diese Übersicht thematisiert die städtischen Zielvorgaben, insbesondere in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Wohnqualität und soziale Aspekte.
7 Mögliche Konkurrenzflächen für das Plangebiet Pioneer Kaserne: Hier wird untersucht, welche anderen Flächen in Hanau mit dem Zielareal Pioneer Kaserne um potenzielle Nutzungen konkurrieren.
8 Bestandsaufnahme der Pioneer Kaserne in Hanau: Das Kapitel liefert eine detaillierte Analyse der baulichen Substanz, Lage, Erschließung sowie der rechtlichen und ökologischen Gegebenheiten der Pioneer Kaserne.
9 Szenarienentwicklung: Es wird die Szenario-Technik angewendet, um drei verschiedene, theoretisch denkbare Zukunftskonzepte für die Kaserne zu entwickeln.
10 Die Nutzwertanalyse: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der Nutzwertanalyse und wendet sie formal an, um die drei entwickelten Szenarien objektiv zu bewerten.
11 Handlungsempfehlungen für die Stadt Hanau: Abschließend werden konkrete Vorgehensweisen und strategische Empfehlungen für die Stadtverwaltung formuliert.
12 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Eignung des Logistik-Szenarios als beste Nachfolgelösung.
Konversion, Pioneer Kaserne, Hanau, Stadtentwicklung, Flächenmanagement, Militärflächen, Nachfolgenutzung, Nutzwertanalyse, Szenarienentwicklung, Infrastruktur, Logistik, Bauleitplanung, Immobilienwirtschaft, Nachhaltigkeit, Standortpolitik
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konversion, also der zivilen Nachnutzung ehemaliger militärischer Liegenschaften, konkret am Beispiel der Pioneer Kaserne in Hanau.
Die zentralen Themen sind Stadtentwicklung, Flächenmanagement, rechtliche Rahmenbedingungen bei Konversionsprozessen, die Entwicklung von Zukunftsszenarien sowie deren Bewertung mittels Nutzwertanalyse.
Ziel ist es, für die ab 2008 nicht mehr militärisch genutzte Fläche der Pioneer Kaserne in Hanau eine optimale und nachhaltige Folgenutzung zu finden und methodisch zu begründen.
Die Autorin nutzt die Szenario-Technik zur Entwicklung von Alternativszenarien und die Nutzwertanalyse (der ersten Generation), um diese Szenarien anhand definierter Kriterien strukturiert zu bewerten.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einordnung der Konversion, den rechtlichen Aspekten, einer Bestandsaufnahme der Pioneer Kaserne, der Entwicklung von drei Szenarien und der Durchführung der Nutzwertanalyse.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Konversion, Flächenmanagement, Pioneer Kaserne, Standortplanung und Nutzwertanalyse charakterisiert.
Die Kaserne ist als Seveso-II-Konfliktfläche eingestuft, was strenge Abstandsregelungen zu potenziellen Störfallbetrieben in der Umgebung erfordert und die Planungsmöglichkeiten für Wohnnutzungen einschränken kann.
Das Szenario "Zentrum für Logistik und Dienstleistungen" erzielte in der Nutzwertanalyse den höchsten Gesamtnutzwert und wurde daher als beste Folgenutzungsoption empfohlen.
Die Autorin sieht den Denkmalschutz als wichtiges Element, das jedoch die Umnutzung der Kasernengebäude erschweren und einen höheren Investitionsaufwand bei der Revitalisierung verursachen kann.
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