Bachelorarbeit, 2020
34 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Goethe und die Alchemie
2.1 Alchemie im Zeitalter der Aufklärung
2.2 Goethes alchemistische Periode
3. Alchemistische Motivik und Symbolik in Faust I
3.1 Die Eingangsszene des Faust I
3.2 Die Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation
3.3 Goethes Weltverständnis und dessen Relevanz für Fausts Streben
3.4 Die Kette der Wesen
3.5 Erkenntnis durch Freitod
3.6 Der Erdgeist als allegorische Figur
4. Fazit und Ausblick
Die Bachelorarbeit analysiert den Einfluss der alchemistischen Studien des jungen Goethe auf die Entstehung der Szene ‚Nacht‘ in Faust I, insbesondere unter Berücksichtigung der Erdgeistbeschwörung und der Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation.
3.2 Die Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation
Kehren wir aber zurück zur Eingangsszene des Faust I und zur Figur selbst. Faust hat, wie aus den ihn umgebenden alchemistischen Apparaturen geschlossen werden kann, solche Studien bereits verfolgt, konnte jedoch mit deren Hilfe bislang nicht zu den erhofften Ergebnissen gelangen. Mit der Äußerung „beschränkt von diesem Bücherhauf“ (V. 402) verrät Faust noch deutlicher, dass er in all den Forschungen, die er zuvor betrieben hat, vielmehr an die Grenzen seiner eigenen Möglichkeiten gestoßen ist, statt sich, wie erhofft, über diese hinwegzuheben. Er verwirft die praktische Alchemie und das gelehrte Denken und fasst den Beschluss, sich der Magie zuzuwenden: „Drum hab‘ ich mich der Magie ergeben / Ob mir durch Geistes Kraft und Mund / Nicht manch Geheimniß würde kund“ (V. 377-379).
Er befolgt sogleich die soeben getroffene Entscheidung, den Weg der Magie zu betreten, und nimmt ein „geheimnisvolle[s] Buch“ (V. 419) zur Hand, in welchem er das Zeichen des Makrokosmos erblickt.
Die Mikrokosmos-Makrokosmos-Theorie beinhaltete in ihrem Kern die Vorstellung einer Art Nebeneinander zweier sphärischer Gebilde, die miteinander konkordieren. Die kleine Welt, genannt Mikrokosmos, ist der Mensch selbst, der in der großen Welt, dem Makrokosmos, existiert. Während also beide Kosmen ein in sich geschlossenes Ganzes mit klaren Grenzen darstellen, so ist der Mikrokosmos dennoch ein Teil des Makrokosmos und damit eine totale Einheit innerhalb der absoluten Totalität. Beide Welten stehen in einer engen Beziehung zueinander, da all dies, was sich im Makrokosmos finden lässt, ebenso im Mikrokosmos enthalten ist, der selbst einen Bestandteil des Ganzen bildet.
1. Einführung: Die Einleitung skizziert die Herausforderung der Faust-Interpretation und legt den Fokus auf die Bedeutung der alchemistischen Jugendstudien Goethes für die Erdgeistbeschwörung.
2. Goethe und die Alchemie: Dieses Kapitel definiert die Alchemie im Kontext der Aufklärung und beleuchtet Goethes persönliche Auseinandersetzung mit alchemistischen und hermetischen Traditionen.
3. Alchemistische Motivik und Symbolik in Faust I: Der Hauptteil untersucht die Anwendung spezifischer Motive wie der Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation, der ‚Kette der Wesen‘ und der Allegorik des Erdgeistes in Faust I.
4. Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert die prägende Rolle der Alchemie für Goethes Faust-Dichtung und schlägt weiterführende literaturwissenschaftliche Analysen vor.
Goethe, Faust I, Alchemie, Aufklärung, Erdgeist, Mikrokosmos, Makrokosmos, Hermetik, Magia Naturalis, Allegorie, Symbolik, Kette der Wesen, Sturm und Drang, Erkenntnisstreben, Literaturwissenschaft
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Goethes alchemistischen Studien während seiner Jugendjahre auf die Konzeption und Symbolik der Szene ‚Nacht‘ im ersten Teil des Faust-Dramas.
Zentral sind die Alchemie im 18. Jahrhundert, die Mikrokosmos-Makrokosmos-Theorie, hermetische Traditionen sowie die literaturwissenschaftliche Analyse von Faust I.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie alchemistische Motivik die Gestaltung der Erdgeistbeschwörung beeinflusst hat und welche Rolle diese für Fausts Erkenntnisstreben spielt.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse in Verbindung mit einer ideengeschichtlichen Einordnung der alchemistischen und philosophischen Kontexte des 18. Jahrhunderts.
Der Hauptteil analysiert die Eingangsszene, die Bedeutung der Mikrokosmos-Makrokosmos-Korrelation, das Motiv der ‚Kette der Wesen‘ sowie die allegorische Interpretation des Erdgeistes.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Goethe, Faust I, Alchemie, Mikrokosmos/Makrokosmos und die allegorische Deutung des Erdgeistes charakterisieren.
Laut der Arbeit zielt die Magie (insbesondere die magia naturalis) darauf ab, das Geisterreich dienstbar zu machen und auf der Erde rationalistisch zu wirken, während die Mystik das Ziel verfolgt, die eigene Seele in das Geisterreich zu erheben.
Das Webstuhl-Motiv dient als Metapher für das Wirken des Erdgeistes. Die Arbeit arbeitet heraus, dass dieses Bild durch seine mechanische Komponente eine Brücke zwischen symbolischer und allegorischer Deutung schlägt.
Faust scheitert, weil er seine eigene Position als Ebenbild Gottes überschätzt und die Natur des Erdgeistes, der das Werden und Wirken repräsentiert, nicht durch ein bloßes Schauen oder theoretisches Wissen begreifen kann.
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