Bachelorarbeit, 2019
33 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Cyborgs und Gender
2.1 Cyborg- und Geschlechtsidentität
2.2 Geschlechterrepräsentation
3. Analyse und Vergleich
3.1 Führungspersönlichkeiten: Roy Batty und Niander Wallace
3.2 „More human than human.“ - Pleasure-Models: Pris und Mariette
3.3 Eiskalte Engel: Madam Joshi und Luv
3.4 Blade Runner: Rick Deckard und Officer KD 6 - 3.7
3.5 Nova: Rachael und Joi
3.6 Auswertung
4. Fazit
5. Medienverzeichnis
6. Literaturverzeichnis
6.1 Quellen:
6.2 Forschungsliteratur:
6.3 Internetquellen:
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Gender und Identität in den Filmen Blade Runner (1982) und Blade Runner 2049 (2017) vor dem Hintergrund dystopischer Gesellschaftsentwürfe. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern Genderkonzepte in dieser Welt für die Identitätsbildung der Figuren bedeutsam sind und ob die filmische Darstellung traditionelle heteronormative Muster bricht oder festigt.
3.1 Führungspersönlichkeiten: Roy Batty und Niander Wallace
Der Anführer der entflohenen Replikantinnen-Truppe in BLADE RUNNER nennt sich Roy Batty (Rudger Hauer). Roy betritt den Raum und sagt: „Sebastian. I like a man that stays put,“ und gibt Pris (Daryl Hannah) einen leidenschaftlichen Kuss. Von oben herabschauend wendet er sich an J.F. Sebastian (William Sanderson), um seine überlegene Position zu verdeutlichen und markiert direkt sein Territorium, indem er öffentlich präsentiert, dass Pris zu ihm gehört. Nicht nur die Heterosexualität, sondern auch die Heteronormativität seiner Figur wird durch diese Geste veranschaulicht. Durch Roy Battys Aussage wird eine binäre Rollenverteilung festgelegt und eine Hierarchie, in der Roy der Überlegene ist, etabliert. Durch diese Inszenierung soll direkt erkennbar sein, dass Roy ein starker Mann mit Führungsqualitäten ist, was in dieser Szene vor allem durch die Kontrastierung zu J.F. Sebastian sichtbar wird.
Dieser leidet an dem Methusalem-Syndrom und ist eine genetisch defekte, unsichere und unterwürfige Person. Roys Replikanten-Gender wird im Film vor allem durch die Darstellung seiner prägnanten Dominanz als männlich gekennzeichnet. Schon zu Beginn des Films wird er von Bryant (M. Emmet Walsh), dem Blade-Runner-Hauptmann des LAPD, als mächtiger Replikant vorgestellt: „NEXUS 6. Roy Batty. Combat model. Optimum self-sufficiency. Probably the leader.“ Ihm wird als einzigem von den sechs Androidinnen die optimale Autarkie zugesprochen. Außerdem wird er zugleich als der Anführer der Truppe identifiziert, obwohl Zhora (Joanna Cassidy) ebenfalls eine NEXUS 6 Kampfeinheit ist, die über dieselben Fähigkeiten verfügen sollte wie er. Da Bryant ein menschlicher Mann ist, dessen Denkstruktur den vorherrschenden heteronormativen Diskursen entspricht, zieht er diese Möglichkeit nicht in Betracht und kommentiert stattdessen ihr Äußeres auf chauvinistische Weise: „Talk about Beauty and the Beast. She‘s both.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Gender und Identität in den Blade Runner-Filmen ein, bettet sie in das Cyberpunk-Genre ein und formuliert die Leitfrage der Arbeit.
2. Cyborgs und Gender: Hier werden theoretische Grundlagen zu Cyborg-Identität, Geschlechterrepräsentation und Heteronormativität anhand von Theoretikerinnen wie Donna Haraway und Judith Butler dargelegt.
3. Analyse und Vergleich: Dieses Kapitel enthält die zentralen vergleichenden Figurenanalysen, unterteilt in thematische Pärchen von Charakteren beider Filme.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert das Spannungsfeld zwischen patriarchaler Unterdrückung und dekonstruktiven Momenten in den Genderdarstellungen.
5. Medienverzeichnis: Verzeichnis der in der Analyse verwendeten Filme.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen, Forschungsliteratur und Internetquellen.
Blade Runner, Blade Runner 2049, Gender, Identität, Cyborg, Heteronormativität, Feministische Filmtheorie, Replikanten, Künstliche Intelligenz, Machtstrukturen, Patriarchat, Doing Gender, Identitätskonstruktion, Science-Fiction, Geschlechterrepräsentation.
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Genderrollen und Identitätsbildungsprozessen in den Science-Fiction-Filmen Blade Runner und Blade Runner 2049.
Zentrale Themen sind die Rolle von Cyborgs als hybride Wesen, die Analyse patriarchaler Machtstrukturen, das Konzept der Heteronormativität und die Konstruiertheit von Identität in einer technologisch fortgeschrittenen Zukunft.
Das Hauptziel ist es zu ergründen, inwiefern Genderkonzepte in einer dystopischen Welt für die Identität von Individuen von Bedeutung sind und ob die filmischen Inszenierungen traditionelle Geschlechterbilder hinterfragen.
Die Arbeit nutzt eine komparative, auf der feministischen Filmtheorie basierende Figuren- und Szenenanalyse, ergänzt durch theoretische Konzepte von Donna Haraway, Judith Butler und Laura Mulvey.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Cyborgs und Gender sowie eine detaillierte, paarweise vergleichende Analyse der Filmfiguren, wie etwa Führungspersönlichkeiten, Pleasure-Models oder KI-Figuren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Cyborg, Identitätskonstruktion, Heteronormativität, Gender, Machtstrukturen und feministische Science-Fiction charakterisiert.
Während Deckard (aus dem ersten Film) den klassischen, offensiv-aggressiven Antihelden verkörpert, stellt K (aus dem Sequel) einen modernen, einfühlsameren Typus dar, dessen Handeln und Identität jedoch stark durch weibliche Figuren beeinflusst werden.
Joi wird als KI analysiert, die trotz fehlender physischer Biologie eine heteronormative Rolle einnimmt, was die sozio-kulturelle Konstruiertheit von Gender verdeutlicht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

