Bachelorarbeit, 2008
84 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Der Südafrikanische Krieg 1899-1902
2.1 Ursachen des Krieges
2.2 Die unterschiedlichen Phasen des Krieges
2.2.1 Erste Phase: Teilerfolge der Buren
2.2.2 Zweite Phase: Vordringen der britischen Armee
2.2.3 Dritte Phase: Guerillakrieg und Friedensschluss
3. Die Schwarze Bevölkerungsmehrheit und der Krieg
3.1 Die Rolle der Schwarzen in früheren bewaffneten Konflikten
3.2 Die Belagerung von Mafeking: Ein durch das Tagebuch Sol Plaatjes dokumentiertes Beispiel für die Beteiligung der Schwarzen am Südafrikanischen Krieg
3.2.1 Die Belagerung von Mafeking
3.2.2 Das Tagebuch Sol Plaatjes von Oktober 1899 bis März 1900
3.2.3 Mafeking am Ende der Belagerung und die Befreiung am 17.Mai 1900
3.3 Andere Beispiele der Beteiligung Schwarzer am Krieg
4. Die Wahrnehmung der Beteiligung der Schwarzen in der Geschichtsschreibung
5. Fazit- Die Schwarzen als doppelte Opfer des Krieges
Die Arbeit untersucht die bisher oft vernachlässigte oder geleugnete Beteiligung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit am Südafrikanischen Krieg (1899-1902). Ziel ist es, den Mythos eines reinen "Krieges zwischen Weißen" zu widerlegen und aufzuzeigen, wie die schwarze Bevölkerung von beiden Kriegsparteien instrumentalisiert wurde und massiv unter den Folgen zu leiden hatte.
Die Belagerung von Mafeking: Ein durch das Tagebuch Sol Plaatjes dokumentiertes Beispiel für die Beteiligung der Schwarzen am Südafrikanischen Krieg
Die Befreiung Mafekings nach einer 217 Tage dauernden Belagerung durch die Buren, von Oktober 1899 bis Mai 1900, erregte in Großbritannien großes Aufsehen und wurde überschwänglich gefeiert, die Erleichterung, dass der Großmacht eine weitere Demütigung durch die kleinen Burenrepubliken erspart geblieben war, war enorm. Mafeking wurde zu einem Symbol, eine Art Gegenpol zu den aus Sicht der Briten niederschmetternden Fehlern ihrer Truppen während der sogenannten „Black Week“ im Dezember 1899.
Eine solche Welle der patriotischen Begeisterung, ja Hysterie, war in der Britischen Geschichte ohne Beispiel und wurde auch später von den Feiern zum Ende des Ersten oder des Zweiten Weltkrieges an Ausmaß und Intensität nicht wieder erreicht.
Der Anteil der Schwarzen jedoch an der letztlich erfolgreichen Verteidigung der Stadt wurde wie deren ganze Beteiligung am Südafrikanischen Krieg so gut wie totgeschwiegen, auch vom Kommandanten Lord Baden-Powell, der gar behauptete, die Schwarzen wären gleich beim ersten Angriff weggelaufen, so dass er sich danach nicht mehr auf sie verlassen hätte können.
Tatsächlich jedoch waren Ende Januar 1900, in der Mitte der Belagerungszeit, annähernd 500 Schwarze unter Waffen an der Verteidigung der belagerten Stadt beteiligt. Während des Krieges starben über 2000 unter dem Kommando Baden-Powells stehende Schwarze in Mafeking, entweder von den Buren erschossen oder von Baden-Powell dem Hungertod preisgegeben.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Südafrikanischen Krieges und die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der schwarzen Bevölkerung.
2. Der Südafrikanische Krieg 1899-1902: Überblick über die Ursachen, den politischen Kontext und die drei Phasen des militärischen Konflikts.
3. Die Schwarze Bevölkerungsmehrheit und der Krieg: Detaillierte Untersuchung der militärischen und zivilen Rolle der Schwarzen, inklusive der Fallstudie zur Belagerung von Mafeking.
4. Die Wahrnehmung der Beteiligung der Schwarzen in der Geschichtsschreibung: Kritische Analyse darüber, wie der Beitrag der schwarzen Bevölkerung historisch verschwiegen oder verzerrt wurde.
5. Fazit- Die Schwarzen als doppelte Opfer des Krieges: Zusammenfassende Bewertung der Schwarzen als Hauptleidtragende des Krieges und der anschließenden politischen Entwicklungen.
Südafrikanischer Krieg, Burenkrieg, Sol Plaatje, Mafeking, Schwarze Bevölkerungsmehrheit, Kolonialismus, Baden-Powell, Apartheid, Widerstand, Konzentrationslager, Rassismus, Britisches Empire, Geschichte Südafrikas, politische Unterdrückung, Militärgeschichte
Die Arbeit analysiert die Beteiligung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit am Südafrikanischen Krieg 1899-1902 und hinterfragt das historische Narrativ, es habe sich um einen reinen "Krieg zwischen Weißen" gehandelt.
Zentrale Themen sind die militärische Rolle der Schwarzen, die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung, die Lebensbedingungen in Concentration Camps sowie die kritische Reflexion der Geschichtsschreibung.
Die Forschungsfrage lautet, welche Rolle die Schwarzen in diesem Krieg spielten und warum ihre Beteiligung lange Zeit in der Geschichtsschreibung totgeschwiegen oder verleugnet wurde.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und die Auswertung zeitgenössischer Quellen, allen voran das Tagebuch von Sol Plaatje, um ein realistisches Bild der Ereignisse zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen allgemeinen Überblick über den Krieg, eine detaillierte Fallstudie zur Belagerung von Mafeking sowie eine Untersuchung weiterer Beispiele für die Verwicklung der schwarzen Bevölkerung in den Konflikt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Südafrikanischer Krieg, Sol Plaatje, Mafeking, koloniale Unterdrückung, historische Verzerrung und die Rolle der schwarzen Bevölkerungsmehrheit.
Baden-Powell leugnete öffentlich den Beitrag der Schwarzen zur Verteidigung von Mafeking und behauptete sogar, sie hätten beim ersten Angriff die Flucht ergriffen, obwohl sie tatsächlich maßgeblich an der erfolgreichen Abwehr beteiligt waren.
Sie litten erst direkt unter den Kriegshandlungen und der Instrumentalisierung durch beide Seiten und wurden anschließend von den Briten im Stich gelassen, was die Festigung der weißen Vorherrschaft und den Weg in die spätere Apartheid begünstigte.
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