Examensarbeit, 2008
77 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Formen des Komischen
2.1 Vorbedingungen zur Beschreibung komischer Wirkung
2.2 Zur Theorie der Komik und des Witzes
2.3 Zur Theorie der Satire und der Parodie
3. Komik in der Kritik
3.1 Die Wichtigkeit der Nichtigkeiten
3.1.1 Humoristischer Realismus
3.2 Henscheids Romane in der Kritik
3.2.1 Die Tücken des komischen Genres
3.3 Das Lachen als genuines Laster des Komischen
4. Konstruktionsformen der Komik bei Eckard Henscheid
4.1 Authentizität
4.1.1 Erzählebenen
4.2. Erzählformen
4.2.1 Naivität
4.2.2 Subjektivismus
4.2.3 Erzählerische Beliebigkeit
4.2.3.1 Die Unverhältnismäßigkeit der erzählerischen Mittel
4.3 Inkongruitäten
4.3.1 Kontraste
4.4 Satire und Parodie
4.4.1 Satire
4.4.2 Parodie
4.5 Sprachwitz
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Romantrilogie des laufenden Schwachsinns von Eckard Henscheid, um die Mechanismen und die literarische Qualität seiner komischen Schreibweise zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, warum Henscheids Werke von der Literaturkritik oft verkannt werden und inwiefern der Einsatz spezifischer komischer Stilmittel und eine komplexe Textkonzeption über gängige Genremuster hinausgehen.
3.3 Das Lachen als genuines Laster des Komischen
[…] häufiges Lachen [gilt] als Zeichen eines Geistes, der sich allzuviel mit Nichtigkeiten aufhält und deshalb einem ‚Manne von Reflexion’ nicht ansteht. Jutzik beschreibt hier im Geiste Hegels ein zusätzliches Manko, das die komische Literatur in deren Akzeptanz behindert. Die verzerrte Mimik, das zu laute Geräusch, die unkontrollierten Zuckungen; es schickt sich im Kreise seriöser, niveauvoller Menschen nicht zu lachen. Warum es sich nicht schickt zu lachen, ist ein Phänomen, das sich aus den Charakteristika des Lachens ableiten lässt.
Das Lachen als physiologische Reaktion des Körpers besitzt nichts Stilvolles, nichts Erhabenes, keine Sittlichkeit. Im Volksmund sind Situationen des Lachens als ‚Lachsalven’ oder ‚Lachkrämpfe’ bekannt. Diese Lachanfälle sind affektive Reaktionen, die der bewussten Kontrolle des Menschen entgehen: Man beschließt nicht zu lachen, man muß lachen. Das Lachen bricht aus - und ein. Es bringt die körperliche Ordnung durcheinander. Es unterbricht ebenso Denkvorgänge, setzt Affekte wie auch moralische Urteile außer Kraft. Solches Durchbrechen von Ordnungen macht auch Lust: Chaoslust. Es gibt nichts, worüber nicht gelacht werden kann - das Lachen berührt das Höchste und Niederste im Menschen -, und es scheint keinen Affekt zu geben, mit dem sich das Lachen nicht verbinden könnte.
Das Lachen ist ein Bedürfnis nach Auflösung, nach Zerstörung der Konventionen, eine Methode um das lauernde Chaos hinter der Ordnung der Dinge freizulassen. Lachen signalisiert, dass der in Moral-, Gedanken- und Sozialordnungen verdrängte gemaßregelte Triebgrund stets anwesend ist.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die polarisierte Rezeption von Henscheids Trilogie und führt in die Fragestellung ein, ob Henscheids Werk lediglich komisch oder von höherer literarischer Qualität ist.
2. Formen des Komischen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe und Wirkmechanismen von Komik, Witz, Satire und Parodie theoretisch hergeleitet und definiert.
3. Komik in der Kritik: Hier werden die Gründe für die Fehlurteile der Literaturkritik untersucht, insbesondere das Missverständnis, Komik sei die Verneinung von Seriosität.
4. Konstruktionsformen der Komik bei Eckard Henscheid: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Stilmittel und strukturellen Besonderheiten der Trilogie, wie Authentizität, Naivität, Subjektivismus und Sprachwitz.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Henscheids Werke als komplexe künstlerische Komik anzusehen sind, die sich von zweckgebundener Genreliteratur abhebt.
Eckard Henscheid, Trilogie des laufenden Schwachsinns, Komik, Literaturkritik, Literarische Hochkomik, Satire, Parodie, Naivität, Ich-Erzähler, Sprachwitz, Inkongruität, Genreproblematik, Erzählformen, Authentizität, Frankfurter Schule
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Analyse der Romantrilogie von Eckard Henscheid und untersucht, wie Henscheid durch spezifische komische Verfahren künstlerische Qualität erzeugt und sich damit von trivialer Genreliteratur absetzt.
Zentrale Themen sind die Theorie der Komik, das Spannungsfeld zwischen Humor und literarischem Anspruch, die Problematik der literaturkritischen Rezeption komischer Texte sowie die Analyse spezifischer Erzähl- und Sprachstrukturen in Henscheids Werk.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Henscheids Komik kein bloßes Genreprodukt ist, sondern eine komplexe, handwerklich präzise geplante Textkonzeption darstellt, die den Leser kritisch fordert.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Primärtexten, der Anwendung komiktheoretischer Ansätze (u.a. Bergson, Freud, Gernhardt) und der Auswertung zeitgenössischer Literaturkritik basiert.
Im Hauptteil werden die konkreten Konstruktionsformen der Komik bei Henscheid – wie Authentizität, Erzählebenen, Naivität, Subjektivismus, Inkongruitäten und Sprachwitz – detailliert anhand von Textbeispielen analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie literarische Hochkomik, Genreablösung, Inkongruität, Diskursvermischung, Ich-Erzähler und die kritische Auseinandersetzung mit der literarischen Wertung komischer Literatur charakterisiert.
Die Arbeit führt dies auf ein tiefgreifendes Missverständnis der Literaturkritik zurück, die Komik fälschlicherweise als Gegensatz zu Ernst und Seriosität betrachtet und daher Schwierigkeiten hat, Henscheids Werk in den Kanon der Hochliteratur einzuordnen.
Der Ich-Erzähler fungiert als entscheidender Kontrastpunkt: Er reflektiert auf hohem intellektuellem Niveau, verstrickt sich jedoch gleichzeitig in banales, oft stumpfsinniges Geschehen, wodurch eine konstante Inkongruität entsteht, die das Lachen beim Leser auslöst.
Im Gegensatz zur klassischen Satire, die häufig ein positives Gegenbild anstrebt, verweigert Henscheid eine solche Eindeutigkeit. Er nutzt elliptische Erzählstrategien, um jede moralische Zielrichtung zu verwischen und stattdessen die Ambivalenz des Dargestellten zu betonen.
Der Begriff beschreibt eine Form der Komik, die sich von den zweckgerichteten Fesseln trivialer Genres befreit hat. Sie ist reich an Stilmitteln und Anspielungen und besitzt einen eigenständigen literarisch-ästhetischen Wert, der nicht zwingend auf eine Pointe zielt.
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