Magisterarbeit, 1994
104 Seiten, Note: 1
I. Einführung
II. Die Stadtdarstellung vom 18. Jahrhundert bis zur Moderne - ein motivgeschichtlicher Überblick
1. Frühformen der Großstadtdarstellung im Roman des 18. Jahrhunderts
2. Die realistische Stadtdarstellung im 19. Jahrhundert
3. Subjektivierung und Fragmentarisierung - die Großstadtdarstellung in der Moderne
III. Das zeitgenössische Bild der Stadt
1. Die Gestalt der heutigen Stadt
2. Das Leben in der zeitgenössischen Großstadt
3. Von der lesbaren Stadt zur opaken Zeichenstätte
4. Die zeitgenössische Literatur und die Großstadt - allgemeine Kennzeichen
IV. London und die London-Darstellung von der Nachkriegszeit bis in die sechziger Jahre
1. Die "reaction against experiment" - Die Großstadt im traditionell erzählten zeitgenössischen englischen Roman
2. Die Wiederaufnahme des experimentellen Erzählens
2.1 Die intertextuell bestimmte Großstadterfahrung - David Lodge, The British Museum is Falling Down (1969)
V. Die britische Megalopolis - Londons Weg in die Unübersichtlichkeit und Unwirtlichkeit
1. Die Großstadt zwischen Sein und Schein - Peter Ackroyd, The Great Fire of London (1982)
2. Die geheime Tiefenstruktur der Großstadt - Peter Ackroyd, Hawksmoor (1985)
3. Stadtgeschichte - und -geschichten - Michael Moorcock, Mother London (1988)
4. Die Großstadt im postmodernen historischen Roman - Lawrence Norfolk, Lemprière's Dictionary (1991)
VI. Schlußbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Großstadt London in ausgewählten Romanen der zeitgenössischen englischen Literatur, mit dem Ziel, die literarische Auseinandersetzung mit urbanen Räumen vor dem Hintergrund moderner und postmoderner Stadttheorien zu analysieren und deren wandelnde narrative Vermittlung aufzuzeigen.
Die geheime Tiefenstruktur der Großstadt - Peter Ackroyd, Hawksmoor (1985)
Angeregt durch Iain Sinclairs Gedichtband Lud Heat, in dem erstmals die pentagrammartige Anordnung von fünf Londoner Kirchen des historischen Architekten Hawksmoor angesprochen wird, macht Peter Ackroyd in seinem dritten Roman nach The Great Fire of London erneut die englische Hauptstadt zum bestimmenden Schauplatz.
Hawksmoor kann unter anderem als gelungene Illustration von Leslie Fiedlers bekannter Forderung nach der Überbrückung zwischen "hoher" Literatur und Unterhaltungsliteratur gesehen werden, da hier so unterschiedliche Gattungen wie Künstler- und historischer Roman, experimentelle self reflexive novel sowie zahlreiche Elemente aus der gothic fiction und der Detektivliteratur miteinander verknüpft werden. Alle der genannten Genres erhalten dadurch im einzelnen eine neue Dimension und zeigen zudem einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Stadtdarstellung.
In einem Interview mit der Times äußerte sich Ackroyd anläßlich des Erscheinens seines Buches dahingehend, daß ihn vor allem "the less salubrious areas of London", mit ihrem "air of dilapidated gloom" interessieren; und gemäß dieser Vorliebe und dem traditionell mysteriösen Charakters des East End in der englischen Literatur konzentriert sich auch in Hawksmoor die Handlung auf dieses Gebiet der Stadt. Das East End wirkt in diesem Roman als bewußte literarische Inszenierung, die nicht ausschließlich mimetisches Abbild sein will, was sich zum einen dahingehend äußert, daß die Stadtwirklichkeit zu einer Anzahl von metafiktionalen Reflexionen herangezogen wird. Zum anderen kommt in Hawksmoor einem städtischen Unterbewußtseins eine tragende Bedeutung zu, das von den Äußerlichkeiten einer zeitgenössischen Wirklichkeit überlagert wird.
I. Einführung: Es wird dargelegt, dass das literarische Bild der Stadt stets abhängig von der Autorenpersönlichkeit ist, wobei London als zentraler Schauplatz dient.
II. Die Stadtdarstellung vom 18. Jahrhundert bis zur Moderne - ein motivgeschichtlicher Überblick: Dieser Abschnitt zeichnet die Entwicklung vom bloßen topographischen Setting hin zur bewussten, subjektiven Wahrnehmung der Stadt nach.
III. Das zeitgenössische Bild der Stadt: Hier werden soziologische und semiotische Theorien zur heutigen "gestaltlosen" Stadt und deren Zeichenhaftigkeit diskutiert.
IV. London und die London-Darstellung von der Nachkriegszeit bis in die sechziger Jahre: Es folgt eine Analyse der Abkehr vom Modernismus zugunsten eines traditionellen Realismus, mit speziellem Fokus auf David Lodges Werk.
V. Die britische Megalopolis - Londons Weg in die Unübersichtlichkeit und Unwirtlichkeit: Die Untersuchung wendet sich den Romanen von Ackroyd, Moorcock und Norfolk zu, um die postmoderne Fiktionalisierung und Geschichtlichkeit Londons zu erörtern.
VI. Schlußbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die zeitgenössische Literatur London als einen Ort darstellt, der zwischen Realität und Fiktion oszilliert, jedoch seine eigene Physiognomie bewahrt.
Großstadtroman, London, Stadtdarstellung, Literatur der Postmoderne, Intertextualität, Stadtwahrnehmung, Fiktionalität, Stadtgeschichte, Unterbewusstsein, Zeichenhaftigkeit, Realismus, Urbanität, Narratologie, Peter Ackroyd, David Lodge.
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung Londons in zeitgenössischen englischen Romanen und untersucht, wie diese Texte die sich verändernde urbane Realität reflektieren.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Stadtbildes, die Verbindung von Fiktion und Wirklichkeit, die Rolle der Geschichte sowie die Wahrnehmung der Stadt als Zeichenstätte.
Das Ziel ist es, den Wandel in der literarischen Auseinandersetzung mit der Großstadt aufzuzeigen, insbesondere den Übergang von realistischen zu experimentellen und postmodernen Darstellungsformen.
Die Autorin nutzt eine motivgeschichtliche Analyse kombiniert mit literaturwissenschaftlichen Interpretationen einzelner Primärtexte unter Einbeziehung stadttheoretischer und soziologischer Konzepte.
Der Hauptteil analysiert chronologisch die Entwicklung der Stadtdarstellung vom 18. Jahrhundert bis zur Moderne, gefolgt von einer detaillierten Betrachtung spezifischer zeitgenössischer Autoren wie Lodge, Ackroyd, Moorcock und Norfolk.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Großstadtroman, London, Fiktionalität, Stadtgeschichte, Intertextualität und postmoderne Literatur.
Während Lodge die Stadt primär durch das subjektive, intertextuell geprägte Bewusstsein seines Protagonisten filtert, inszeniert Ackroyd die Stadt als eine komplexe, geschichtsträchtige Ebene, in der das Unterbewusste und die Tiefenstruktur Londons eine tragende Rolle spielen.
Der Begriff dient als Metapher für die Stadt, bei der die heutige Erscheinungsform die Spuren der Vergangenheit überlagert und eine lineare Lektüre erschwert, was die Komplexität zeitgenössischer Stadtdarstellungen verdeutlicht.
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