Masterarbeit, 2021
79 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Körperliche Aktivität
2.2 Körperliche Aktivität und Alter
2.3 Körperliche Aktivität und Generationsunterschiede
2.4 Körperliche Aktivität und Kapital
2.4.1 Habitus
2.4.2 Körperliche Aktivität und ökonomisches Kapital
2.4.3 Körperliche Aktivität und soziales Kapital
2.4.4 Körperliche Aktivität und kulturelles Kapital
2.4.5 Kapitalinteraktionen
2.5 Kapitaleinfluss und Generationszugehörigkeit
2.6 Forschungsfragen
3 Methodik
3.1 SHARE-Datensatz
3.2 Stichprobe
3.3 Variablen
3.4 Untersuchungsmethodik
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Ergebnisse
4.2 Regressionsanalyse
4.2.1 Moderate körperliche Aktivität im Alter
4.2.2 Intensive körperliche Aktivität im Alter
4.3 Kohortenvergleich
4.3.1 Kohortenspezifische Kapitaleinflüsse auf die mkA
4.3.2 Kohortenspezifische Kapitaleinflüsse auf die ikA
5 Diskussion
5.1 Altersübergreifende Kapitaleinflüsse auf die körperliche Aktivität
5.2 Kohortenspezifische Kapitaleinflüsse auf die körperliche Aktivität
5.3 Limitationen
5.4 Weiterführende Forschung
6 Fazit
Das primäre Ziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung der Faktoren, die die körperliche Aktivität in der zweiten Lebenshälfte fördern, wobei der bourdieusche Ansatz auf die verschiedenen Formen von Kapital (kulturell, ökonomisch, sozial) angewandt wird. Unter Berücksichtigung einer Kohortenstratifizierung soll ermittelt werden, wie diese Kapitalformen sowie deren Interaktionen die moderate und intensive körperliche Aktivität von Personen zwischen 50 und 89 Jahren beeinflussen.
2.4.1 Habitus
Bourdieu beschreibt den Habitus (im sozialwissenschaftlichen Kontext) als System von Dispositionen und der unbewussten Denk- Wahrnehmungs- und Handlungsschemata, welcher bei der Erzeugung aller Gedanken, Verhaltensweisen und Wahrnehmungen beteiligt ist. Folglich sind diese nicht gänzlich frei wählbar, unvorhersehbar und von spontaner Improvisation geprägt, sondern im Rahmen des eigenen Habitus entstanden. Verhaltensformen und Disposition sind daher sozusagen vom Habitus determiniert, bieten dem Individuum jedoch innerhalb dieser Grenzen sowie inhärenten Spielräume (Bourdieu, 1970; Weiß, 2009). Der Habitus strukturiert daher Handlungen, Dispositionen, Denkmuster etc. Zugleich behauptet Bourdieu, dass der Habitus Produkt objektiv vorhandener Rahmenbedingungen sowie unterschiedlich verfügbarer Ressourcen (Kapital) des Handelns sei (Bourdieu, 1989), sodass der Habitus auch als strukturiert angesehen werden kann. Es erfolgt demnach eine „Transformation von objektiven Strukturen in subjektive Dispositionen und damit zugleich von Haben (d.h. der Verfügung über Ressourcen) in Sein (von Präferenzen, Orientierungen)“ (Weiß, 2009, S. 32). Die Ambiguität des Begriffes Habitus ist dabei grundlegend in Bourdieus soziologischen Vorstellungen (Weiß, 2009). Daraus folgt, dass Kapital und Habitus tiefgreifend miteinander verbunden sind. Kapital strukturiert den Habitus, welcher wiederum für Denk- Wahrnehmungs- und Handlungsschemata verantwortlich ist.
Die „Habitusformierung“, wie Bourdieu die Sozialisation nennt, hat ihren Ursprung im schulischen, aber vor allem im familiären Kontext (Lenger et al., 2013). Ihr liegen „grundlegende und einverleibte Erfahrungen der Existenzbedingungen im Kindheitsalter zugrunde“ (Bourdieu, 1987, S. 101). Verhaltensweisen, Denkmuster etc. sind dementsprechend von den Verhältnissen im Kindesalter geprägt und bestimmen diese im Laufe des Lebens. Ergo wird auch das gesundheitliche Verhalten (im höheren Alter) davon mitbestimmt (Belloni et al., 2019).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der körperlichen Aktivität im Alter und Begründung der Relevanz unter Einbeziehung des bourdieuschen Ansatzes.
2 Theoretischer Hintergrund: Definition der zentralen Begriffe, Darstellung des bourdieuschen Kapitalmodells und Ableitung der Forschungsfragen.
3 Methodik: Beschreibung der Datengrundlage (SHARE), der Stichprobenauswahl, der operationalisierten Variablen und des angewandten statistischen Regressionsmodells.
4 Ergebnisse: Präsentation der deskriptiven Daten, der Regressionsanalysen für das Gesamtsample sowie des Kohortenvergleichs.
5 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Lichte der Theorie, Auseinandersetzung mit Limitationen der Untersuchung sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion über die Bedeutung der Kapitalformen für das Bewegungsverhalten im Alter.
Körperliche Aktivität, SHARE, Bourdieu, kulturelles Kapital, ökonomisches Kapital, soziales Kapital, Kapitalinteraktionen, Kohortenanalyse, Gesundheit im Alter, logistische Regression, Habitus, soziodemografische Faktoren, Bildungsniveau, Lebensstil, Bewegungsverhalten.
Die Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Formen des Kapitals – kulturell, ökonomisch und sozial – auf die körperliche Aktivität von Menschen in der zweiten Lebenshälfte.
Die zentralen Themenfelder sind Sportsoziologie, Altersforschung, soziale Ungleichheit sowie die Anwendung der Theorie von Pierre Bourdieu auf das Gesundheitsverhalten.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen den drei bourdieuschen Kapitalformen und körperlicher Aktivität zu analysieren und dabei zu untersuchen, wie sich diese Einflüsse zwischen verschiedenen Alterskohorten unterscheiden.
Es wird eine quantitative Analyse mittels binär logistischer Regression auf Basis des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) Datensatzes durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung des Kapitalbegriffs und der körperlichen Aktivität, die methodische Vorgehensweise, die deskriptive Datenanalyse sowie die Regressionsergebnisse, inklusive eines Kohortenvergleichs.
Die wichtigsten Begriffe sind körperliche Aktivität, SHARE, Bourdieu, Kapitalformen (kulturell, ökonomisch, sozial), Kapitalinteraktionen und Kohortenanalyse.
Die Stratifizierung ermöglicht es, heterogene Einflüsse innerhalb der Altersgruppe (50–89 Jahre) besser abzubilden und zu prüfen, ob sich die Wirkung des Kapitals über die Lebensspanne hinweg verändert.
Kapitalinteraktionen bezeichnen die gegenseitige Beeinflussung der Kapitalformen; so kann beispielsweise ökonomisches Kapital dazu beitragen, den Zugang zu kulturellem Kapital (Bildung) oder sozialem Netzwerk zu erleichtern, was wiederum die körperliche Aktivität beeinflussen kann.
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