Masterarbeit, 2016
97 Seiten, Note: 5
1 EINLEITUNG
2 QUELLENKRITIK
3 HISTORISCHER ÜBERBLICK
3.1 Konsolidierung des eidgenössischen Bündnisses
3.1.1 Friedensschluss von Einsiedeln
3.1.2 Ewige Richtung
3.1.3 Burgunderkriege
3.1.4 Stanser Verkommnis
3.2 Eidgenossenschaft als Teil des Heiligen Römischen Reiches
3.2.1 Reichsreform
3.2.2 Schwabenkrieg
3.3 Eidgenössische Grossmachtpolitik
3.3.1 Ennetbirgische Feldzüge
3.3.2 Schirmherrschaft über Mailand
3.3.3 Schlacht von Marignano
3.3.4 Ewiger Frieden und Soldbündnis
3.4 Reformation
3.4.1 Kappeler Kriege
3.4.2 Eroberung der Waadt
3.4.3 Augsburger Reichsreligionsfrieden
4 NEUTRALITÄT IN DER SCHWEIZ
4.1 Weg zur Neutralität
4.2 Öffentlichkeit
4.3 Resonanz in Schweizer Medien und Politik
4.3.1 Grossmachtpolitik und Neutralität
4.3.2 Mythos oder Wahrheit
4.3.3 Historisch-politischer Konflikt
5 SCHLUSSTEIL
Die Arbeit untersucht die Grossmachtpolitik der alten Eidgenossenschaft sowie die historischen Ursprünge der Schweizer Neutralität, wobei insbesondere der Einfluss der Burgunderkriege und der Schlacht von Marignano im Fokus stehen. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Ereignisse geschichtlich korrekt als Wendepunkte wahrgenommen werden und wie sie heute medial und politisch als Mythen für aktuelle Zwecke instrumentalisiert werden.
3.1.3 Burgunderkriege
Lange ging man davon aus, dass der französische König Ludwig XI. einen grossen Anteil an der Ewigen Richtung hatte und die Politik zur Verbrüderung der Eidgenossenschaft und Habsburg vehement verfolgte, da dies für ihn eine ideale Lösung für sein Problem mit dem Herzogtum Burgund darstellte. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Eidgenossenschaft, und hier vor allem Bern, die treibenden Kräfte hinter der antiburgundischen Politik waren. Bern, das mehrheitlich eine gegen Westen gerichtete Expansion verfolgte, also gegen die savoyischen Gebiete der Waadt, welche auch von den Burgundern ins Auge gefasst wurden, übernahm hier eine Rolle als Aggressor, da Karl der Kühne plötzlich in ihrer Einflusssphäre auftauchte. So ist es nicht verwunderlich, dass die Berner 1474 im Namen der Eidgenossenschaft dem Burgunderherzog den Krieg erklärten. Natürlich war das soeben geschlossene Bündnis mit der habsburgischen Linie Österreich-Tirol von grosser Bedeutung. Obwohl die Eidgenossen überzeugt waren, dass sie für das Heilige Römische Reich und als Teil dessen gegen das Herzogtum Burgund kämpften, blieb Kaiser Friedrich III. der Eidgenossenschaft gegenüber skeptisch. Die Eidgenossen, allen voran die Berner, versäumten nicht zu betonen, dass sie einen Krieg für die deutsche Nation gegen seine welschen, also romanischsprachigen, Feinde führten. Sogar wurden die Burgunder mit den Türken verglichen und die Eidgenossen somit zu Heilsbringer und Beschützer des Reichs vor einem feindlichen, äusseren Eindringling erkoren. Dennoch war die Eidgenossenschaft bemüht, der Welt ein Bild aufzuzeigen, das sie nicht ins Zentrum des Krieges rückte und sie nur als Mitstreiter und nicht Verursacher des Konfliktes zeigte.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der eidgenössischen Grossmachtpolitik und der Entstehung der Neutralität im Kontext historischer Ereignisse sowie deren moderner politischer Mythenbildung.
2 QUELLENKRITIK: Dieser Abschnitt erläutert die verwendete Literatur, von Sekundärliteratur über historische Standardwerke bis hin zu zeitgenössischen Zeitungsbeiträgen und deren Subjektivität.
3 HISTORISCHER ÜBERBLICK: Das Kapitel bietet einen chronologischen Abriss der eidgenössischen Geschichte, von der Festigung des Bundes über die Burgunderkriege bis hin zur Reformation.
4 NEUTRALITÄT IN DER SCHWEIZ: Hier wird der Prozess der Neutralitätswerdung beleuchtet, inklusive der Rolle der Öffentlichkeit und wie Mythen in Medien und Politik für aktuelle Diskurse genutzt werden.
5 SCHLUSSTEIL: Das Schlusskapitel reflektiert die Ergebnisse und stellt fest, dass die Neutralität nicht direkt aus der Niederlage von Marignano hervorging, sondern ein Resultat langfristiger innenpolitischer Umstände war.
Eidgenossenschaft, Neutralität, Grossmachtpolitik, Marignano, Burgunderkriege, Mythenbildung, Schweizer Geschichte, Öffentlichkeit, Reislaufen, Soldwesen, Politik, Historiographie, Nationalkonservatismus, Reformation, Bündnispolitik.
Die Arbeit untersucht die Expansionspolitik der alten Eidgenossenschaft und analysiert, wie diese mit dem Entstehen der Neutralität verknüpft wird und wie dieser historische Prozess heute politisch gedeutet wird.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Eidgenossenschaft vom 15. bis 16. Jahrhundert, die Theorie der Öffentlichkeit, sowie die Analyse der medialen Aufarbeitung historischer Ereignisse.
Das Ziel ist es, hinter den Mythos zu gelangen, der Marignano als definitiven Beginn der Schweizer Neutralität und als Ende der Grossmachtpolitik darstellt, und die Rolle dieses Mythos als politisches Instrument zu beleuchten.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Sekundärliteratur und zeitgenössischen Quellen sowie auf eine Untersuchung der Medienberichterstattung zur historischen Debatte.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick über zentrale Bündnisse und Kriege sowie einen analytischen Teil zur Entwicklung der Neutralität und der Rolle der Medien in der Geschichtsdebatte.
Die Arbeit wird massgeblich durch Begriffe wie Eidgenossenschaft, Neutralität, Grossmachtpolitik, Mythos und politische Instrumentalisierung von Geschichte geprägt.
Die Arbeit betrachtet Marignano nicht als den unmittelbaren Beginn der Neutralität, sondern als schwere militärische Niederlage, deren Deutung als neutraler Anfang erst wesentlich später konstruiert wurde.
Medien und politische Akteure nutzen historische Themen, um Identität zu stiften und politische Ansichten zu untermauern, wodurch Fakten zugunsten einer spannenderen oder nützlicheren Mythenbildung in den Hintergrund treten können.
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