Bachelorarbeit, 2008
46 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Arbeit
2 Kultur
2.1 Begriffliche Herleitung und Erläuterungen
2.2 Kulturtheorien
3 Das Kulturmodell nach Geert Hofstede
3.1 Machtdistanz
3.2 Unsicherheitsvermeidung
3.3 Individualismus versus Kollektivismus
3.4 Femininität versus Maskulinität
3.5 Lang- oder kurzfristige Ausrichtung
4 Bedeutung von Interkulturalität für Lehren und Lernen
4.1 Interkulturelle Kompetenz
4.2 Bedeutung von Hofstedes Modell für Lehren und Lernen
5 Kritik und Würdigung der Arbeit von Hofstede
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie das Kulturmodell von Geert Hofstede dazu beitragen kann, interkulturelle Herausforderungen im Unterricht an Berufsbildenden Schulen zu bewältigen und die berufliche Handlungskompetenz der Lernenden zu fördern.
3.1 Machtdistanz
Ungleichheit im Zusammenleben wird sichtbar durch das Bestehen von verschiedenen sozialen Schichten, Klassen und Milieus, in denen die Menschen mit ähnlichen sozioökonomischen Lagen und Herkünften zusammengefasst werden. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von Karl Marx das Klassenkonzept zu einer soziologischen Grundkategorie (vgl. Geißler 2006, S. 93 ff.). Daher arbeiten Soziologen und Sozialstrukturforscher mit dem Begriff der Machtdistanz, um die Beziehung zwischen Beherrschten und Herrschenden zu charakterisieren. Hofstede hat den Begriff für eine seiner fünf Kulturdimensionen übernommen, um einen internationalen Vergleich anzustreben (vgl. Hofstede 2006, S. 62). Machtdistanz kann definiert werden als das Ausmaß, bis zu welchem die weniger mächtigen Mitglieder von Institutionen bzw. Organisationen eines Landes erwarten und akzeptieren, dass Macht ungleich verteilt ist (vgl. Hofstede 2006, S. 59).
Der Beschreibung von Machtdistanz liegt also das Wertesystem der weniger mächtigen Mitglieder einer Gesellschaft zugrunde. Die Art und Weise, wie Macht verteilt ist, wird normalerweise aus dem Verhalten der mächtigen Mitglieder heraus erklärt, also aus der Sicht derer, die führen, bestimmen und entscheiden und nicht aus Sicht derer, die geführt werden und die Entscheidungen anderer akzeptieren und tragen müssen (vgl. Hofstede 2006, S. 59 ff.). Hierarchieebenen, die in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben allgegenwärtig sind, haben also einen großen Einfluss auf die menschlichen Umgangsformen. Das ganze Verhalten im Sinne von Auftreten, Benehmen, Lebensstil und Sprache des Menschen, in der Soziologie auch als Habitus bezeichnet, ist ein Spiegel von Machtbalancen (vgl. Nettelmann 2001). Vor allem bei der Betrachtung von Machtdistanz spielt die Erziehung eine übergeordnete Rolle. Alle Menschen empfangen ihre kulturellen Eigenschaften umgehend nach ihrer Geburt von ihrer Respektsperson, in dessen Gegenwart sie aufwachsen.
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende kulturelle Vielfalt an Berufsbildenden Schulen und die daraus resultierende Notwendigkeit, Hofstedes Kulturmodell zur Verbesserung der Lehre heranzuziehen.
2 Kultur: Erläutert den Begriff der Kultur als mentales Programmierungssystem und stellt ergänzende Kulturtheorien vor.
3 Das Kulturmodell nach Geert Hofstede: Analysiert detailliert die fünf Dimensionen (Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus/Kollektivismus, Maskulinität/Femininität, Lang-/Kurzzeitorientierung) und deren Bedeutung für das Lernen.
4 Bedeutung von Interkulturalität für Lehren und Lernen: Diskutiert die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz als Ziel der beruflichen Sozialisation und die Anwendbarkeit von Hofstedes Modell.
5 Kritik und Würdigung der Arbeit von Hofstede: Reflektiert die wissenschaftliche Relevanz und die Grenzen des Modells kritisch.
6 Fazit: Plädiert für die Integration des Modells in die Curricula der Berufsbildung zur Verbesserung interkultureller Lernprozesse.
Geert Hofstede, Kulturdimensionen, Berufsbildung, Interkulturelle Kompetenz, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus, Kollektivismus, Maskulinität, Femininität, Langzeitorientierung, Kurzzeitorientierung, Berufliche Sozialisation, Unternehmenskultur, Kulturwandel.
Die Arbeit untersucht das Kulturmodell von Geert Hofstede und analysiert dessen Relevanz und Anwendungsmöglichkeiten für den Bereich Lehren und Lernen an Berufsbildenden Schulen.
Die zentralen Felder umfassen den Kulturbegriff, die fünf Kulturdimensionen nach Hofstede, interkulturelle Kommunikation und die Förderung von Handlungskompetenz in einer globalisierten Arbeitswelt.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Verständnis kultureller Unterschiede Lehrende dabei unterstützen kann, Bildungsprozesse für Lernende mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen erfolgreicher zu gestalten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zu den Themen Kulturwissenschaft, Soziologie und Berufs- bzw. Wirtschaftspädagogik unter Einbeziehung des empirischen Modells von Hofstede.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Erläuterung der fünf Kulturdimensionen und deren jeweiligen Auswirkungen auf schulische Lernsituationen, Erziehungsverhalten und Leistungsbewertung.
Kernbegriffe sind Kulturdimensionen, Interkulturelle Kompetenz, Berufsbildung, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung sowie das Spannungsfeld zwischen Individualismus und Kollektivismus.
Das Modell erklärt, dass je nach Ausprägung der Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung in einer Kultur unterschiedliche Erwartungen an Lehrkräfte als Experten oder Moderatoren gestellt werden.
Der Kulturwandel, etwa durch technologische Entwicklung oder Bildungsexpansion, zeigt, dass kulturelle Prägungen nicht statisch sind und sich auch in Deutschland durch veränderte Geschlechterrollen oder Bildungsansprüche dynamisch weiterentwickeln.
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