Bachelorarbeit, 2018
82 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Relevanz psychischer Erkrankungen in Deutschland
1.2 Psychische Gesundheit von Ärzten
1.3 Psychische Gesundheit von Studierenden
1.3.1 Psychische Gesundheit Studierender allgemein
1.3.2 Psychische Gesundheit Medizinstudierender
2 Theorie
2.1 Das kognitiv-transaktionale Stressmodell nach Lazarus
2.1.1 Zentrale Grundannahmen
2.1.2 Das Copingkonzept und zentrale Weiterentwicklungen
2.2 Paradigmenwechsel: Von der Pathogenese zur Salutogenese
2.3 Freizeitverhalten als protektiver Faktor
2.3.1 Modell zum Zusammenhang zwischen Freizeitverhalten und Gesundheit
2.3.2 Hierarchisches Modell der freizeitgeförderten Stressbewältigung
2.4 Bisherige Forschung zu drei Bereichen von Freizeitaktivitäten
2.5 Fragestellungen
3 Methoden
3.1 Durchführung der Untersuchung
3.2 Beschreibung der Untersuchungsinstrumente
3.2.1 Kurzform des Brief Symptom Inventory (BSI-18)
3.2.2 Freizeitverhalten
3.3 Beschreibung der Stichprobe
3.4 Datenauswertung
3.5 Poweranalyse
4 Ergebnisse
4.1 Entwicklung der psychischen Belastung Medizinstudierender im Studienverlauf
4.2 Entwicklung des Freizeitverhaltens Medizinstudierender im Studienverlauf
4.2.1 Qualitative Aspekte des Freizeitverhaltens
4.2.2 Quantitative Aspekte des Freizeitverhaltens
4.3 Zusammenhang zwischen Freizeitverhalten und psychischer Belastung
4.3.1 Zusammenhang auf quantitativer Ebene
4.3.2 Zusammenhang auf qualitativer Ebene
4.3.3 Untersuchung qualitativer Aspekte des Freizeitverhaltens auf Unterschiede in der psychischen Belastung
5 Diskussion
5.1 Limitationen und Implikationen
5.2 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die längsschnittliche Entwicklung der psychischen Belastung sowie des Freizeitverhaltens bei Medizinstudierenden über die ersten drei Semester hinweg. Ein zentrales Ziel ist es dabei, zu analysieren, ob Freizeitverhalten als protektiver Faktor für die psychische Gesundheit fungieren kann, um so einen Beitrag zur Prävention psychischer Beeinträchtigungen in dieser Risikogruppe zu leisten.
2.1.1 Zentrale Grundannahmen
Da Lazarus’ Stressmodell den theoretischen Rahmen für spätere Ausführungen der Salutogenese (s. Abschn. 2.2) bildet, wird das Modell im Folgenden näher beschrieben. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass es sich um eine stark verkürzte und unvollständige Darstellung der Stresstheorie handelt.
Der Kern des transaktionalen Ansatzes besteht darin, dass Stress dadurch zustande kommt, dass die vorhandenen Ressourcen eines Menschen bei bestimmten Anforderungen der Situation nicht ausreichen oder gar fehlen. Die Entstehung von Stress hängt demnach von der Wechselwirkung, der Transaktion, situativer und persönlicher Faktoren ab (Pfleging & Gerhardt, 2013). Personenspezifische Ressourcen und situationsspezifische Anforderungen werden miteinander verglichen und bilden – bei einem misslichen Verhältnis – den Ausgangspunkt für Stress. Demzufolge ist ein Stresszustand weniger auf die objektive Situation als vielmehr auf die kognitiven Bewertungsprozesse der Person über die Situation zurückzuführen (Frost & Mierke, 2013).
Im Zusammenhang mit dem subjektiven Bewertungsprozess werden zwei grundlegende Prozesse unterschieden. Bei der primären Stressbewertung (primary appraisal) wird die Situation hinsichtlich der persönlichen Stressrelevanz eingeschätzt. Je nachdem, inwiefern die Situation subjektiv bedeutsam für das eigene Wohlbefinden ist, wird die Situation als unwichtig, wohltuend oder stressig bewertet. Wird die Situation in der primären Bewertung als stressig empfunden, so werden im Rahmen einer sekundären Bewertung (secondary appraisal) die verfügbaren Bewältigungsmöglichkeiten eingeschätzt. Im Anschluss an die Einschätzung der verfügbaren Bewältigungsmechanismen erfolgt ein Abgleich dieser mit den Anforderungen der Situation. Wenn die situativen Anforderungen die eigenen Handlungsressourcen übersteigen, entsteht Stress (Kimball & Freysinger, 2003; Pfleging & Gerhardt, 2013; Tautphäus, 2015; Ulrich, 2014)
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die hohe Relevanz psychischer Erkrankungen dar und identifiziert Medizinstudierende als eine besondere Risikogruppe, für die die Untersuchung protektiver Faktoren wie Freizeitverhalten notwendig ist.
2 Theorie: Hier werden das kognitiv-transaktionale Stressmodell nach Lazarus und das Konzept der Salutogenese sowie Modelle zur freizeitgeförderten Stressbewältigung theoretisch fundiert und die Forschungsfragen abgeleitet.
3 Methoden: Das Kapitel beschreibt das Studiendesign, die längsschnittliche Stichprobe von 110 Medizinstudierenden, die eingesetzten Messinstrumente wie das BSI-18 sowie die statistischen Auswertungsverfahren.
4 Ergebnisse: Es werden die empirischen Befunde zur Zunahme psychischer Belastung im ersten Studienjahr sowie die Analyse des Freizeitverhaltens und dessen fehlenden direkten Zusammenhangs mit der psychischen Belastung präsentiert.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch hinsichtlich der Methodik (z.B. Erhebungszeitpunkte) reflektiert und Implikationen für die psychologische Beratung von Studierenden sowie für zukünftige Forschung abgeleitet.
Medizinstudierende, psychische Belastung, Freizeitverhalten, Stressbewältigung, Salutogenese, BSI-18, Längsschnittstudie, protektive Faktoren, Coping, psychische Gesundheit, Studienverlauf, Hobbies, Sport, Politik, Ehrenamt.
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Gesundheit von Medizinstudierenden und der Frage, ob deren Freizeitverhalten dazu beitragen kann, Stress im Studium besser zu bewältigen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung psychischer Belastung, der Analyse von Freizeitverhalten als Ressource und der Anwendung salutogenetischer Modelle auf den Studienalltag.
Das Ziel ist die längsschnittliche Untersuchung der Entwicklung psychischer Belastung bei Medizinstudierenden sowie die Prüfung, ob Freizeitverhalten als protektiver Faktor für die psychische Gesundheit wirkt.
Es handelt sich um eine quantitative Längsschnittanalyse, bei der Daten von 110 Medizinstudierenden über drei Semester mittels Fragebögen (u.a. BSI-18) erhoben und statistisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Stressmodelle, eine detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise und eine umfassende Darstellung der Ergebnisse zur psychischen Entwicklung und zum Freizeitverhalten.
Die wichtigsten Begriffe sind Medizinstudierende, psychische Belastung, Freizeitverhalten, Stressbewältigung, Salutogenese und protektive Faktoren.
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Anstieg der Belastung im ersten Studienjahr, was teilweise durch methodische Aspekte, wie die ungünstigen Erhebungszeitpunkte kurz vor Prüfungsphasen, sowie die hohe Belastung durch das anstehende Physikum erklärt wird.
Auf quantitativer Ebene ließen sich keine signifikanten Zusammenhänge finden, jedoch zeigte sich, dass die subjektive Zufriedenheit mit der Menge der Hobbies einen signifikanten Einfluss auf die psychische Gesundheit hat.
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