Diplomarbeit, 2014
57 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Material und Methoden
2.1 Invasivppe Arten
2.2 Untersuchungsorganismus
2.3 Untersuchungsgebiet
2.4 Feldaufnahme
2.4.1 Versuchsaufbau
2.4.2 Statistische Auswertung
2.5 Laborexperiment
3 Ergebnisse
3.1 Habitatansprüche
3.2 Verbreitungsgebiet
3.3 Aggressionstests
4 Diskussion
4.1 Feldaufnahme
4.2 Aggressionstests
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht ökologische Ansprüche und die Dominanz der invasiven Ameisenart Lasius neglectus in der Hansestadt Rostock, um das Verständnis für deren erfolgreiche Ausbreitung in urbanen Lebensräumen zu vertiefen und die Konkurrenzfähigkeit gegenüber einheimischen Arten zu klären.
1 Einleitung
Neben den Auswirkungen des Klimawandels und der direkten Lebensraumzerstörung durch den Menschen, stellen biologische Invasionen eines der größten Probleme im Naturschutz dar (u.a. Lodge 1993; Lowe et al. 2000; Böhmer 2008; Simberloff et al. 2013). Sie bedrohen die biologische Vielfalt, den ungestörten Ablauf natürlicher Dynamiken, stellen neue Herausforderungen an den Schutz natürlicher Ressourcen und haben zudem auch sozial und ökonomisch negative Folgen (u.a. Holway et al. 1998; Klingenstein et al. 2005; Bernal und Espadaler 2013). Trotz der Kenntnis dieser Probleme sind die Informationen zu den Zusammenhängen und Organismen oft nur lückenhaft vorhanden. Die komplexen Beziehungen, die oft unklaren Vektoren und die zeitliche Differenz zwischen Einschleppung und Erkennung erschweren den Informationsgewinn und damit auch das Ergreifen von Gegenmaßnahmen (Crooks 2005). Um weitere anthropogene Ausbreitung von Organismen zu verhindern und die Folgen bereits geschehener Verschleppungen einzudämmen, ist es wichtig, neben den Prinzipien der Ausbreitung auch die Ökologie von Tieren und Pflanzen in ihrer neuen Umgebung zu verstehen.
Sind oft invasive Säugetier- oder Pflanzenarten in Presse und Medien präsent, stellt gerade die Einführung von Insekten und in gesteigertem Maße von sozialen Insekten ein großes und zum Teil unbeachtetes Problem dar (Holway et al. 1998). So befinden sich unter den 100 weltweit schlimmsten invasiven Arten 14 Insektenarten, davon sieben mit einer sozialen, staatenbildenden Lebensweise und davon fünf Ameisenarten (Lowe et al. 2000). Ameisen als ein Taxon mit ausgeprägter Eusozialität haben einen massiven Einfluss auf Ökosysteme. Sie stellen einen signifikanten Anteil der Biomasse, haben eine Vielzahl von Funktionen und beherrschen nahezu alle Lebensräume (u.a. Hölldobler und Wilson 1995; Folgarait 1998). Kaum eine andere Art kommt gegen die gut organisierten und individuenreichen Ameisenstaaten an. So sind ihre größten Feinde oft Ameisen selbst. Dabei sorgen nicht nur artfremde Kolonien, sondern auch oder besonders arteigene Völker für eine Begrenzung des Wachstums einer Ameisenkolonie. Fehlt dieser Kontrollfaktor, kann dies zu sehr großen Individuenzahlen, vor allem bei polygynen Arten, führen (u.a. Holway et al. 1998; Tsutsui et al. 2000).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Problematik biologischer Invasionen und leitet in die ökologische Relevanz der invasiven Ameisenart Lasius neglectus ein.
2 Material und Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt die Feldaufnahmen zur Erfassung der Ameisenfauna und das Laborexperiment zur Untersuchung des Aggressionsverhaltens zwischen den Arten.
3 Ergebnisse: Es werden die Erkenntnisse über Habitatansprüche, die Ausbreitungsrate der Kolonien sowie die Resultate der durchgeführten Aggressionstests detailliert dargestellt.
4 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert und auf ihre ökologische Bedeutung hin bewertet, insbesondere im Hinblick auf Konkurrenzvorteile von Lasius neglectus gegenüber einheimischen Ameisen.
5 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Untersuchung werden resümiert, wobei die hohe Anpassungsfähigkeit von Lasius neglectus an urbane Räume und ihre Dominanz durch Individuenzahlen hervorgehoben werden.
Lasius neglectus, invasive Arten, Biologische Invasionen, Ameisen, Superkolonien, ökologische Ansprüche, Dominanz, Aggressionsverhalten, urbane Habitate, Rostock, Konkurrenz, Biodiversität, Ausbreitungsgeschwindigkeit, Neobiota, Ökologie.
Die Arbeit untersucht die ökologischen Besonderheiten und die Ausbreitungsstrategien der invasiven Ameisenart Lasius neglectus, speziell in der urbanen Umgebung von Rostock.
Die zentralen Felder sind die Habitatpräferenzen der Art, deren Ausbreitungsgeschwindigkeit in bereits besiedelten Gebieten sowie die Analyse ihres Aggressionsverhaltens im direkten Vergleich zu heimischen Arten.
Ziel ist es zu klären, warum Lasius neglectus so erfolgreich andere Ameisenarten verdrängen kann und ob dies auf überlegene Aggressivität oder andere Faktoren wie hohe Individuenzahlen zurückzuführen ist.
Es wurden Freilanduntersuchungen mittels Köder-Sampling zur Bestimmung ökologischer Parameter sowie standardisierte Laborexperimente zur Verhaltensanalyse bei Aufeinandertreffen verschiedener Arten durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung der Feld- und Laborversuche, die Auswertung der erhobenen Daten zu Habitatansprüchen und Verbreitung sowie die statistische Analyse des Aggressionsverhaltens.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Lasius neglectus, Superkolonien, invasive Arten, urbane Ökologie und intraspezifische Konkurrenz.
Der Botanische Garten dient als zweites spezifisches Untersuchungsgebiet (Gebiet B), in dem die Ausbreitung der Art seit ihrer Erstbeschreibung 2008 detailliert verfolgt werden konnte.
Die Arbeit zeigt, dass die Dominanz nicht auf einer individuellen Kampfstärke beruht – hier unterliegt Lasius neglectus oft – sondern primär aus der enormen Individuendichte innerhalb ihrer Superkolonien resultiert.
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