Masterarbeit, 2008
87 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Begriff und Entwicklung der Mitarbeiterbefragung
2.2 Formen, Zweck und Ziele von Mitarbeiterbefragungen
2.3 Juristische Rahmenbedingungen
2.4 Ablauf einer Mitarbeiterbefragung
2.4.1 Planung
2.4.2 Durchführung
2.4.3 Datenauswertung
2.4.4 Ergebnisdarstellung
2.5 Begriffsbestimmung Folgeprozesse
2.6 Folgeprozesse einer Mitarbeiterbefragung
2.6.1 Veränderungen durch das Instrument
2.6.2 Organisationsentwicklungsprozesse
2.6.3 MAB-Workshops
2.6.4 Aktionsmanagement
2.6.5 Prozessevaluation
2.7 Mögliche Widerstände und deren Überwindung
3 Forschungsfrage
4 Methoden
4.1 Untersuchungsdesign
4.2 Stichprobe
4.3 Durchführung der quantitativen Dokumentenanalyse
4.3.1 Erhebungsmethode
4.3.2 Erhebungsinstrumente
4.3.3 Nutzbare Datenbasis
4.4 Durchführung der qualitativen Untersuchung
4.4.1 Erhebungsmethode
4.4.2 Kurzfragebogen und Interviewleitfaden
4.4.3 Auswahl der Interviewpartner
4.4.4 Vorbereitung und Durchführung der Interviews
4.4.5 Datenaufbereitung und Auswertung
4.4.6 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayering
5 Ergebnisse
5.1 Die Dokumentenanalyse relevanter Veröffentlichungen
5.1.1 Ableitung der Problemkategorien
5.1.2 Ergebnisse innerhalb der Problembereiche
5.2 Ableitung der Arbeitshypothesen für die Untersuchung
5.3 Ergebnisse der Untersuchung mit Interview
5.3.1 Verbreitung und Vorkenntnisse zur MAB
5.3.2 Ergebnisse innerhalb der Problembereiche
5.3.3 Ergebnisse zur MAB allgemein
5.4 Überprüfung Arbeitshypothesen mit Interviewergebnissen
5.5 Maßnahmenbündelung nach Problemkategorie
6 Diskussion der Ergebnisse
7 Zusammenfassung und Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit und die initiierten Folgeprozesse von Mitarbeiterbefragungen (MAB) im zeitlichen sowie branchenübergreifenden Vergleich. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob sich Muster in den Befragungsergebnissen sowie in den daraus abgeleiteten Maßnahmen über die letzten 30 Jahre verändert haben und ob branchenspezifische Unterschiede zwischen Industrie und Dienstleistung existieren.
2.1 Begriff und Entwicklung der Mitarbeiterbefragung
Der Begriff ‚Mitarbeiterbefragung’ (MAB) beschreibt in sich schon, in welche Richtung dieses Instrument zielt, jedoch ist für eine intensivere Auseinandersetzung mit diesem Thema eine weitere Konkretisierung notwendig. Die MAB wird auch als Maßnahme zeitgemäßer und partizipativer Führung und Zusammenarbeit zur Gewinnung repräsentativer und valider Daten zu verschiedenen Themen in Organisationen bezeichnet, wobei ‚Betriebsumfragen’, ‚soziologische Betriebsuntersuchungen’ oder ‚innerbetriebliche Einstellungsuntersuchung’ synonyme Begriffe dazu sind (Domsch/Siemers, 1995, S. 40). Dieses erfolgt unter Zuhilfenahme standardisierter und abgesicherter Methoden, wobei sich der Fokus von reinen Meinungs- und Einstellungsumfragen in Richtung methodische Unternehmensentwicklung verschiebt (Borg, 2000, S. 16) und die Folgeprozesse zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Bereits 1880 wurde die Mitarbeiterbefragung von Karl Marx genutzt, um damit eine „... genaue, zuverlässige Kenntnis der Bedingungen [...] unter welchen die Arbeiterklasse [...] arbeitet“ zu erlangen und so „aller Welt zu zeigen, wie es um euch bestellt ist“ (zitiert nach Pauli, 1992), wobei es sich hier noch um sozialwissenschaftliche Forschung mit politischer Absicht handelte (Borg, 2002, S. 9). Dieser Fokus änderte sich im Laufe der Entwicklung und in den 1950er Jahren wurde die Thematik Arbeitszufriedenheit noch relativ undifferenziert gemessen, da diese nur mit einer einzigen Frage als eine Art mentale Durchschnittsbewertung zu den Zufriedenheiten mit verschiedenen Aspekten der Arbeit ermittelt wurde (Borg, 2002, S. 9). In den folgenden 1960er und 1970er Jahren wurde die Zufriedenheit intensiver erforscht und das Thema ‚Betriebsklima’ hinzugenommen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Mitarbeiterbefragung in einem global wettbewerbsintensiven Marktumfeld ein und definiert das Ziel der Arbeit, Folgeprozesse des Instruments branchen- und zeitübergreifend zu untersuchen.
2 Theorie: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und die methodischen Grundlagen der Mitarbeiterbefragung sowie den Ablauf von Planung bis hin zur Evaluation.
3 Forschungsfrage: Hier wird das Ziel formuliert, MAB-Ergebnisse und abgeleitete Maßnahmen über 30 Jahre hinweg sowie über verschiedene Wirtschaftssektoren zu vergleichen.
4 Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt das gewählte Untersuchungsdesign, welches eine Kombination aus quantitativer Dokumentenanalyse und qualitativer Interviewführung nutzt.
5 Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Dokumentenanalyse und der durchgeführten Experteninterviews vorgestellt, kategorisiert und in Bezug auf die Arbeitshypothesen ausgewertet.
6 Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel interpretiert die erhobenen Daten, vergleicht sie mit bestehender Literatur und leitet Handlungsempfehlungen für ein proaktives Personalmanagement ab.
7 Zusammenfassung und Schlussbemerkung: Der abschließende Teil fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, MAB in einen kontinuierlichen Organisationsentwicklungsprozess einzubetten.
Mitarbeiterbefragung, MAB, Organisationsentwicklung, Folgeprozesse, Mitarbeiterpartizipation, Arbeitszufriedenheit, Dokumentenanalyse, Experteninterview, Führungskräfteentwicklung, Kommunikation, Unternehmensstrategie, Personalführung, Benchmarking, Change Management, empirische Sozialforschung.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Mitarbeiterbefragungen und insbesondere mit der Frage, wie Unternehmen die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Folgeprozesse umsetzen, um Organisationsentwicklungen anzustoßen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die fünf Problemkategorien: Arbeit/Arbeitsmittel, Kommunikation/Information, Führung, Weiterbildung/Perspektive sowie Entgelt/Sozialleistungen.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob sich die Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen und die darauf folgenden Maßnahmen in den letzten 30 Jahren gewandelt haben und ob branchenspezifische Unterschiede zwischen Industrie und Dienstleistungssektor bestehen.
Der Autor nutzt ein kombiniertes Vorgehen: Zunächst erfolgt eine quantitative Dokumentenanalyse veröffentlichter MAB-Studien (1976-2004), gefolgt von einer qualitativen Untersuchung mittels themenzentrierter Interviews mit acht Personalverantwortlichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der MAB-Prozesse, eine detaillierte Auswertung der Dokumentenanalyse und die Gegenüberstellung mit den qualitativen Interviewergebnissen zur Überprüfung von fünf Arbeitshypothesen.
Zentrale Begriffe sind Mitarbeiterbefragung, Organisationsentwicklung, Partizipation, Folgeprozesse und empirische Untersuchung.
Die Studie zeigt, dass Kommunikation/Information in ca. 92% der untersuchten Befragungen als zentraler Kritikpunkt identifiziert wurde, was die hohe Relevanz für den Erfolg des gesamten Instruments unterstreicht.
Der Autor betont, dass eine MAB ohne konsequente Umsetzung von Maßnahmen („no action taken“) als Alibi-Veranstaltung wahrgenommen wird und bei künftigen Befragungen zu Vertrauensverlust und sinkenden Rücklaufquoten führt.
Mehrheitlich wird das Instrument als für große und mittlere Unternehmen geeignet angesehen, während in sehr kleinen Einheiten informelle Gespräche als ausreichend oder sogar effizienter wahrgenommen werden.
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