Bachelorarbeit, 2019
34 Seiten, Note: 1,0
1 Die Relevanz des liberalen Paternalismus im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge in den USA
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1 Liberaler Paternalismus
2.1.1 Entstehung und Einordnung in die Verhaltensökonomie
2.1.2 Die Grundidee des liberalen Paternalismus
2.1.3 Nudges
2.1.4 Verhaltensanomalien
2.2 Wohlfahrtsökonomie
2.2.1 Begriffliche Abgrenzung des individuellen Wohlergehens
2.2.2 Individuelles Wohlergehen im Kontext der Wohlfahrtsökonomie
2.3 Altersvorsorge in den USA
2.3.1 Individuelle Altersvorsorge
2.3.2 Gesetzliche Altersvorsorge
2.3.3 Betriebliche Altersvorsorge
3 Der liberale Paternalismus im Untersuchungskontext der betrieblichen Altersvorsorge in den USA
3.1 Anwendung von Standardvorgaben
3.1.1 Save More Tomorrow
3.1.2 Vereinfachungsnudge
3.2 Anwendung von Pflichtentscheidungen
4 Bewertung des liberalen Paternalismus in der betrieblichen Altersvorsorge in den USA
4.1 Pareto-Kriterium
4.2 Kaldor-Hicks-Kriterium
4.3 Kritische Würdigung des liberalen Paternalismus
5 Konsequenzen und Handlungsempfehlungen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, inwieweit der liberale Paternalismus – insbesondere durch Maßnahmen wie die automatische Beitrittsregelung – im Kontext der betrieblichen Altersvorsorge in den USA dazu beitragen kann, das individuelle Wohlergehen der Arbeitnehmer zu steigern.
2.1.2 Die Grundidee des liberalen Paternalismus
Der Rechtswissenschaftler Cass R. Sunstein und der US-amerikanische Verhaltensökonom und Nobelpreisgewinner Richard Thaler gelten als die beiden Vorreiter des liberalen Paternalismus. Sie haben diesen das erste Mal im Jahr 2003 in einem Artikel des American Economic Review, eine der renommiertesten volkswirtschaftlichen Fachzeitschriften in den Vereinigten Staaten, veröffentlicht (Thaler und Sunstein 2003a). Im gleichen Jahr wurde das Konzept des liberalen Paternalismus von Sunstein und Thaler im University of Chicago Law Review erweitert und präzisiert (Thaler und Sunstein 2003b).
Im Allgemeinen bezeichnet Paternalismus das Bestreben eine andere Person oder Personengruppe zu bevormunden. Direkte Eingriffe in die Entscheidungsfreiheit des Individuums seitens des Staates oder einer anderen Autorität werden als paternalistisch bezeichnet (Kirchgässner 2014, S. 4).
Der liberale Paternalismus ist eine Bewegung, die auf dem Menschenbild der Verhaltensökonomie basiert und davon ausgeht, dass der Mensch eine von privater oder institutioneller Seite benötigte paternalistische Hilfestellung benötigt, um die individuelle Wohlfahrt zu steigern (Thaler und Sunstein 2003a). Die Besonderheit des liberalen Paternalismus besteht darin, dass dem Individuum alle Entscheidungsmöglichkeiten weiterhin offenstehen sollen. In Abgrenzung zu harten paternalistischen Maßnahmen, wie Sanktionen oder Verboten, werden die Auswahlmöglichkeiten nicht eingeschränkt, sondern bleiben vollständig erhalten. Der liberale Paternalismus hat also den Anspruch die Entscheidungsfreiheit des Individuums zu erhalten oder sogar noch zu vergrößern.
Nach THALER UND SUNSTEIN (2009) besteht die konkrete Verwirklichung des liberalen Paternalismus in der Existenz von Entscheidungsarchitekten, die zum einen versuchen die Vorlieben der Menschen zu identifizieren und zum anderen die Individuen mithilfe von Nudges in die von ihnen propagierte richtige Richtung zu lenken. Entscheidungen sollen also so beeinflusst werden, dass sich das Leben der Individuen verbessert.
1 Die Relevanz des liberalen Paternalismus im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge in den USA: Einleitung in die Problematik niedriger Sparquoten in den USA und Vorstellung des liberalen Paternalismus als möglichen Lösungsansatz.
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen: Erläuterung der theoretischen Basis, umfassend die Verhaltensökonomie, Wohlfahrtsökonomie sowie die drei Säulen der Altersvorsorge in den USA.
3 Der liberale Paternalismus im Untersuchungskontext der betrieblichen Altersvorsorge in den USA: Konkrete Anwendung von Nudges wie automatische Beitrittsregelungen, das "Save More Tomorrow"-Programm und Pflichtentscheidungen in US-Unternehmen.
4 Bewertung des liberalen Paternalismus in der betrieblichen Altersvorsorge in den USA: Wissenschaftliche Analyse der Maßnahmen mittels Pareto- und Kaldor-Hicks-Kriterien sowie eine kritische Würdigung des Konzepts.
5 Konsequenzen und Handlungsempfehlungen: Zusammenführende Diskussion der Analyseergebnisse ohne eindeutige Empfehlung, unter Berücksichtigung der Komplexität von wohlfahrtsökonomischen Bewertungskriterien.
6 Fazit: Zusammenfassende Schlussbetrachtung zur Wirksamkeit des liberalen Paternalismus als Instrument zur Steigerung des individuellen Wohlergehens im Rentensystem.
Liberaler Paternalismus, Verhaltensökonomie, Altersvorsorge, USA, Nudge, Wohlfahrtsökonomie, Pareto-Kriterium, Kaldor-Hicks-Kriterium, Standardvorgaben, Pflichtentscheidung, Betriebliche Altersvorsorge, Entscheidungsarchitektur, Homo Oeconomicus, Individuelles Wohlergehen, Sparquote
Die Arbeit untersucht das Konzept des liberalen Paternalismus als ökonomischen Ansatz, um das Sparverhalten von Arbeitnehmern in den USA im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge durch sanfte Anstöße (Nudges) positiv zu beeinflussen.
Zentrale Themen sind die Verhaltensökonomie, die Wohlfahrtstheorie sowie die Analyse spezifischer politischer und betrieblicher Instrumente wie automatische Beitrittsregelungen und deren Auswirkungen auf das individuelle Wohlergehen.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit der liberale Paternalismus im Kontext der US-amerikanischen Altersvorsorge seinem Anspruch gerecht werden kann, das individuelle Wohlergehen der Arbeitnehmer zu steigern.
Es wird eine wohlfahrtsökonomische Analyse durchgeführt, wobei insbesondere das Pareto-Kriterium und das Kaldor-Hicks-Kriterium angewendet werden, um die Auswirkungen der Maßnahmen zu bewerten.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung, der Anwendung von Nudges im amerikanischen Kontext und der anschließenden kritischen wohlfahrtsökonomischen Bewertung dieser Maßnahmen.
Wichtige Begriffe sind Liberaler Paternalismus, Nudge, Altersvorsorge, USA, Verhaltensökonomie und Wohlfahrtsökonomie.
Das Pareto-Kriterium gilt als nicht erfüllt, da die Einführung der automatischen Beitrittsregelung zwar Gewinner generiert, aber auch Arbeitnehmer existieren, deren individuelles Wohlergehen durch die Maßnahme sinkt (z.B. durch Transaktionskosten bei Abmeldung).
Das Kaldor-Hicks-Kriterium deutet darauf hin, dass die Maßnahme als wohlfahrtssteigernd angesehen werden kann, sofern die Gewinner der Regelung die Verlierer theoretisch kompensieren könnten und ein Netto-Gewinn verbleibt.
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