Wissenschaftlicher Aufsatz, 2007
5 Seiten
Du sollst dir (k)ein Bildnis machen!
Zum 80. Geburtstag der Malerin Eleonore Frey-Hanken (1927-1975)
Die vorliegende Arbeit würdigt das künstlerische Schaffen der Malerin Eleonore Frey-Hanken anlässlich ihres 80. Geburtstages und untersucht die psychologische Tiefe sowie die expressive Ausdruckskraft ihrer Porträtmalerei vor dem Hintergrund ihres bewegten Lebenslaufs.
Die Arbeitsweise und der künstlerische Ansatz
Ganz unterschiedliche Charaktere, Junge, Alte, Männer und Frauen, Mondäne und ganz einfache Menschen waren für sie bildwürdig. Ihnen allen ist eines gemeinsam: ihre ungeheure Präsenz. Frey-Hanken nimmt die Personen häufig frontal auf. Eingespannt in die Bildfläche rücken die Dargestellten dem Betrachter sehr nah und wahren doch Distanz, bewahren ihre persönliche Integrität. In temperamentvoller „prima vista“-Malerei erfasst die Künstlerin ihr jeweiliges Gegenüber.
Von den irritierenden, ungewöhnlichen Sitzungen berichteten verschiedene Zeitzeugen; eine Atmosphäre höchster Anspannung herrschte, in der die Künstlerin sichtbar, ja hörbar, um den ihr richtig erscheinenden Zugang zum Modell rang. Das konnte Stunden dauern, in denen kein Pinsel, kein Zeichenstift angerührt wurde. „Wenn ich einen Menschen malen will, dann, dann muß ich die Augen schließen, dann muß ich die Farbe finden, die zu ihm gehört...“, berichtete Susanne Carwin in einem Artikel , der im Oktober 1959 in der Deutschen Zeitung erschien.
Wenn das feststand, wuchs das Porträt oft in Windeseile, eruptiv. Die Malerin kam durchweg mit einer knappen Palette aus – meist beschränkte sie sich auf ein, zwei Farbklänge, in denen sie Figur und Hintergrund gleichermaßen anlegte. Sie modellierte Gesicht und Figur kaum. Mit wenigen, sicheren Pinselstrichen fixierte sie Gesichtsausdruck und Körperhaltung – „kompromißlos wie die Natur“, wie Otto Grossmann in einem unveröffentlichen Manuskript einst treffend formulierte.
Du sollst dir (k)ein Bildnis machen!: Eine biografische Einleitung, die den Lebensweg der Künstlerin von der Kindheit in Oldenburg über ihre Ausbildung bis zu ihrem tragischen Freitod nachzeichnet.
Zum 80. Geburtstag der Malerin Eleonore Frey-Hanken (1927-1975): Dieser Teil analysiert den künstlerischen Stil, den Umgang mit zeitgenössischen Strömungen und die Bedeutung ihres Werkes als psychologische Porträtmalerei.
Eleonore Frey-Hanken, Porträtmalerei, Expressiver Realismus, Kunstgeschichte, Psychogramm, Seelenlandschaften, Nachkriegskunst, Malerei, Künstlerbiografie, Bildnis, künstlerische Integrität, 20. Jahrhundert, Kunstkritik.
Die Publikation befasst sich mit dem Leben und Werk der Malerin Eleonore Frey-Hanken und beleuchtet deren Bedeutung als eigenständige, expressive Porträtmalerin im 20. Jahrhundert.
Im Zentrum stehen die Biografie der Künstlerin, ihr spezifischer künstlerischer Ansatz in der Porträtmalerei, ihre Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunstszene und die psychologische Tiefe ihrer Werke.
Das Ziel ist eine Würdigung ihres künstlerischen Erbes anlässlich ihres 80. Geburtstages und die Einordnung ihrer unzeitgemäßen, gegenständlichen Arbeitsweise in den Kontext ihrer Zeit.
Die Arbeit nutzt eine biografisch-analytische Methode, die historische Fakten, zeitgenössische Kritiken und die formale Untersuchung der Gemälde kombiniert.
Der Hauptteil behandelt den künstlerischen Werdegang, den intensiven Schaffensprozess bei der Porträtierung ihrer Modelle sowie die öffentliche Wahrnehmung und kritische Einordnung ihrer Kunst.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wahrhaftigkeit, expressive Intensität, psychologische Durchdringung, künstlerische Autonomie und der Fokus auf das menschliche Porträt charakterisiert.
Die Künstlerin legte großen Wert auf die psychologische Wahrheit hinter dem Antlitz, wobei sie das Modell als Ausgangspunkt für ein tiefgründiges "Psychogramm" nutzte.
Trotz der Dominanz abstrakter Trends wie Informel oder Pop Art hielt sie unbeirrt an der gegenständlichen Malerei fest, was ihr Werk aus der zeitgenössischen Mode heraushob.
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