Masterarbeit, 2021
99 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Pierre Bourdieu
2.1 Kapitalbegriff nach Bourdieu
2.1.1 Ökonomisches Kapital
2.1.2 Kulturelles Kapital
2.1.3 Soziales Kapital
2.2 Habitusbegriff
2.3 Sozialer Raum
3 Das Schulsystem in der Bundesrepublik Deutschland
3.1 Institutionelle Diskriminierung
3.2 HauptschülerInnen
4 „Brennpunktschulen“
4.1 Begriffliche Annäherung
4.2 Bildung in sogenannten „Brennpunktvierteln“
5 Intersektionalitätsansatz
5.1 Begriffliche Annäherung
5.2 Differenzkategorien und „Doing Difference“
5.2.1 „Doing Gender“
5.2.2 „Doing Race“ bzw. „Doing Ethnicity“
5.2.3 „Doing Class“
5.2.4 „Doing Difference“
6 Stand der wissenschaftlichen Forschung
6.1 Forschungsstand bezüglich sogenannter Brennpunktschulen
6.2 Intersektionalitätsforschung
7 Methodologische Herangehensweise
7.1 Wissenschaftliche Methoden zur Erkenntnisgewinnung
7.2 Qualitative Forschung
7.3 Forschungsfragen
7.4 Methode der Datenerhebung
7.5 Forschungsfeld und Zielgruppe
7.6 Transkription und Auswertungsmethode
8 Interviewanalyse
8.1 Bewusstsein über die negative Bewertung der Hauptschule
8.2 Ambivalenz der Gefühle gegenüber des eigenen Stadtteils
8.3 Erfahrungen mit verschiedenen Differenzkategorien
8.4 Bedeutung der sozialen Unterscheidungen
9 Zusammenfassung und Fazit
10 Reflexion des Forschungsprozesses
11 Literaturverzeichnis
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Lebenswelten von HauptschülerInnen in sogenannten „Brennpunktschulen“ in Nordrhein-Westfalen zu untersuchen und dabei aufzuzeigen, wie diese Jugendlichen mit Prozessen sozialer Unterscheidung im schulischen und gesellschaftlichen Alltag umgehen.
8.1 Bewusstsein über die negative Bewertung der Hauptschule
Im Interview wurde Fidan* danach gefragt, was ihm als Erstes durch den Sinn kommt, wenn er das Wort „Hauptschule“ hört-
I: wenn du dieses wort hörst=hauptschule, was ist so das erste was dir in den sinn kommt?
T: das ding ist, wenn man hauptschule hört denkt man "ach die sind eh schlecht, die haben eh nicht diese (1) wie REALschüler, die sind nicht schlau, die sind alle kanaken" so (1) "scheiß auf die, die sind eh nicht schlau, die werden eh nix erreichen". und fertig [...]. (Fidan*, Z. 101-107).
In diesem Abschnitt wird deutlich, dass für Fidan* mit dem Begriff „Hauptschule“ viel Negatives verbunden wird. Er macht auf die Unterlegenheit gegenüber anderen Schulformen wie zum Beispiel der Realschule aufmerksam und stellt aus seiner Perspektive fest, dass die HauptschülerInnen nicht „so schlau sind“ wie RealschülerInnen. Zudem bringt der Befragte den Aspekt der Nationalität mit in die Antwort, da es auf der Hauptschule mehr SchülerInnen mit nicht-deutscher Herkunft geben soll als auf anderen Schulformen, welches anscheinend das negative Ansehen von Hauptschulen in der Gesellschaft verstärkt. Auf Fidans* Antwort wirkt es so, als würde er das sagen, was viele Mitglieder der Gesellschaft auf diese Frage antworten würden. In seinen Augen erscheint es, als würde die Mehrheit der Bevölkerung denken, dass HauptschülerInnen „eh nix erreichen werden“, weshalb es zur Herabsetzung aller SchülerInnen kommt, die eine Hauptschule besuchen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der sozialen Exklusion und Bildungsbenachteiligung ein und begründet das Forschungsinteresse an HauptschülerInnen in „Brennpunktschulen“.
2 Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel erläutert die zentralen theoretischen Begriffe Kapital, Habitus und sozialer Raum, um die ungleiche Verteilung von Chancen im Bildungssystem zu analysieren.
3 Das Schulsystem in der Bundesrepublik Deutschland: Hier wird das selektive deutsche Schulwesen sowie die damit verbundene institutionelle Diskriminierung von Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen thematisiert.
4 „Brennpunktschulen“: Es erfolgt eine begriffliche Annäherung an den „Brennpunkt“-Diskurs und die spezifischen Bedingungen für Bildung in marginalisierten Stadtteilen.
5 Intersektionalitätsansatz: Dieses Kapitel stellt das theoretische Rahmenwerk zur Analyse multipler Diskriminierungsformen und der Konstruktion von Differenz („Doing Difference“) vor.
6 Stand der wissenschaftlichen Forschung: Es wird ein Überblick über bestehende Erkenntnisse zur Situation an sogenannten Brennpunktschulen sowie zum Forschungsstand der Intersektionalität in Deutschland gegeben.
7 Methodologische Herangehensweise: Die Arbeit begründet die Wahl qualitativer Forschungsmethoden und detailliert das Vorgehen bei der Datenerhebung und Auswertung.
8 Interviewanalyse: Dieser Hauptteil präsentiert die Auswertung der geführten Interviews und untersucht die Wahrnehmungen und Erfahrungen der SchülerInnen.
9 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Bedeutung der sozialen Unterscheidungsprozesse für die Lebenswelt der HauptschülerInnen.
10 Reflexion des Forschungsprozesses: Hier werden die methodischen Entscheidungen kritisch reflektiert und die Anwendung des Intersektionalitätsansatzes in der Praxis bewertet.
11 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und Internetverweise der Arbeit.
Hauptschule, Brennpunktschule, Intersektionalität, Pierre Bourdieu, Kapital, Soziale Ungleichheit, Diskriminierung, Doing Difference, Qualitative Forschung, Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Habitus, Bildungsaufstieg, Soziale Segregation, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit untersucht die Lebenswelten und Erfahrungen von HauptschülerInnen an sogenannten „Brennpunktschulen“ in Nordrhein-Westfalen unter Berücksichtigung sozialer und bildungsrelevanter Ungleichheiten.
Die zentralen Themen sind soziale Ungleichheit, Diskriminierungserfahrungen, die Bedeutung von Bildungsabschlüssen und die Auswirkungen von Zuschreibungen auf das Selbstbild der Jugendlichen.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie HauptschülerInnen ihre eigene Situation sowie ihr Umfeld wahrnehmen und welchen Einfluss gesellschaftliche Kategorisierungen auf ihren Alltag und ihre Zukunftsgestaltung haben.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews, die nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert auf Basis der Interviews die Bewusstseinsbildung der SchülerInnen hinsichtlich des negativen Rufs ihrer Schulform, ihre Ambivalenz gegenüber ihrem Wohnort sowie ihre Erfahrungen mit Differenzkategorien.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Intersektionalität, Bourdieu'sche Kapitaltheorie, institutionelle Diskriminierung, Segregation und „Doing Difference“.
Die SchülerInnen nehmen eine starke soziale Abwertung ihrer Schulform durch die Gesellschaft wahr, was dazu führt, dass sie sich selbst häufig als „unterlegen“ gegenüber Realschülern oder Gymnasiasten klassifizieren.
Die SchülerInnen zeigen ein ambivalentes Verhältnis zu ihrem Stadtteil; einerseits schätzen sie das soziale Miteinander, andererseits erleben sie ihren Wohnort als stigmatisiert und gefährlich, weshalb sie sich für ihre Zukunft oft ein Leben außerhalb dieser Umgebung wünschen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

