Fachbuch, 2007
349 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
I. Einführung
II. Grundlagen für eine praktische Reiseethik
1. Begriffsdefinition
1.1. Was ist Tourismus?
1.2. Was ist ein Tourist?
1.3. "Dritte Welt" oder "Entwicklungsländer"
2. Die historische Entwicklung des Tourismus
2.1. Die Anfänge des Reisens aus Neugierde
2.2. Die "Grand Tour" der Herrensöhne
2.3. Aristokraten als Pioniere des modernen Tourismus
2.4. Sozialrechtliche, wirtschaftliche und technische Neuerungen als Voraussetzung für Massentourismus
2.5. Der Durchbruch des Ferntourismus
2.6. Aktuelle Trends: Der Post- oder Hybridtourismus
2.7. Der internationale Tourismus in Zahlen
3. Ferntourismus in Destinationen der Dritten Welt
3.1. Dimensionen des Dritte-Welt-Tourismus
3.2. Formen der Dritte-Welt-Tourismus
3.2.1. "SSS"-Tourismus
3.2.2. Besichtigungstourismus
3.2.3. All-inclusive-Tourismus
3.2.4. Kreuzfahrttourismus
3.2.5. Golftourismus
3.2.6. Kindersextourismus
3.2.7. Ökotourismus
3.2.7.1. Definitionen für Ökotourismus
3.2.7.2. Dimensionen des Ökotourismus
3.2.7.3. Besondere Probleme durch Ökotourismus
3.2.7.4. Spezialform Ethnotourismus
3.2.7.5. Beurteilung des Ökotourismus
4. Spezifische Probleme des Dritte-Welt-Tourismus
4.1. Ökologische Auswirkungen
4.1.1. Verkehr - der schmutzige Weg ins Paradies
4.1.1.1. Flugverkehr
4.1.1.2. Autoverkehr
4.1.2. Naturverbrauch für Infrastrukturmaßnahmen
4.1.3. Ressourcenverbrauch
4.1.4. Abfallbelastung
4.1.5. Gefährdung der Artenvielfalt
4.1.6. Tourismus als Umwelt-Retter?
4.2. Ökonomische Auswirkungen
4.2.1. Sickerquoten
4.2.2. Wirtschaftliche Abhängigkeit durch touristische Monokultur
4.2.3. Verschärfung sozialer Ungerechtigkeit
4.2.4. Verdrängung traditioneller Arbeitsformen
4.3. Soziokulturelle Auswirkungen
4.3.1. Konfliktpotentiale in der Begegnung zweier Welten
4.3.2. Die unterschiedlichen Lebenssituationen
4.3.3. Die unterschiedlichen Beziehungsauffassungen
4.3.4. Die tendenzielle Sittenlosigkeit der Touristen
4.3.5. Soziokultureller Wandel
4.3.6. Identitätsverlust
4.3.7. Folklorisierung
4.4. Politische Auswirkungen
4.4.1. Politische Stabilität statt Demokratie
4.4.2. Menschenrechtsverletzungen
4.4.3. Mittelbare Tourismusverbrechen: Vertreibungen
4.4.4. Unmittelbare Tourismusverbrechen: Zoo- und Sextourismus
5. Tourismuskritik
5.1. Anfänge der Tourismuskritik
5.2. Die wichtigsten Phasen der modernen Tourismuskritik
5.2.1. Die elitäre Tourismuskritik
5.2.2. Die ideologische Tourismuskritik
5.2.3. Die ökologische Tourismuskritik
5.2.4. Die antikolonialistische Tourismuskritik
5.2.5. Die emanzipatorische Tourismuskritik
5.3. Kritik an den Kritikern
5.4. Neue Orientierungen der Tourismuskritiker
5.4.1. Etablierungserscheinungen
5.4.2. Ausstehende Korrekturen
6. Faktische Rahmenbedingungen des DW-Tourismus
6.1. Politische, wirtschaftliche, soziale Rahmenbedingungen in den Entsenderländern
6.2. Rahmenbedingungen des Veranstaltermarktes
6.3. Internationale Rahmenbedingungen des Ferntourismus
6.3.1. Die Globalisierung der Reiseindustrie und ihre Folgen
6.3.1.1. Der Veranstaltermarkt
6.3.1.2. Der Flugmarkt
6.3.1.3. Der Hotelmarkt
6.3.1.4. Destinationenkonkurrenz
6.3.2. Internationale Tourismuspolitik
6.3.2.1. Die Akteure
6.3.2.2. Maßnahmen für einen nachhaltigen Tourismus
6.3.2.3. Kontraproduktive Maßnahmen: die GATS
6.3.2.4. Kritik
6.4. Nationale Rahmenbedingungen in Entwicklungsländern
6.5. Lokale Rahmenbedingungen in Entwicklungsländern
7. Die individuellen Adressaten für eine praktische Reiseethik
7.1. Der Stoff, aus dem Touristen sind
7.2. Strukturelemente der Reisegruppensituation
7.3. Exkurs: Bildungstourismus und Völkerverständigung
7.4. Der europäische Reiseleiter
7.5. Lokale Reiseleiter
8. Theoretische Grundlagen für eine Ethik des Tourismus
8.1. Theorie der Ethik
8.2. Ethik im Zeitalter der Globalisierung
8.3. Egoismus versus Altruismus
8.4. Tourismusverknüpfte ethische Materien
8.4.1. Wirtschaftsethik
8.4.2. Umweltethik und ihre zentralen Positionen
8.4.3. Ethik des Naturschutzes
8.4.4. Ethik der Armutsbekämpfung
8.5. Theorie der praktische Ethik
9. Anforderungen an eine praktische Reiseethik für Touristen
9.1. Bedingungen für die Praktikabilität des Leitfadens
9.2. Rahmenbedingungen für aride Zonen
9.3. Die Prinzipien für ethisch verantwortungsvolles Reisen
III. Praktische Reiseethik
1. Vor der Reise
2. Während der Reise: Rücksichtnahme
3. Nach der Reise
IV. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vertretbarkeit von Ferntourismus, insbesondere in Entwicklungsländern, und entwickelt eine praktische Reiseethik, die Touristen und Reiseleiter zu verantwortungsvollem Verhalten anleiten soll.
1. Persönlicher Zugang
Mit Siebzehn brach ich erstmals alleine, nur mit einem Rücksack und einem alternativen Reiseführer bewaffnet, in die Fremde auf, um in der Ägäis das "Inselhüpfen" zu wagen. Allerdings befand ich mich damals nicht nur in Gegenwart zahlreicher mitteleuropäischer Touristen, sondern auch noch immer innerhalb der Europäischen Union. Wenige Jahre später ließ ich mich zu einer Reise in die algerische Sahara inspirieren, die mein Vater als Student Anfang der 60er-Jahre unternommen hatte. So verließ ich im Feber 1989 per Bahn, Fähre und Autostop erstmals den europäischen Kulturkreis und drang tief in die Sahara vor bis in die Tuareg-Oase Tamanrasset.
Dabei kam ich - trotz geringster Französischkenntnisse - in den Genuss von Erlebnissen, Begegnungen und Erfahrungen, die mich für mein weiteres Leben nachhaltig prägten. Ich wurde gleichsam vom "Wüstenvirus" befallen, jener unstillbaren Sehnsucht nach der Sahara, die niemanden mehr loslässt.
Bereits im folgenden Winter zog es mich erneut in die größte Wüste der Erde, und abermals wagte ich einen beträchtlichen Schritt weiter über den mir vertrauten Kulturkreis hinaus: So betrat ich - nach der Durchquerung der Sahara per Autostop - erstmals Schwarzafrika und somit die so genannte "Dritte Welt".
Alle diese noch von Naivität geprägten Erfahrungen - die Begegnung mit der Urlandschaft Wüste, mit den "geheimnisvollen" Tuareg, die in dieser kargen Welt scheinbar zu überleben verstehen, und mit der "unterentwickelten" Peripherie unserer globalisierten Welt, deren erfahrene Wirklichkeit sich so grundlegend von jener durch die Massenmedien vermittelten Schwarz-Weiß-Malerei unterschied - führten zu grundlegenden Erschütterungen meines Selbst-Bewusstseins. Doch nicht Ablehnung und Verdrängung, sondern eine unstillbare Lust ach Erkenntnis über und durch diese fremden Welten gedieh in mir gleichsam zur Berufung.
I. Einführung: Der Autor schildert seinen persönlichen Werdegang vom Reisenden zum Tourismuskritiker und definiert die Problemstellung der Arbeit: die moralische Vertretbarkeit von Tourismus, besonders in Entwicklungsländern.
II. Grundlagen für eine praktische Reiseethik: Dieses Kapitel analysiert Tourismusbegriffe, die historische Entwicklung sowie die ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen und politischen Auswirkungen des Ferntourismus und Tourismuskritik.
III. Praktische Reiseethik: Hier werden konkrete Handlungsanleitungen für Touristen und Reiseleiter entlang der Phasen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Reise entwickelt.
Tourismus, Ferntourismus, Dritte Welt, Reiseethik, Nachhaltigkeit, Entwicklungsländer, Ökotourismus, Tourist, Tourismuskritik, Globalisierung, Soziale Verantwortung, Umweltethik, Kulturaustausch, Reiseleiter.
Die Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von Reisen in Destinationen der sogenannten Dritten Welt unter Berücksichtigung komplexer globaler Zusammenhänge.
Zu den Schwerpunkten gehören Tourismusgeschichte, Auswirkungen (ökologisch, ökonomisch, politisch, sozial), eine Analyse der gängigen Tourismuskritik und die Entwicklung einer praktischen Reiseethik.
Das Ziel ist es, Touristen und Reiseleitern Entscheidungshilfen für ein verantwortungsbewusstes Verhalten zu geben, um negative Auswirkungen des Reisens zu minimieren.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre Untersuchung, die anthropologische, ethische, soziologische und tourismuswissenschaftliche Perspektiven und Ansätze integriert.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Rahmenbedingungen des internationalen Ferntourismus, internationale Tourismuspolitik sowie konkrete Verhaltensweisen vor, während und nach einer Reise.
Tourismusethik, Nachhaltigkeit, Dritte Welt, verantwortungsvolles Reisen, interkultureller Dialog, Tourismuskritik.
Der Reiseleiter wird als "Universalgenie" und Mediatorenfigur gesehen, die Fingerspitzengefühl benötigt, um die Balance zwischen den Bedürfnissen der Reisegruppe und dem Respekt vor der Kultur des Gastlandes zu wahren.
Der Autor betont, dass eine fundierte Vorbereitung und Informationsbeschaffung (z.B. über Menschenrechtslage oder korrekte Verhaltensweisen) eine Grundvoraussetzung für verantwortungsvolles Reisen ist.
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