Masterarbeit, 2020
128 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Forschungsstand
Teil I Theoretische Grundlagen
3. Rassismus aus verschiedenen Perspektiven
3.1 Annäherung an eine Definition
3.2 Der gesellschaftliche Umgang mit Rassismus im deutschsprachigen Raum
4. Rassismuskritik
4.1 Auffassung von Rassismuskritik
4.2 Abgrenzung zum Antirassismus
4.3 Dilemmata von Rassismuskritik
4.4 Weiße Rassismuskritik
4.5 Kritik an der Rassismuskritik
4.6 Reflexion
5. Rassismuskritik im Kontext von Geschichtsdidaktik und Geschichtsunterricht
5.1 Die Relevanz von Rassismuskritik für die Geschichtsdidaktik
5.1.1 Geschichtsbewusstsein und Rassismuskritik
5.1.2 Historisches Lernen als Rassismuskritik
5.1.3 „Race“ als Analysekategorie
5.2 Die Relevanz von Rassismuskritik für den Geschichtsunterricht
5.2.1 Die Rolle der Lehrperson
Teil II Empirische Erhebung
6. Planung und Durchführung der Erhebung
6.1 Begriffsklärung: Einstellung und Sichtweise
6.2 Design der Befragung
6.3 Befragungsinstrument
6.4 Durchführung
6.5 Stichprobenzusammensetzung
6.6 Auswertungsmethode: Qualitative Inhaltsanalyse
6.7 Gütekriterien der qualitativen Inhaltsanalyse
7. Auswertung der Fragebögen
7.1 Allgemeine Auffälligkeiten
7.2 Auswertung Teilbereich I
7.2.1 Auswertung der geschlossenen Fragen
7.2.2 Auswertung Kategorie „Fachwissen“
7.2.3 Auswertung Kategorie „didaktisches Wissen“
7.2.4 Auswertung Kategorie „Rahmenbedingungen“
7.2.5 Auswertung Kategorie „Erfahrungen und Verhalten im Unterrichtsgeschehen“
7.3 Auswertung Teilbereich II
8. Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einstellungen und Sichtweisen von Geschichtslehrkräften zur Rassismuskritik, um zu klären, inwieweit diese als zentrale Aufgabe des Geschichtsunterrichts begriffen wird und wie Lehrkräfte rassistisch geprägte Unterrichtsmaterialien kritisch reflektieren.
Machtausbau und Überlegenheitsgefühl
Die Motive für das Streben nach Kolonien waren vielfältig. Viele Politiker, Militärs, Industrielle, aber auch große Teile der Öffentlichkeit forderten, den eigenen Einflussbereich auszudehnen, um zu den mächtigsten Staaten der Welt zu gehören. Diese Einstellung gründete teils auf der damals weit verbreiteten Vorstellung, die Staaten der Welt befänden sich in einem „Kampf ums Dasein“, in dem sich nur die stärksten Nationen durchsetzen würden. Anhänger dieser Überzeugung beriefen sich auf den englischen Naturforscher Charles Darwin. Dessen Theorie, wonach in der Tierwelt nur die stärksten und am besten angepassten Arten überleben, übertrugen sie einfach auf gesellschaftliche Verhältnisse (Sozialdarwinismus).
Viele europäische Zeitgenossen begründeten die Expansionspolitik zudem mit einer angeblichen kulturellen und rassischen Überlegenheit der westlichen Zivilisation. Die Völker Afrikas und Asiens – auch jahrhundertealte Hochkulturen wie China oder die der Aschanti in Westafrika – hielten sie für unterentwickelt. Sie meinten, die Europäer hätten die Pflicht, die indigenen Völker in deren eigenem Interesse zu zivilisieren. Anschauungen wie diese waren zwar weit verbreitet, doch es gab auch Gegenstimmen, die vor Rassismus und einer expansiven Außenpolitik warnten.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit Rassismus im Geschichtsunterricht im Zuge aktueller gesellschaftlicher Proteste.
2. Forschungsstand: Es wird aufgezeigt, dass die rassismuskritische Forschung im deutschsprachigen Raum noch am Anfang steht, insbesondere in Bezug auf die geschichtsdidaktische Anwendung.
3. Rassismus aus verschiedenen Perspektiven: Dieses Kapitel definiert Rassismus als komplexes gesellschaftliches Phänomen und beleuchtet dessen Konstruktionscharakter sowie den schwierigen gesellschaftlichen Umgang damit.
4. Rassismuskritik: Hier werden Definitionen, Ziele und Dilemmata der Rassismuskritik sowie die spezifischen Herausforderungen aus weißer Perspektive erörtert.
5. Rassismuskritik im Kontext von Geschichtsdidaktik und Geschichtsunterricht: Das Kapitel verknüpft rassismuskritische Ansätze mit zentralen geschichtsdidaktischen Kategorien und betont die Rolle der Lehrperson.
6. Planung und Durchführung der Erhebung: Es wird das methodische Design der empirischen Studie, basierend auf einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, vorgestellt.
7. Auswertung der Fragebögen: Die empirischen Daten werden entlang definierter Kategorien analysiert, wobei Unterschiede in der Professionalität und Sensibilität der Lehrkräfte deutlich werden.
8. Zusammenfassung und Fazit: Die Ergebnisse münden in Hypothesen zur Lehrerbildung und zur Bedeutung der Rassismuskritik als notwendige Aufgabe im Geschichtsunterricht.
Rassismuskritik, Geschichtsunterricht, Geschichtsdidaktik, Rassismus, Kolonialismus, Imperialismus, Einstellungen, Lehrerbildung, Critical Whiteness, Historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein, Qualitative Inhaltsanalyse, Empowerment, Machtstrukturen, Othering
Die Arbeit untersucht, wie Geschichtslehrkräfte das Thema Rassismuskritik bewerten, welches Fachwissen sie dazu besitzen und wie sie dieses Wissen in ihren Unterricht sowie bei der Beurteilung von Lehrmaterialien integrieren.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Verständnis von Rassismus, den Möglichkeiten der Rassismuskritik in der Schule, der Rolle der Lehrperson bei der Reflexion eigener Machtpositionen sowie der Analyse von Unterrichtsmaterialien hinsichtlich eurozentrischer Perspektiven.
Das Ziel ist es, Einstellungen und Sichtweisen von Geschichtslehrkräften exemplarisch zu erforschen, um zu klären, ob und wie Rassismuskritik als Aufgabe des Geschichtsunterrichts wahrgenommen und umgesetzt wird.
Es wird ein qualitativer Ansatz verfolgt, wobei die empirische Erhebung durch eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wird, um ein vertieftes Verständnis der individuellen Einstellungen zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Rassismus und Rassismuskritik) sowie eine empirische Erhebung an einem Gymnasium, bei der Lehrkräfte befragt und Unterrichtsmaterialien kritisch geprüft werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rassismuskritik, Kolonialismus, Othering, Geschichtsbewusstsein sowie intersektionale Ansätze im Geschichtsunterricht.
Die befragten Lehrkräfte benennen häufig den Zeitmangel, die curricularen Vorgaben sowie die Schwierigkeit, in einer Diskussion keine vorgegebene "richtige" Position einzunehmen, ohne den ergebnisoffenen Charakter des historischen Lernens zu untergraben.
Einige Lehrkräfte kritisieren, dass Schulbücher zum Thema Imperialismus und Kolonialismus oft eine eurozentrische Sichtweise einnehmen, Rassismus nur am Rande erwähnen und eine kritische Reflexion der Quellenlage vermissen lassen.
Die Selbstreflexion der Lehrkraft wird als eine Grundvoraussetzung für rassismuskritischen Unterricht identifiziert, jedoch stellen die Ergebnisse fest, dass dieser Aspekt in der Ausbildung und Praxis der befragten Lehrkräfte bisher weitgehend vernachlässigt wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

