Bachelorarbeit, 2021
51 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Verkehrsmärkte
2.1 Schienenverkehrsmarkt
2.1.1 Liberalisierung Schienenpersonenverkehr
2.1.1.1 Erstes Bahnpaket
2.1.1.2 Zweites Bahnpaket
2.1.1.3 Drittes Bahnpaket
2.1.1.4 Viertes Eisenbahnpaket
2.1.2 Die Deutsche Bahn AG
2.2 Luftverkehrsmarkt
2.2.1 Liberalisierung Luftverkehr
2.2.1.1 Erstes und zweites Liberalisierungspaket
2.2.1.2 Drittes Liberalisierungspaket
2.2.2 Die Deutsche Lufthansa
3. Die wettbewerbsökonomischen Rahmenbedingungen der Marktabgrenzung
3.1 Dimensionen der Marktabgrenzung
3.2 Konzepte der Marktabgrenzung
3.2.1 Bedarfsmarktkonzept
3.2.2 SSNIP-Test
3.2.3 Vergleich
3.3 Indikatoren der Marktabgrenzung
3.3.1 Kreuzpreiselastizität (indirekte Preiselastizität)
3.3.2 Die direkte Preiselastizität
3.4 Marktabgrenzung des Schienenpersonen- und Luftverkehrsmarkts
4. Intermodaler Wettbewerb und Kooperation
5. Wohlfahrtsanalyse zwischen Wettbewerb und Kooperation
5.1 Theorie der Wohlfahrtsanalyse
5.2 Wohlfahrtseffekte
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die wohlfahrtsökonomischen Auswirkungen, die sich aus der Entscheidung zwischen direktem Wettbewerb und horizontaler Kooperation für Unternehmen im Personenverkehr ergeben, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen der Deutschen Bahn AG und der Deutschen Lufthansa liegt.
3.4 Marktabgrenzung des Schienenpersonen- und Luftverkehrsmarkts
Nachdem im vorherigen Kapitel die Konzepte hinter der Marktabgrenzung des relevanten Marktes erläutert wurden, gilt es nun, diese speziell auf den Schienen- und Luftverkehrsmarkt anzuwenden. Um einen Verkehrsmarkt abzugrenzen, sind die intermodale und die intramodale Perspektive zu beachten. Die intramodale Perspektive beschränkt sich auf eine Abgrenzung anhand der Produktionstechnik innerhalb des Wettbewerbs für denselben Verkehrsträger. Die intermodale Perspektive hingegen betrachtet mehrere Verkehrsträger und nimmt als Marktabgrenzungskriterium die Substituierbarkeit der Verkehrsträger aus Sicht der Nachfrager. Aus intermodaler Perspektive werden also Verkehrsleistungen unterschiedlicher Verkehrsträger umfasst. Daraus lässt sich leicht erkennen, dass für diese Arbeit der Fokus auf die intermodale Perspektive gelegt wird, da der Schienenpersonenfernverkehr mit dem Luftverkehr verglichen wird. Hinsichtlich der Herangehensweise der Marktabgrenzung gibt es unterschiedliche Perspektiven von verschiedenen Behörden. Die Europäische Kommission betrachtet keine einheitliche Abgrenzung, sondern trifft ihre Entscheidungen fallspezifisch. Die Monopolkommission hingegen bezieht die Substitutionsbeziehung von Bahn- und Luftverkehr auf bestimmten Relationen mit ein. Das Bundeskartellamt hat für den Schienenpersonenfernverkehr bislang keine Entscheidungen getroffen. Des Weiteren ist eine intermodale Marktabgrenzung für eine intermodale Analyse notwendig.
Um im Personenverkehr den relevanten Markt abzugrenzen, muss ein Blick auf die Substitutionsbeziehungen zwischen dem Schienenpersonenfernverkehr und dem Luftverkehr geworfen werden. Dies setzt voraus, dass die Anforderungen der Nachfrager an das Qualitätsprofil und die Verkehrsleistung von den betrachteten Verkehrsträgern in ähnlicher Qualität erfüllt werden. Die Erfüllung dieser Anforderungen unterscheidet sich unter den Verkehrsträgern, sie sind also heterogen.
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die ökonomische Entscheidung zwischen Wettbewerb und Kooperation anhand der Deutschen Bahn AG und Lufthansa zu analysieren.
2. Verkehrsmärkte: Beschreibt die Liberalisierungsschritte des Schienen- und Luftverkehrs in Europa sowie die Unternehmensentwicklungen der beiden Fallstudienpartner.
3. Die wettbewerbsökonomischen Rahmenbedingungen der Marktabgrenzung: Erläutert die theoretischen Grundlagen und Kriterien, wie den SSNIP-Test, zur Abgrenzung des relevanten ökonomischen Marktes.
4. Intermodaler Wettbewerb und Kooperation: Analysiert das Spannungsfeld zwischen direktem Wettbewerb und der Kooperation, wie sie im Produkt Lufthansa Express Rail existiert.
5. Wohlfahrtsanalyse zwischen Wettbewerb und Kooperation: Untersucht anhand mikroökonomischer Theorien die Auswirkungen auf Konsumenten- und Produzentenrente sowie externe Effekte.
6. Fazit und Ausblick: Führt die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit zukünftiger Forschung unter Einbeziehung neuer Konkurrenten und klimapolitischer Ziele.
Wohlfahrtsanalyse, Schienenpersonenfernverkehr, Luftverkehr, Marktabgrenzung, Wettbewerb, Kooperation, Liberalisierung, Deutsche Bahn AG, Deutsche Lufthansa, SSNIP-Test, Intermodaler Wettbewerb, Preiselastizität, Verkehrsmarkt, Marktmacht, Externalitäten
Die Arbeit analysiert wohlfahrtsökonomisch, ob ein direkter Wettbewerb oder eine Kooperation zwischen Eisenbahnunternehmen (DB AG) und Fluggesellschaften (Lufthansa) vorteilhafter für den Markt und die Konsumenten ist.
Die Arbeit behandelt primär die Liberalisierung der Verkehrsmärkte, ökonomische Konzepte zur Marktabgrenzung sowie die mikroökonomische Wohlfahrtsanalyse von Wettbewerbs- und Kooperationsszenarien.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welche Auswirkungen die Entscheidung der Unternehmen – entweder als Konkurrenten aufzutreten oder strategisch zu kooperieren – auf die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt hat.
Die Analyse nutzt wettbewerbsökonomische Instrumente der Marktabgrenzung (z.B. Bedarfsmarktkonzept, SSNIP-Test) sowie Theorien der Wohlfahrtsökonomie zur Untersuchung von Preissetzung und Ineffizienzen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Märkte, die theoretische Herleitung der Marktabgrenzung, die Darstellung des Wettbewerbs und der Kooperation sowie die anschließende Wohlfahrtsanalyse der unterschiedlichen Verkehrssituationen.
Kernbegriffe sind Wohlfahrtsanalyse, Marktabgrenzung, Intermodaler Wettbewerb, Schienenpersonenverkehr, Luftverkehr, Kooperation und Liberalisierung.
Die intramodale Perspektive betrachtet den Wettbewerb innerhalb eines Verkehrsträgers (z.B. Bahn gegen Bahn), während die intermodale Perspektive die Substituierbarkeit zwischen verschiedenen Verkehrsträgern (z.B. Bahn gegen Flugzeug) analysiert.
Die Arbeit zeigt, dass eine starke Substitutionsbeziehung vor allem im mittleren Entfernungsbereich (ca. 400 bis 600 km) besteht, da hier die Reisezeitvorteile des Flugzeugs durch Anfahrts- und Check-in-Zeiten relativiert werden.
Die Kooperation ermöglicht den Unternehmen, Marktmacht auf bestimmten Relationen zu erlangen, was theoretisch zu Ineffizienzen eines Monopols führen kann, sofern die Effizienzgewinne nicht an die Nachfrager weitergegeben werden.
Kapazitätsbegrenzungen an Flughäfen können dazu führen, dass Fluggesellschaften ihre Kapazitäten auf profitable Langstrecken konzentrieren, was Kooperationen mit der Bahn zur Bedienung von Zubringerstrecken für Markt 1 vorteilhaft erscheinen lässt.
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