Masterarbeit, 2020
73 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Theatralität
2.2 Theatralität und Theater
2.3 Theatralität und Sport
3. Forschungsgegenstand Professional Wrestling
3.1 Wrestling Terminologie
3.2 Forschungsstand
3.3 Das Unternehmen WWE
3.4 Methodisches Vorgehen
4. Typologie des Nichttheaters
4.1 Örtlich begründete Theaterablehnung
4.2 Ästhetisch begründete Theaterablehnung
4.3 Skandalisierung und Theaterablehnung
4.4 Zwischenfazit: Nicht-Theater und Wrestling
5. Inszenierung
5.1 Inszenierung einer Wrestling Show
5.2 Inszenierung des Publikums im Wrestling
6. Performativität und Performance im theaterwissenschaftlichen Diskurs
7. Aufführung
7.1 Aufführungen und Wrestling Shows
7.2 Leibliche Ko-Präsenz
7.3 Räumlichkeit
7.4 Lautlichkeit
7.5 Zeitlichkeit
7.6 Körperlichkeit
7.7 Wahrnehmung und Erzeugung von Bedeutung
8. Diskussion und Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwiefern Professional Wrestling als theatral im Sinne der theaterwissenschaftlichen Forschung eingeordnet werden kann und welche Merkmale dazu führen, dass Zuschauer das Wrestling-Geschehen als realen Wettkampf rezipieren.
3.1 Wrestling Terminologie
Kayfabe lässt sich als ein eigens codiertes Sprachsystem in der Wrestling Industrie bezeichnen. Daneben kann Kayfabe als eine Übereinkunft bzw. Pakt unter den Wrestlern übersetzt werden. Anhand dieser Sprache war es den Wrestlern und anderen Beteiligten möglich, über die Illusion des Wrestlings zu sprechen und diese dabei aufrecht zu erhalten (vgl. Schubert 2014, S.102). Der Ursprung des Begriffs stammt aus dem 19. Jahrhundert zu Zeiten der Wanderzirkusse, dessen Hauptattraktion Wrestling beinhaltete (vgl. ebd., S.97). Dementsprechend setzte sich der Gedanke der Aufrechterhaltung dieser Illusion bereits durch den Karnevalsbetrieb durch. Auch in öffentlichen Auftritten außerhalb der Wrestling Shows wurde Kayfabe als Verhaltenskodex eingehalten, da die Wrestler ihren Charakter, den sie bei den Aufführungen verkörperten, zu schützen versuchten (vgl. ebd., S. 102). Wrestler, die zeitweise den Antagonisten spielten, verhielten sich ihrer Rolle entsprechend auch, wenn dies bedeutete Menschen, die sie in alltäglichen Situationen erkannten, zu bedrohen oder zu beleidigen. Stefan Schubert beschreibt diese Grundsätze des Wrestlings wie folgt: „Kayfabe [hat] seine eigene Wirklichkeit erschaffen, in der die Gesetzmäßigkeiten der Gattung auf das alltägliche Leben übertragen wurden. Der fiktive diegetische Raum eines von Wahrscheinlichkeiten gekennzeichneten Showalltags“ (ebd., S. 104f.) beschreibt die Dynamik der gemeinsamen Absprache. Dies führte zu einer Rezeption der Wrestlingindustrie als Sportart und die Akteure als reale Sportler, unabhängig davon, wie ausgefallen deren Rollen waren (vgl. ebd., S. 105). Veranstalter der Wrestling Shows gingen davon aus, dass Wrestling nur dann profitable sei, wenn die Aufrechterhaltung der Illusion von einer echten Sportart eingehalten wird (vgl. ebd., S. 97f.). Die Strenge der Kayfabe-Konvention ist seit den späten 90er Jahren weniger präsent. Hintergründe für den Wandel dieser Konvention wird in Kapitel 3.3 zum Unternehmen World Wrestling Entertainment näher erläutert.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Ambivalenz zwischen Schein und Sein im Professional Wrestling vor und formuliert die Forschungsfragen zur Einordnung als theatrales Ereignis.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Theatralität, Performativität und Inszenierung und diskutiert deren Anwendung in der Theaterwissenschaft sowie deren Übertragbarkeit auf den Sport.
3. Forschungsgegenstand Professional Wrestling: Der Fokus liegt auf der Definition des Wrestlings als Sports Entertainment, der internen Terminologie wie Kayfabe und Gimmick sowie der Rolle der WWE als dominantes Unternehmen.
4. Typologie des Nichttheaters: Anhand der Typologie von Andreas Kotte wird untersucht, wie Wrestling durch räumliche, ästhetische und skandalisierende Aspekte kritisch betrachtet wird.
5. Inszenierung: Es wird analysiert, wie Wrestling-Shows und das Publikum als Teil des Gesamterlebnisses inszeniert werden, um ein "theaterähnliches" Erlebnis zu erzeugen.
6. Performativität und Performance im theaterwissenschaftlichen Diskurs: Dieses Kapitel grenzt die Begriffe Performativität und Performance wissenschaftlich ab und bereitet die Analyse der Wrestling-Aufführung vor.
7. Aufführung: Die verschiedenen Aspekte der Aufführung – von leiblicher Ko-Präsenz über Räumlichkeit und Lautlichkeit bis hin zu Körperlichkeit – werden detailliert am Beispiel von Wrestling-Matches analysiert.
8. Diskussion und Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Wrestling als künstlerisches Ereignis und Hybrid aus Showsport und Theater zu verstehen ist, wobei das Publikum eine zentrale, mitgestaltende Rolle einnimmt.
Professional Wrestling, Theatralität, Inszenierung, Performance, Aufführung, Sports Entertainment, WWE, Kayfabe, Storylines, Körperlichkeit, Publikum, Rezeption, Theaterwissenschaft, Performativität, Authentizität.
Die Arbeit untersucht die theatralen Aspekte des Professional Wrestling und analysiert, warum und wie Wrestling trotz seiner Inszeniertheit von einem Publikum als realer Wettkampf wahrgenommen wird.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Theatralitätsbegriffs, die Analyse von Inszenierungspraktiken im Wrestling, die Rolle des Publikums sowie die interdisziplinäre Untersuchung zwischen Theaterwissenschaft und Sport-Entertainment.
Die definierende Forschungsfrage lautet: „Wie kann die Aufführung des Professional Wrestlings als theatral eingeordnet werden?“ Ergänzend wird gefragt, welche spezifischen Merkmale zu einer Rezeption als realer Wettkampf führen.
Die Arbeit verfolgt einen phänomenologischen und hermeneutischen Ansatz, wobei sie Inszenierungspraktiken anhand von Beispielen (wie etwa der WWE) theaterwissenschaftlich interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Rahmenlegung, die Typologie des Nichttheaters nach Kotte, die detaillierte Analyse der Inszenierungspraktiken und die Untersuchung der Aufführungsmaximen im Wrestling.
Wichtige Begriffe sind Professional Wrestling, Theatralität, Inszenierung, Performativität, Aufführung, Sports Entertainment, Kayfabe und die Rolle des Publikums als Co-Produzent des Ereignisses.
Sie sind grundlegende Mechanismen der Wrestling-Industrie. Kayfabe beschreibt die Aufrechterhaltung der Illusion innerhalb des Wrestling-Kosmos, während Storylines als serielle Erzählstrukturen das Publikum emotional binden.
Das Wrestling-Publikum wird als aktiver "mitspielender Faktor" gesehen, dessen lautstarke Zustimmung oder Kritik als integraler Bestandteil der Inszenierung betrachtet wird, wohingegen traditionelles Theater oft ein ruhigeres Verhalten internalisiert hat.
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