Masterarbeit, 2020
91 Seiten, Note: 6.0
Prolog: Über diese Arbeit
Präliminarien
Idee
Thema
Kontext
Problem
Interesse
Prämisse
Fragen
Soziale Arbeit im schulischen Kontext
Soziale Arbeit
Schulsozialarbeit
Rahmenbedingungen im Erziehungs- und Bildungswesen
Verhältnis zwischen Sozialer Arbeit und Schule
Kooperation
Kommunikation
Diskurs – Jürgen Habermas
Kontrafaktizität – Transzendentalität
Verständigung und Einigung
Lebenswelt
Immanenz – Transzendenz
Verhandlung
Diskurs von Sozialer Arbeit und Schule
Schule als Referenzsystem
Sprachspiel – Ludwig Wittgenstein
Soziale Arbeit als Sprachspiel (am Beispiel Sozialpädagogik)
Differenzen zwischen Sozialer Arbeit und Schule
Unterschiedlichkeit von Sprachspielen: Vorbehalt gegen eine Verständigung und Einigung
Unterschiedlichkeit von Sprachspielen: Beispiel gegen eine Verständigung und Einigung
Wie lassen sich Differenzen von Schule und Sozialer Arbeit mit dem Konzept «Sprachspiel» nach Ludwig Wittgenstein darstellen?
Ironie – Richard Rorty
Soziale Arbeit als Ironikerin
Inkommensurabilität zwischen Sozialer Arbeit und Schule
Unmöglichkeit einer Verständigung und Einigung
Wie wird die Inkommensurabilität von Schule und Sozialer Arbeit mit dem Konzept «Ironie» von Richard Rorty nachvollziehbar?
Widerstreit – Jean-François Lyotard
Soziale Arbeit im Widerstreit (am Beispiel Sozialarbeit)
Kontroversen zwischen Sozialer Arbeit und Schule
Schein einer Verständigung und Einigung: Vermeidung oder Ablenkung des Widerstreits
Schein der Verständigung und Einigung: Überlagerung oder Verdrängung des Widerstreits
Wie zeigen sich Kontroversen von Schule und Sozialer Arbeit im Konzept «Widerstreit» nach Jean-François Lyotard?
Fazit
Konklusion
Skepsis und Kritik gegenüber Transzendentalität
Skepsis und Kritik gegenüber Transzendenz
Prägnanz
Quintessenz
Verständigung als Machbarkeit statt Klärung
Einigung als Verantwortlichkeit statt Entscheidung
Das Verhältnis zwischen Sozialer Arbeit und Schule
Diskussion
Desiderate
Epilog: Über diese Arbeit
Die Masterarbeit untersucht das Verhältnis zwischen Sozialer Arbeit und Schule kritisch aus einer kommunikationstheoretischen Perspektive. Ziel ist es, die häufig als selbstverständlich vorausgesetzte Möglichkeit einer reibungslosen Verständigung und Einigung in der schulischen Zusammenarbeit zu hinterfragen, um durch eine sensible, reflexive Sprache zu mehr Gerechtigkeit im pädagogischen Alltag beizutragen.
Soziale Arbeit als Sprachspiel (am Beispiel Sozialpädagogik)
In «Eine Theorie der Sozialpädagogik» zeigt Michael Winkler (1988) auf, wie sich sowohl die Disziplin als auch die Profession durch ein Sprachspiel konstituieren, mit welchem «die verstreuten [...] Materialien in eine Ordnung gebracht werden», um sich über das Fach sowie den Beruf betreffende Themen zu verständigen und zu einigen (S. 9). So hängt die disziplinäre und professionelle Reflexivität massgeblich von der Kommunikation ab, welche «durch ein Reden in einer Sprache bestimmt wird, die man [...] ‘sozialpädagogisch’ nennen könnte» (S. 23). Die daran beteiligten Personen begreifen sich als Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, weil sie bezogen sowohl auf Theorie als auch auf Praxis Sozialpädagogik «im Sinn haben» und sich dieser Sprache bedienen, um «ihre eigene Welt [...] zu bestimmen» (S. 24).
Mit dem Terminus ‘Lebensform’ stellt Winkler das Fach sowie den Beruf damit als den Menschen umfassend prägende Deutungs- und Wertungsmuster dar, welche sich als «Diskurs» bezeichnen lassen (S. 24). «Der Begriff ‘Sozialpädagogik’ bezeichnet demnach [...] ein ‘Sprachspiel’ [...] [und] fungiert als Chiffre für diejenigen, die am Diskurs teilnehmen» (S. 24). Der darin enthaltene Index dient dazu, zur Sozialpädagogik gehörende Sachverhalte zu markieren und diesen Relevanz zuzuweisen, «weil sich damit der spezifische Sinn von sozialpädagogisch indizierten Phänomenen erfassen lässt» (S. 24). Dabei lassen sich die implizit vorhandenen Regeln des Sprachspiels – auch durch die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen – nicht explizieren, stattdessen stellt sich das Gefühl ein, «über ein Geheimnis zu verfügen, das dem Laien [...] unzugänglich scheint» (S. 25).
Präliminarien: Einleitende Bestimmung der Arbeit, die Kooperation von Sozialer Arbeit und Schule kritisch als kommunikativen Prozess zu begreifen und die Notwendigkeit reflexiver Sprachanalyse hervorzuheben.
Soziale Arbeit im schulischen Kontext: Definition der Schulsozialarbeit als ambivalente Tätigkeit im Spannungsfeld zwischen eigener professioneller Identität und den institutionellen Anforderungen der Schule.
Diskurs – Jürgen Habermas: Theoretische Grundlegung durch die Universalpragmatik, wobei die Möglichkeiten und Grenzen von Verständigung und Einigung im zwischenmenschlichen Austausch erörtert werden.
Sprachspiel – Ludwig Wittgenstein: Anwendung des Sprachspiel-Konzepts, um die Differenzen zwischen den Welten und Rationalitäten von Schule und Sozialer Arbeit aufzuzeigen.
Ironie – Richard Rorty: Einführung der Figur der "Ironikerin" als Modell für eine professionelle Haltung, die Kontingenz und Inkommensurabilität statt falscher Gewissheiten akzeptiert.
Widerstreit – Jean-François Lyotard: Auseinandersetzung mit unvermeidbaren Konflikten, in denen keine Einigung möglich ist, und wie diese als "Widerstreit" produktiv zur Geltung gebracht werden können.
Fazit: Zusammenfassende Reflexion, die das Ziel einer "Machbarkeit" und "Verantwortlichkeit" statt einer erzwungenen Klärung der Verhältnisse proklamiert.
Schulsozialarbeit, Soziale Arbeit, Kommunikation, Kooperation, Sprachspiel, Diskurs, Inkommensurabilität, Widerstreit, Gerechtigkeit, Lebenswelt, Rationalität, Ironie, Kontingenz, Reflexivität, Profession
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Sozialer Arbeit und Schule aus einer kommunikationstheoretischen Sicht. Sie hinterfragt kritisch, ob eine harmonische Kooperation im schulischen Kontext durch bloße Verständigung überhaupt möglich ist.
Zentrale Themen sind die Kommunikation in institutionellen Kooperationen, die theoretische Differenz von professionellen Logiken sowie die philosophische Reflexion über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Konsens und Einigung.
Das Ziel ist es, durch eine skeptische und kritische Analyse des "Mythos Kooperation" Wege zu finden, wie Soziale Arbeit im schulischen Kontext ihre Identität bewahren und eine reflexivere, gerechtere Praxis des Umgangs mit dem "Fremden" entwickeln kann.
Es handelt sich um eine theoretische Studie, die philosophische Konzepte (Habermas, Wittgenstein, Rorty, Lyotard) auf sozialpädagogische Fragestellungen und empirische Forschungsergebnisse (u.a. von Christian Vogel) anwendet.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Diskurses und der Sprachspiele. Er überzeichnet die beteiligten Akteure als "Ironikerin" (Soziale Arbeit) und "Metaphysiker" (Schule), um Spannungen und unauflösbare Konflikte im Rahmen des "Widerstreits" nach Lyotard explizit zu machen.
Die zentralen Begriffe sind Schulsozialarbeit, Inkommensurabilität, Widerstreit, Kommunikation, Professionalität und Reflexivität.
Der Autor argumentiert mit Richard Rorty, dass der "gesunde Menschenverstand" nach Eindeutigkeit, Klärung und Dominanz strebt, während die Soziale Arbeit durch ihre Konfrontation mit komplexen Einzelfällen eher eine Haltung benötigt, die Ungewissheit als konstitutiv und nicht als Defizit wahrnimmt.
Der Appell an ein "besseres Kooperieren" wird skeptisch gesehen, da er oft bloße Rhetorik bleibt und die tieferliegenden, systembedingten Inkommensurabilitäten der beteiligten Sprachspiele und Rationalitäten ignoriert, anstatt sich den Konflikten konstruktiv zu stellen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

