Diplomarbeit, 2007
61 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einführung
2. Die Flucht
2.1 Situation der Juden im Dritten Reich
2.2 Umfang, Berufs- und Sozialstruktur der deutsch-jüdischen Argentinien-Emigration 1933-1939
2.3 Fluchtziel Argentinien
3. Ankunft in Argentinien
3.1 Integrationsprobleme
3.2 Erste Anlaufstellen
3.2.1 Der Hilfsverein deutschsprechender Juden
3.2.2 Andere Anlaufstellen
3.3 Lebensverhältnisse in Buenos Aires
4. Die Integration der deutsch-jüdischen Einwanderer in Buenos Aires
4.1 Die berufliche Integration und wirtschaftliche Leistung der deutschen Juden
4.2 Die sprachliche Integration
4.3 Beziehungen zur deutschen Gemeinde in Buenos Aires
4.4 Religiöses und kulturelles Leben
4.5 Die deutschsprachigen Medien
4.6 Integrationsbemühungen durch Bildungseinrichtungen
5. Buenos Aires – eine neue Heimat?
5.1 Exil – Emigration – Assimilation
5.2 Assimilationsgrad und Identität der Einwanderergeneration
6. Schlussbetrachtung
Diese Diplomarbeit untersucht den Integrationsprozess deutsch-jüdischer Flüchtlinge, die zwischen 1933 und 1939 vor dem nationalsozialistischen Regime nach Buenos Aires flohen. Ziel der Arbeit ist es zu analysieren, wie sich diese Bevölkerungsgruppe in die soziokulturellen Strukturen der argentinischen Hauptstadt eingliederte, welche Rolle Hilfsorganisationen dabei spielten und ob Buenos Aires für die erste Einwanderergeneration tatsächlich zu einer neuen Heimat wurde.
3.1 Integrationsprobleme
Das Exil bedeutete den Abschied vom gewohnten Umfeld, zu dem die Erfahrung der Fremde mit neuer Sprache und Kultur trat. Teilweise ohne Pass, Visum und Geld sowie mit ungenügenden Sprachkenntnissen waren die Flüchtlinge gezwungen, so schnell wie möglich eine neue Existenz aufzubauen und sich zu integrieren. Obwohl die wenigsten nur mit den legendären „10 RM“ einreisten, blieb ihnen nach der kostspieligen Überfahrt meist nicht viel mehr als das übrig, weshalb viele Länder kein Interesse zeigten, diesen „Sozialfällen“ Asyl zu gewähren. Ein weiteres finanzielles Problem stellte auch der in Argentinien fehlende gesetzliche Arbeiterschutz dar, der ein großes Risiko mit sich brachte. So bedeuteten nicht nur Feiertage einen Lohnausfall, sondern auch Krankheit. Zudem mussten die Arbeiter für Medikamente und Arztbesuche selbst aufkommen.
1. Einführung: Darstellung der historischen Zäsur durch die NS-Machtergreifung und Erläuterung des Fokus auf den Integrationsprozess deutsch-jüdischer Flüchtlinge in Buenos Aires.
2. Die Flucht: Analyse der Ursachen der Auswanderungswellen, der Berufs- und Sozialstruktur der Emigranten sowie der administrativen Hürden bei der Wahl Argentiniens als Fluchtziel.
3. Ankunft in Argentinien: Untersuchung der ersten Monate nach der Ankunft, der Bedeutung von Hilfsvereinen für die Erstversorgung und der schwierigen Lebensverhältnisse in der Hauptstadt.
4. Die Integration der deutsch-jüdischen Einwanderer in Buenos Aires: Umfassende Betrachtung der beruflichen, sprachlichen und soziokulturellen Anpassungsprozesse sowie der Rolle jüdischer Organisationen, Medien und Bildungseinrichtungen.
5. Buenos Aires – eine neue Heimat?: Kritische Prüfung des Assimilationsgrades und der Identitätsentwicklung der ersten Einwanderergeneration auf Basis soziologischer Theorien.
6. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, die verdeutlicht, dass eine vollständige Integration und emotionale Identifikation mit dem Aufnahmeland erst für die nachfolgenden Generationen möglich wurde.
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Die Arbeit befasst sich mit der Flucht und dem Integrationsprozess deutsch-jüdischer Flüchtlinge in Buenos Aires während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1939.
Im Fokus stehen die sozialen und wirtschaftlichen Startbedingungen, die Rolle jüdischer Hilfsorganisationen, die sprachliche und berufliche Eingliederung sowie das kulturelle Leben im Exil.
Die Untersuchung soll klären, ob und wie die deutsch-jüdischen Flüchtlinge in die argentinische Gesellschaft integriert wurden und ob Buenos Aires für sie zu einer echten neuen Heimat wurde.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte historische Analyse unter Einbeziehung von Primärquellen wie Berichten von Hilfsvereinen, Zeitungsarchiven, Autobiographien und statistischen Daten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Stationen der Flucht, die ersten Anlaufstellen nach der Ankunft sowie eine detaillierte Analyse der verschiedenen Lebensbereiche, in denen sich der Integrationsprozess vollzog.
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Emigration, Exil, soziokulturelle Integration, Identitätsfindung und die Rolle deutsch-jüdischer Institutionen in Argentinien.
Dieser Verein war die zentrale soziale Anlaufstelle, die Flüchtlingen bei der Arbeitssuche, Wohnungsbeschaffung und in medizinischen Notfällen half und somit die soziale Infrastruktur für die Neuankömmlinge schuf.
Aufgrund der Fluchtumstände und des hohen Anpassungsdrucks bewahrte die erste Generation oft eine nostalgische Bindung an deutsche Traditionen, lebte in eigenen Milieus und scheute die politische Auseinandersetzung im Aufnahmeland.
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