Masterarbeit, 2021
123 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Fragestellungen und Zielsetzung
1.3 Übersicht über die Arbeit
2. THEORETISCHER TEIL
2.1 Allgemeiner Teil
2.1.1 Qualitätsbegriff im Krankenhaus
2.1.2 Qualitätsmanagement in Gesundheitseinrichtungen
2.1.3 Qualitätsindikatoren
2.1.4 Zertifizierungen und Zentrumsbildung in Krankenhäusern
2.2 Spezieller Teil
2.2.1 Hernienchirurgie
2.2.2 Externe Qualitätssicherung in der Hernienchirurgie
2.2.3 Zertifizierung zum Hernienzentrum
3. METHODE
3.1 Das BundeswehrZentralkrankenhaus
3.2. Qualitätsmanagement am BWZK
3.2.1 Leitbild und Leitsatz
3.2.2 Zertifizierungen
3.3 Die Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie am BWZK
3.3.1 Hernienzentrum am Bundeswehrzentralkrankenhaus
3.4 Ein- und Ausschlusskriterien
3.5 Datenakquise und Datenaggregation
3.6 Datenauswertung
3.7 Statistik
4. ERGEBNISSE
4.1 Strukturvergleich
4.2 Beschreibung der Kollektive vor und nach Zertifizierung
4.3 Veränderungen bei der Anzahl und Schwere der Fälle
4.4 Auswirkungen der Zertifizierung auf die Prozess- und Ergebnisqualität
4.4.1 Prozessqualität
4.4.2 Ergebnissqualität der chirurgischen Behandlung
4.5 Controllingdaten
4.6 Zusammenfassung der Ergebnisse
5. DISKUSSION
5.1 Interpretation der eigenen Ergebnisse
5.2 Beurteilung des eigenen Vorgehens
5.3 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Zertifizierung des Hernienzentrums am Bundeswehrzentralkrankenhaus (BWZK) auf die medizinische Behandlungsqualität, die Behandlungskomplexität und die Erlössituation. Ziel ist es, durch einen Vergleich von Patientenkollektiven vor und nach der Zertifizierung zu evaluieren, ob sich diese Qualitätsmanagementmaßnahme messbar positiv auf patientenrelevante Parameter und wirtschaftliche Kennzahlen auswirkt.
1.1 Problemstellung
Mit jährlich 25 Millionen Operationen weltweit und allein 350.000 Operationen pro Jahr in Deutschland stellt die Hernienchirurgie den quantitativ bedeutsamsten Anteil der Eingriffe in allgemein- und viszeralchirurgischen Kliniken dar (Kockerling and Simons 2018; Langer, Becker and Liersch 2007; Stechemesser et al. 2012; Türler and Klozoris 2008). Hernienchirurgie wird in unterschiedlicher Komplexität in nahezu allen allgemein- und viszeralchirurgischen Abteilungen in Deutschland betrieben (Kockerling et al. 2019b). Damit besitzt sie eine bedeutsame medizinische, aber auch sozioökonomische Relevanz (Aydin et al. 2021; Palmqvist et al. 2013).
Insbesondere in den letzten beiden Dekaden hat ein bemerkenswerter Innovationsdrang in der Hernienchirurgie seinen Weg in die praktische Anwendung gefunden (Douissard et al. 2020; Kockerling et al. 2019a). Es kam zur Entwicklung zahlreicher minimalinvasiver Verfahren oder Hybridverfahren z.B. MILOS, VAMOS, eTEP, TAPP, IPOM, etc. (Reinpold et al. 2019; Schwab, Sahm and Willms 2018). Übergeordnetes Entwicklungsziel dieser Prozessmodifikation stellt die Verbesserung der Leistungserbringung am Patienten mit Reduktion der verfahrensassoziierten Morbidität als höchstem Gut der Ergebnisqualität dar (Behar and al. 2016).
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die medizinische und sozioökonomische Bedeutung der Hernienchirurgie und definiert die Zielsetzung der Studie bezüglich der Effekte einer Zertifizierung.
2. THEORETISCHER TEIL: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Qualitätsmanagements im Krankenhaus sowie die spezifischen Anforderungen und Prozesse für die Zertifizierung von Hernienzentren.
3. METHODE: Es werden das BWZK als Untersuchungsumfeld, die Definition der Patientenkollektive sowie die angewandten Erhebungs- und Auswertungsverfahren für die Datenanalyse beschrieben.
4. ERGEBNISSE: Hier erfolgt die detaillierte Darstellung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisdaten sowie der Erlössituation im Vergleich der beiden Beobachtungszeiträume.
5. DISKUSSION: Das letzte Kapitel interpretiert die erhobenen Daten, reflektiert das eigene Vorgehen kritisch und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung zukünftiger Qualitätssicherungsmaßnahmen.
Zertifizierung, Hernienchirurgie, Qualitätsmanagement, Outcome, Hernienzentrum, Krankenhaus, Chirurgie, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Case Mix Index, BWZK, Patientensicherheit, medizinische Behandlung, Benchmarking
Die Masterthesis untersucht die Effekte der Zertifizierung eines Hernienzentrums am Bundeswehrzentralkrankenhaus (BWZK) auf die Qualität der medizinischen Behandlung, die Erlössituation und die Prozessabläufe.
Die Schwerpunkte liegen auf Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen, der Hernienchirurgie als chirurgische Disziplin sowie der Implementierung von Zentrumsstrukturen.
Die Forschungsfrage ist, ob die Zertifizierung zum Referenzzentrum messbare positive Auswirkungen auf die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie auf die Erlöse des Hernienzentrums hat.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse zweier Patientenkollektive (vor und nach Zertifizierung) unter Anwendung multidimensionaler Datenerfassung und statistischer Auswertung via SPSS.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die detaillierte Methodik der Datenerhebung sowie eine umfangreiche Ergebnisdarstellung und deren kritische Diskussion.
Die Arbeit fokussiert sich insbesondere auf Qualitätsmanagement, Hernienchirurgie, Outcome-Messung und die Auswirkungen von Zertifizierungen auf verschiedene Stakeholder.
Insbesondere bei Patienten mit Narbenhernien konnte eine signifikante Verkürzung der Krankenhausverweildauer nach der Zertifizierung festgestellt werden.
Die Erlöse des Hernienzentrums sind nach der Zertifizierung um 27,58 % bzw. knapp 444.000 Euro pro Jahr gestiegen.
Trotz eines älteren und kränkeren Patientenkollektivs konnten signifikante Verbesserungen in der Ergebnisqualität erzielt werden, beispielsweise durch reduzierte postoperative Komplikationsraten bei Leistenhernien.
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