Bachelorarbeit, 2015
64 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Gesundheit als soziales Konstrukt
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Differenzierungstheoretische Beobachtung von Gesundheit
3.2 Organisationen innerhalb der Differenzierungstheorie
4 Krankenkassen als Leitorganisation für den Funktionsbereich Gesundheitsförderung
5 Fragestellung an das empirische Material
6 Methodisches Vorgehen
6.1 Erhebung
6.2 Auswertung
7 Analyse
7.1 Formale Interpretation
7.2 Reflektierende Interpretation
8 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die soziologische Rolle von Krankenkassen bei der Konstruktion von Gesundheitskompetenz in einer funktional differenzierten Gesellschaft. Sie analysiert, wie diese Organisationen durch Präventionsangebote Gesundheit als gesellschaftlich relevantes und bearbeitbares Problem etablieren und welche Einflussmöglichkeiten sowie Grenzen dabei bestehen.
3.1 Differenzierungstheoretische Beobachtung von Gesundheit
Wie kann die Beschreibung von Kickbusch soziologisch erklärt werden? Jürgen Pelikan (2009) kritisiert die einseitige Sichtweise einer "Gesundheitsgesellschaft", denn er geht von einer funktional differenzierten Gesellschaft aus, in der spezifische Systeme eine bestimmte gesellschaftliche Funktion erfüllen. Durch die zunehmenden Versuche positive Gesundheit gezielt zu produzieren spricht Pelikan von einem Gesundheitsförderungssystem als ein sich neu ausdifferenzierendes Funktionssystem (vgl. ebd.: 36). Die Organisationen innerhalb des Gesundheitsförderungssystems sehen suboptimale Gesundheit als ein bearbeitbares Problem. Pelikan beschreibt Gesundheit dabei als sozial bewertete und erwartete Qualität, die an Lebewesen beobachtet werden kann. Sie fungiert als Determinante, die das weitere Leben sowohl quantitativ (Lebenserwartung) als auch qualitativ (Lebensqualität) beeinflusst (vgl. ebd.: 31). Im Gegensatz dazu sieht er Krankheit als Ergebnis von verursachenden Faktoren, die die Lebensqualität und die quantitative Lebensdauer beeinträchtigen. Krankheit gilt als Abweichung von einem erwarteten Normalzustand und somit ist deren Entstehung gezielt präventiv vorzubeugen.
Nicht nur die Behandlung von Krankheit wird als machbar angesehen, sondern auch die Förderung von positiver Gesundheit (Pelikan 2009: 33f). Positive Gesundheit als Ergebnisqualität muss ständig reproduziert und beeinflusst werden. Sie entscheidet über die Funktionstüchtigkeit als Widerstandsfähigkeit gegenüber der Umwelt und über das subjektive Wohlbefinden bezogen auf Körper, Psyche und Sozialstatus. Pelikan geht von einer Bedeutungszunahme von Gesundheit in der gegenwärtigen Gesellschaft aus, die durch die funktionale Differenzierung erklärt werden kann. Diese Sichtweise beinhaltet die unterschiedliche Konstruktion von sozialer Realität und kann somit Hilfe bei der Beantwortung der Fragestellung leisten.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Allgegenwärtigkeit von Gesundheit in der modernen Gesellschaft dar, definiert Gesundheitskompetenz und leitet daraus die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Krankenkassen bei deren Konstruktion ab.
2 Gesundheit als soziales Konstrukt: Dieses Kapitel erläutert, wie Gesundheit soziologisch als gesellschaftlich konstruierte Ressource und als Ziel der Gesundheitsgesellschaft verstanden wird.
3 Theoretischer Hintergrund: Hier wird der theoretische Rahmen durch die Differenzierungstheorie von Luhmann und Pelikan sowie organisationstheoretische Ansätze, insbesondere von Hiller, Weick und Bode, aufgespannt.
4 Krankenkassen als Leitorganisation für den Funktionsbereich Gesundheitsförderung: Das Kapitel beschreibt Krankenkassen als hybride Organisationen, die im Kontext des Präventionsgesetzes und des Wettbewerbs eine zentrale Rolle in der Gesundheitsförderung einnehmen.
5 Fragestellung an das empirische Material: Dieses Kapitel leitet aus der Literatur konkrete Untersuchungsfragen ab, um die Rolle der Krankenkassen bei der Wirklichkeitskonstruktion im Bereich Gesundheit empirisch zu erfassen.
6 Methodisches Vorgehen: Die Arbeit nutzt eine qualitative Forschungsmethode, bei der drei offene Leitfadeninterviews mit Krankenkassenmitarbeitern mittels der dokumentarischen Methode nach Bohnsack analysiert werden.
7 Analyse: Der Kern der Arbeit unterteilt sich in die formale Interpretation der Interviewinhalte und die reflektierende Interpretation zur Rekonstruktion latenter Orientierungsmuster der Akteure.
8 Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird beantwortet, wie Krankenkassen durch Sinnerzeugungsprozesse Gesundheit als gesellschaftlich relevant etablieren und dabei das Dilemma zwischen gesetzlichem Auftrag, Wettbewerbsdruck und dem Präventionsdilemma navigieren.
Gesundheitskompetenz, Krankenkassen, Systemtheorie, soziale Konstruktion, Prävention, Gesundheitsförderung, Differenzierungstheorie, organisationale Entscheidung, Leitfadengespräche, dokumentarische Methode, Gesundheitsgesellschaft, Lebenswelten, Wettbewerb, Eigenverantwortung, Gesundheitsmanagement.
Die Arbeit untersucht, welche soziologische Bedeutung die Organisation "Krankenkasse" im Prozess der gesellschaftlichen Konstruktion von Gesundheit und Gesundheitskompetenz einnimmt.
Im Fokus stehen die systemtheoretische Betrachtung von Gesundheit als Code, die Rolle von Organisationen in funktional differenzierten Gesellschaften sowie die praktische Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention durch Krankenkassen.
Das Ziel ist es, die Rolle der Krankenkasse als Akteur zu analysieren, der durch Kommunikation und Angebote ein spezifisches Verständnis von "Gesundheit" in der Gesellschaft institutionalisiert.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Forschungsstrategie, konkret auf drei offenen Leitfadengesprächen mit Mitarbeitern von Krankenkassen, die im Anschluss mittels der dokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Hintergrund, die Darstellung der Krankenkasse als Leitorganisation sowie eine empirische Analyse, die formale und reflektierende Interpretationsschritte umfasst.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gesundheitskompetenz, Sozialkonstruktivismus, Systemtheorie nach Luhmann und das Konzept der "Gesundheitsgesellschaft" nach Kickbusch bestimmt.
Das Dokument zeigt, dass Krankenkassen versuchen, Präventionsangebote als Wettbewerbsvorteil zu nutzen, während sie gleichzeitig durch den Wettbewerbsdruck die Verbindlichkeit dieser Angebote für Versicherte nur schwer einfordern können.
In den Interviews wird die Schule als zentrales Setting identifiziert, da hier durch frühzeitige Sensibilisierung von Schülern nachhaltige Gesundheitsstrukturen geschaffen werden können, bevor eine "fehlende Kompetenz" verfestigt ist.
Obwohl die Mitarbeiter von der Notwendigkeit überzeugt sind, räumen sie ein, dass eine datengetriebene Evaluation der Wirksamkeit schwierig ist, weshalb Prävention primär über die Sinnhaftigkeit und langfristige Bedeutung legitimiert wird.
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