Bachelorarbeit, 2020
48 Seiten, Note: 2,0
1. Vorwort
1.1. Apokalypse – Ursprünge, Bedeutung, Funktion
1.2. Die Apokalypse im Zeichen der Moderne
1.3. Arbeitsvorgehen und Textauswahl
2. Jakob van Hoddis: Weltende
2.1. Weltende: Bruch oder Aufbruch der bürgerlichen Welt?
2.2. Die groteske Apokalypse
3. Georg Heym: Der Gott der Stadt
3.1. Das apokalyptische Potential der Großstadtbeschreibung
3.2. Mythos und bedrohliche Dämonologie
4. Georg Trakl: Grodek
4.1. Exkurs: Die „persönliche Apokalypse“ Georg Trakls
4.2. Religiosität in Trakls Werk?
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Ausprägungen des Apokalypse-Motivs in der Lyrik des Frühexpressionismus. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die behandelten Autoren das traditionelle Ende der Welt als absoluten Bruch, kritischen Aufbruch oder groteskes Szenario inszenieren und wie diese Visionen mit den gesellschaftlichen Umbrüchen der Moderne sowie den individuellen Kriegserfahrungen korrelieren.
2. Jakob van Hoddis: Weltende
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die historische und religiöse Tradition des Apokalypse-Motivs ein und erläutert dessen Bedeutung sowie die Relevanz für die Moderne.
1.1. Apokalypse – Ursprünge, Bedeutung, Funktion: Hier werden die biblischen Grundlagen der Apokalyptik dargelegt und deren Wandlung zu einer textuell vermittelten Weissagung und Erlösungsvision diskutiert.
1.2. Die Apokalypse im Zeichen der Moderne: Dieses Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen zivilisatorischen Modernisierungsprozessen wie Urbanisierung und Industrialisierung und dem Aufkommen apokalyptischer Ängste.
1.3. Arbeitsvorgehen und Textauswahl: Die Zielsetzung der Arbeit wird definiert, indem die Auswahl der drei Lyriker und ihre literarische Auseinandersetzung mit dem drohenden Untergang als Untersuchungsschwerpunkt vorgestellt werden.
2. Jakob van Hoddis: Weltende: Dieses Kapitel analysiert das berühmte Gedicht van Hoddis’ und die damit verbundene, auf das Zeitungszeitalter reagierende Ästhetik.
2.1. Weltende: Bruch oder Aufbruch der bürgerlichen Welt?: Es wird untersucht, ob das Gedicht eine endgültige Zerstörung darstellt oder eher eine ironische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Untergangsstimmung ist.
2.2. Die groteske Apokalypse: Dieser Teil widmet sich den grotesken Elementen im Gedicht und der Verfremdung traditioneller apokalyptischer Vorboten durch kabarettistische Mittel.
3. Georg Heym: Der Gott der Stadt: Das Kapitel betrachtet Heyms Großstadtlyrik als Auseinandersetzung mit der industriellen Metropole und der Personifikation des Untergangs.
3.1. Das apokalyptische Potential der Großstadtbeschreibung: Hier wird analysiert, wie Heym die Stadt als urbanen Raum des Verfalls und die industrielle Expansion als negative Kraft inszeniert.
3.2. Mythos und bedrohliche Dämonologie: Dieser Abschnitt exploriert die Bedeutung von dämonischen Gestalten und mythologischen Verweisen bei der Darstellung einer gottlosen oder von einem zürnenden Gott beherrschten Stadtwelt.
4. Georg Trakl: Grodek: Das letzte Kapitel analysiert Trakls Spätwerk vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs und dessen traumatische Auswirkungen auf den Autor.
4.1. Exkurs: Die „persönliche Apokalypse“ Georg Trakls: Dieser Teil betrachtet die biographischen Hintergründe des Gedichts und die existenzielle Not Trakls in Anbetracht der Kriegserlebnisse.
4.2. Religiosität in Trakls Werk?: Es wird kritisch hinterfragt, ob Trakls Gedicht als genuine religiöse Lyrik zu werten ist oder ob biblische Motive lediglich als Ausdruck von Schmerz und Sinnstiftung fungieren.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt die drei Autoren im Hinblick auf ihre spezifische Deutung von Untergang und Hoffnung gegenüber.
Apokalypse, Frühexpressionismus, Lyrik, Weltende, Jakob van Hoddis, Georg Heym, Georg Trakl, Großstadtlyrik, Moderne, Dämonisierung, Erster Weltkrieg, Groteske, Mythos, Religiosität, Untergangsstimmung
Die Arbeit analysiert, wie drei bedeutende frühexpressionistische Dichter das Motiv der Apokalypse in ihren Gedichten verarbeiten und literarisch gestalten.
Zentrale Themen sind der Einfluss von Urbanisierung und Industrialisierung auf die moderne Literatur, die Wahrnehmung des Weltuntergangs als Groteske, Dämonisierung oder persönliche Kriegskatastrophe.
Ziel ist es zu klären, ob der Untergang in der expressionistischen Lyrik als endgültiger Bruch wahrgenommen wird, eine Aufbruchsstimmung birgt oder lediglich ironisch-grotesk als Ausdruck medialer Überreizung eingesetzt wird.
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte literaturwissenschaftliche Textanalyse, kombiniert mit historischen, biographischen und kulturwissenschaftlichen Kontexten.
Im Hauptteil werden exemplarisch drei Gedichte analysiert: „Weltende“ von Jakob van Hoddis, „Der Gott der Stadt“ von Georg Heym und „Grodek“ von Georg Trakl.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Apokalypse, Expressionismus, Moderne, Großstadt, Dämonologie und individuelle Untergangsvision.
Bei van Hoddis dient das Groteske dazu, die zeitgenössische Angst vor dem Weltende durch eine ironische Distanzierung und eine collageartige Montagetechnik als scheinhaft oder banale mediale Inszenierung zu entlarven.
Trakl verbindet das apokalyptische Motiv stärker mit persönlichen, traumatischen Kriegserfahrungen und religiösen Metaphern, die jedoch nicht als Ausdruck eines Glaubens, sondern als Mittel zur Sinnstiftung von Gewalt und Leid dienen.
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