Diplomarbeit, 2008
94 Seiten, Note: 5.7
1. Einleitung
1.2 Hypothese
2. Bewusstseinsmässig beeinträchtigt statt geistig behindert?
3. Die Grundlagenforschungen hinter IntraActPlus
3.1 Einleitung
3.2 Das Gehirn
3.2.1 Leistungsfähigkeit
3.3 Das Gedächtnis
3.3.1 Wiederholung vor Vergessen
3.4 Funktionsweisen des Gedächtnisses
3.4.1 Ultra-Kurzzeit-Gedächtnis
3.4.2 Kurzzeitgedächtnis
3.4.3 Langzeitgedächtnis
3.5 Unterschiedliche Gedächtnisformen
3.6 Vergessen
3.7 Automatisch lernt sich einfacher
3.7.1 Unterschiede zwischen bewusstem und automatisiertem Verhalten
3.7.2 Durch kortikale Neuorganisation entsteht Leistungssteigerung
3.8 Das Aktivierungsniveau
3.9 Lernen
4. Das IntraActPlus-Konzept von Jansen und Streit
4.1 Einleitung
4.2 Konzept und Anwendung
4.3 IntraActPlus als Therapie für Therapeuten
4.3.1 Kinder und Jugendliche
4.3.2 Erwachsene
4.4 IntraActPlus als Lehrmittel
4.5 Grundlegende Prinzipien des IntraActPlus-Konzepts
4.5.1 Lernen oder Nichtlernen
4.5.2 Die wichtigsten Lernmethoden
4.5.3 Beziehungssignale
4.5.4 Oberziele und Ziele
4.5.5 Teilleistungsstörungen sind keine Lern- und Leistungsstörungen
4.6 Das diagnostische Verfahren bei IntraActPlus
4.6.1 Die drei Ebenen des Verhaltens
4.6.2 Video Standardsituationen
4.6.3 Beobachtungsbögen
4.7 Schlussfolgerung
5. Lernen und Verhalten
5.1 Einleitung
5.2 Widerstände verhindern erfolgreiches Lernen
5.3 Wie Widerstände aufgebaut werden
5.4 Belohnung und Bestrafung
5.4.1 Durchsetzen in fünf Schritten
5.5 Schlussfolgerungen
6. Beziehung ist alles
6.1 Einleitung
6.2 Bindung und Exploration
6.3 Die Grösse Beziehung beim Lernen
6.4 Starke Bindung macht gesund
6.5 Beziehung fördert Resilienz
6.6 Schlussfolgerungen
7. Das IntraActPlus-Konzept in Sonderschulen
7.1 Einleitung
7.2 Voraussetzungen
7.3 Umsetzungen
7.3.1 Forderungen an einen modernen Unterricht
7.3.2 Lernen in 5 Stufen
7.3.3 Tägliches Wiederholen
7.3.4 Lernen mit Stellvertretern
7.3.5 Rückmeldungen im Sekundenbereich
7.4 Erfahrungsberichte
7.5 Schlussfolgerung
8. Was spricht gegen das IntraActPlus-Konzept?
8.1 Einführung
8.2 Kritiker des Lese- und Schreiblehrgangs
8.3 Kritik aus der Praxis
8.4 Gedanken um die methodischen Möglichkeiten und Grenzen
8.5 Schlussfolgerungen
9. Interview mit Dr. Fritz Jansen
9.1 Schlussfolgerungen aus dem Interview
10. Umfrage
10.1 Einleitung
10.2 Konzept und Fragestellungen
10.3 Auswertung
10.3.1 Hausaufgaben
10.3.2 Lernen
10.3.3 Beziehung
10.3.4 Verhalten
10.4 Schlussfolgerungen
11. Zusammenfassung
11.2 Abschliessendes Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Effektivität des IntraActPlus-Konzepts (IAP) für Schüler mit bewusstseinsmäßigen Beeinträchtigungen. Der Autor hinterfragt, wie durch wissenschaftlich fundierte Lernmethoden und den bewussten Aufbau positiver Beziehungsstrukturen sowohl die Lernleistung als auch die Resilienz der betroffenen Kinder gefördert werden können.
3.1 Einleitung
Das IAP-Konzept stützt sich auf Forschungsresultate, die der Wissenschaft schon seit Jahrzehnten bekannt sind. Die beiden Psychologen Walter Schneider und Richard Shiffrin (1977a) publizierten zwei Studien im Fachmagazin „Psychological Review“, die heute als Meilensteine in der Geschichte der Forschung gelten. Sie entdeckten zwei grundlegende Arten des Verhaltens und bezeichneten diese als bewusst kontrolliertes und automatisches Verhalten und fanden heraus, dass sich Abläufe im Gehirn unter zwei Bedingungen automatisieren lassen:
1. Eine hohe Anzahl von Wiederholungen. Einmal pro Woche üben reicht nicht. Bei vier Mal pro Tag sieht es andererseits sehr gut aus für den Lernerfolg.
2. Ein Reiz soll immer mit dem gleichen Verhalten beantwortet werden. Wer also beim Üben „A“ auf dem Papier sieht, soll auch „A“ sagen. Wird „A“ zu oft als „B“ bezeichnet, wird kein oder gar ein falsches Verhalten antrainiert.
Warum dauerte es drei Jahrzehnte, bis die Studienresultate – endlich in brauchbare Form gefasst – bei den Schülern auf den Tischen lagen, wie zum Beispiel das von Jansen und seinen Mitarbeitern entwickelte Lese- und Rechtschreib-Lehrmittel? „Bei Grundlagenforschern gibt es immer eine gewisse Arroganz. Sie haben kein Interesse an der Praxisanwendung ihrer Forschung“, ausserdem hätten Lehrpersonen und Heilpädagogen wenig Interesse an komplizierten Fachartikeln, sagte Jansen am Rande eines Seminars am Kinderspital Zürich. Die Bedingungen sind also ideal dafür, dass Wissen in den Bücherregalen verstaubt.
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich des Lernens unter schwierigen Bedingungen und Einführung in das IntraActPlus-Konzept.
2. Bewusstseinsmässig beeinträchtigt statt geistig behindert?: Diskussion über die Definition und Stigmatisierung von geistiger Behinderung.
3. Die Grundlagenforschungen hinter IntraActPlus: Analyse neurobiologischer und psychologischer Voraussetzungen für Lernprozesse, wie Gedächtnis, Automatisierung und Aktivierungsniveau.
4. Das IntraActPlus-Konzept von Jansen und Streit: Vorstellung des verhaltenstherapeutischen Ansatzes und seiner diagnostischen Instrumente.
5. Lernen und Verhalten: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Erziehungshaltung und der Entwicklung von Verhaltensstörungen bei Schülern.
6. Beziehung ist alles: Bedeutung der emotionalen Bindung als fundamentale Voraussetzung für Resilienz und schulische Lernfortschritte.
7. Das IntraActPlus-Konzept in Sonderschulen: Praktische Umsetzung des IAP-Konzepts im schulischen Alltag inklusive Erfahrungsberichten.
8. Was spricht gegen das IntraActPlus-Konzept?: Reflexion kritischer Stimmen aus der Praxis und methodischer Grenzen.
9. Interview mit Dr. Fritz Jansen: Expertengespräch über die wissenschaftliche Fundierung und praktische Anwendung des Konzepts.
10. Umfrage: Statistische Auswertung und qualitative Analyse der Haltung von Lehrpersonen zu Lernmethoden, Beziehung und Störungen im Unterricht.
11. Zusammenfassung: Resümee der wichtigsten Erkenntnisse und Beantwortung der Ausgangshypothese.
IntraActPlus, Lernstörungen, Sonderschule, Eigensteuerung, Automatisierung, Gedächtnis, Wiederholung, Beziehungsgestaltung, Resilienz, Video-Diagnostik, Verhaltensmodifikation, Lehrkompetenz, Lernmotivation, Neurobiologie, Unterrichtsführung.
Die Diplomarbeit untersucht das IntraActPlus-Konzept von Dr. Fritz Jansen im Kontext der Sonderschulpädagogik und analysiert, wie dessen Prinzipien bei Schülern mit Lern- und Leistungsstörungen angewendet werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Neurobiologie des Lernens, der Bedeutung von Lehrer-Schüler-Beziehungen, der Automatisierung von Lerninhalten und dem gezielten Umgang mit Verhaltenswiderständen.
Das Ziel ist es, zu klären, wie erfolgreich IAP-Lehrmethoden bei Schülern mit bewusstseinsmäßigen Beeinträchtigungen sind und welche Möglichkeiten sowie Grenzen dieses verhaltenstherapeutische Modell im Unterricht bietet.
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, einer qualitativen Umfrage unter 37 Lehrpersonen sowie einem Experteninterview mit Dr. Fritz Jansen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Struktur des IAP-Konzepts, Praxisberichte von Anwendern sowie die kritische Reflexion des Ansatzes.
Die zentralen Begriffe sind IntraActPlus, Automatisierung, Eigensteuerung, Resilienz und Beziehungsgestaltung.
Der Autor sieht die Lehrperson nicht nur als Vermittler von Wissen, sondern als Vorbild und Gestalter einer lernförderlichen Beziehung, wobei die Fähigkeit zur Selbstreflexion mittels Video-Analyse eine zentrale Rolle einnimmt.
Der Autor argumentiert, dass die klassische Bezeichnung oft statisch ist und Defizite in den Vordergrund stellt. Der Begriff „bewusstseinsmäßig beeinträchtigt“ betont hingegen die individuellen Potenziale und die dynamische Interaktion zwischen Kind und Umwelt.
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