Examensarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 2,7
Ingenieurwissenschaften - Metallbautechnik und Metallverarbeitung
1 Einleitung
2 Aspekte zeitgemäßer Berufsausbildung
2.1 Individualisierte Lernprozesse
2.2 Das Lernfeldkonzept
2.2.1 Didaktische Grundsätze
2.2.2 Das Erarbeiten von Lernsituationen
2.2.3 Auswirkungen auf die Struktur schulischer Berufsausbildung
2.3 Die Projektmethode
2.3.1 Definition des Projektbegriffes nach DIN
2.3.2 Definition der Projektmethode nach Karl FREY
2.3.3 Merkmale eines Projektes
2.3.4 Komponenten der Projektmethode
2.3.5 Stärken und Schwächen
2.3.6 Besonderer Bedarf an der Berufsschule
3. Innovationen im Innenraum – Das Projekt
3.1 Der Ausbildungsberuf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker
3.1.1 Der Rahmenlehrplan der KMK
3.1.2 Die Ausbildungsordnung des Bundes
3.1.3 Das Lernfeld 12K des Karosserie- und Fahrzeugmechanikers
3.2 Gängige Werkstoffe in der Innenraumgestaltung
3.2.1 Thermoplaste und Blends
3.2.1.1 Polypropylen (PP)
3.2.1.2 Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer (ABS)
3.2.1.3 Poly(vinylchlorid) (PVC)
3.2.2 Der Spezialkunststoff Polyurethan (PUR)
3.2.3 Duroplaste
3.2.4 Textile Werkstoffe
3.3 Gängige Fertigungsverfahren in der Innenraumgestaltung
3.3.1 Spritzgießen
3.3.2 Spritzgießen im GID-Verfahren
3.3.3 Schäumen
3.3.4 Beschichten
3.4 Innovative Werkstoffe und Fertigungsverfahren
3.4.1 Die Vielfalt von Polyurethanen im Interieurdesign
3.4.2 Gestaltung von Oberflächen
3.4.3 Die PUR-Gießhaut
3.4.4 PUR-Sprühhaut
3.4.5 TPU-Slush
3.4.6 IMC-Slush
3.4.7 Leder im Interieurdesign
3.4.8 Das S-RIM-Verfahren
3.4.9 Das LFI-Verfahren
3.4.10 SkinForm und puroskin
3.5 Das Projektkonzept
3.5.1 Projektartiges Lernen und Projektarbeit
3.5.2 Planung der Projektarbeit
3.5.3 Die Projektskizze vorab
3.5.3.1 Disposition der Projektzeit
3.5.3.2 Gestaltung der Projektumgebung
3.5.3.3 Erforderliches Grundwissen
3.5.3.4 Das Anforderungsprofil
3.5.4 Der Weg zur Lernsituation: Der Kundenauftrag
3.5.5 Das Lehr-Lern-Arrangement
3.5.6 Sinnvolle Gruppenbildung
3.5.7 Ablauf des Projektes
3.5.8 Das Endprodukt Portfolio
4 Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein praxisnahes Unterrichtsprojekt für das Lernfeld 12K der Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker zu entwickeln, das technische Innovationen in der Innenraumgestaltung integriert und das Lernfeldkonzept methodisch umsetzt.
3.4.1 Die Vielfalt von Polyurethanen im Interieurdesign
Das Beispiel der Instrumententafel eignet sich gut zur Demonstration der Rolle der Polyurethane als zukunftsträchtige Materialien im automobilen Innenraumdesign.
Instrumententafeln im Automobilbereich wurden ab den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts aufgeschäumt verwendet.
Dies geschah aus Motiven der Sicherheit, beispielsweise beim Kopfaufprall, wie auch wegen gestiegener Anforderungen an das Armaturenbrett – die Instrumente wurden immer zahlreicher, zusätzliche Module mussten untergebracht werden – kurz, das Material der Instrumententafeln musste noch leichter, stabiler und weicher werden als zuvor – bereits in den dreißiger Jahren verwendete man Kunstharzverstärkte Faserwerkstoffe, kaum Metalle75.
Als man nun Instrumententafeln zu schäumen begann, verwendete man Träger aus Stahlblech, zog ABS-PVC-Folien tief und schäumte mit Niederdruck ins geschlossene Werkzeug. Man wendete Wachse als Trennmittel an (vgl. MAYER 1998, S. 111).
Im Großen und Ganzen blieb dieser Aufbau innerhalb der nächsten zwanzig Jahre Standard, im Bereich der Fertigungsverfahren jedoch machte man große Fortschritte.
So stieg man beim Tiefziehen vom manuellen Entnehmen der Folien auf den Vollautomat um, verringerte die Reaktionszeit des PUR-Schaums um 70 %, verringerte die Dichte von etwa 250 g/l auf etwa 150 g/l und wendete nicht mehr Niederdruck, sondern Hochdruck beim Schäumen an. Das Wachstrennmittel wurde ebenso ersetzt, erst durch gesprühtes auf Lösungsmittelbasis, später dann durch wässrige Dispersion (vgl. MAYER 1998, S. 112).
Ende der 1980er Jahre verwendete man verstärkt die Powder-Slush-Technologie mit PVC, um das Alterungsverhalten zu verbessern und Leder besser imitieren zu können. Die PUR Technologie machte Fortschritte, es waren Sprühhäute möglich, in der letzten 5er-Reihe beispielsweise fertigte BMW die Instrumententafel komplett aus Polyurethan – Träger, Haut und Schaum.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Herausforderung, schulische Berufsausbildung und wirtschaftliche Realität durch moderne Unterrichtskonzepte zu vereinen.
2 Aspekte zeitgemäßer Berufsausbildung: Es werden didaktische Grundlagen wie das Lernfeldkonzept, die Projektmethode und die Bedeutung individueller Lernprozesse erörtert.
3. Innovationen im Innenraum – Das Projekt: Dieses Hauptkapitel detailliert die berufliche Ausbildung des Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikers sowie spezifische Werkstoffe und Fertigungsverfahren für die Innenraumgestaltung, inklusive einer didaktischen Projektplanung.
4 Schlussbemerkung: Der Autor resümiert die Projekterstellung und betont die Anpassbarkeit des Konzepts für die Integration technischer Neuerungen in die Ausbildung.
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Lernfeldkonzept, Projektmethode, Innenraumgestaltung, Polyurethane, Spritzgießen, Handlungsorientierung, Instrumententafel, Berufsbildung, Fertigungsverfahren, Werkstofftechnik, Portfolio, Kundenauftrag, berufliche Fachrichtung, Innovation.
Die Arbeit behandelt die didaktische Konzeption eines Unterrichtsprojekts zur automobilen Innenraumgestaltung für angehende Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker.
Im Mittelpunkt stehen die moderne berufliche Didaktik, die Werkstoffkunde technischer Kunststoffe sowie innovative Fertigungsprozesse im Fahrzeugbau.
Das Ziel ist die Entwicklung eines Projekts, das handlungsorientiertes Lernen ermöglicht und aktuelle technische Innovationen praxisnah in den Lehrplan integriert.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung didaktischer Konzepte (wie der Projektmethode nach Karl Frey) sowie einer fachwissenschaftlichen Analyse technischer Verfahren.
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Ausbildung, klassische sowie moderne Fertigungsverfahren (z.B. PUR-Gießhaut, TPU-Slush) und entwickelt darauf aufbauend ein konkretes Projektkonzept.
Wichtige Begriffe sind Lernfeldkonzept, Projektmethode, Polyurethane, Handlungsorientierung und Fahrzeuginnenraumgestaltung.
Das Fahrzeug dient als realistisches Szenario, da für solche Oldtimer kaum noch Ersatzteile am Markt verfügbar sind, was die Notwendigkeit zur Eigenfertigung unterstreicht.
Da sich Fahrzeuge technisch und optisch immer stärker angleichen, gewinnt die subjektive Haptik (Berühr- und Druckhaptik) als Qualitätsmerkmal und Unterscheidungsfaktor an Bedeutung.
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