Bachelorarbeit, 2020
48 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Das sms4science-Projekt
3. Das Schweizer SMS-Korpus
4. Einordnung der SMS als Kommunikationsform und Begriffsklärung
4.1. Technische Eigenschaften von SMS
4.2. SMS als mobile Keyboard-to-screen-Kommunikation
5. Linguistische Aspekte der SMS-Kommunikation
5.1. Sprachliche Merkmale von SMS
5.2. SMS im Spannungsfeld Mündlichkeit und Schriftlichkeit
6. Analyse der französischsprachigen SMS
6.1. Das Korpus
6.2. Einführung in 'Stylo R'
6.3. Explorative Visualisierung und Untersuchung mit Gephi
6.4. Ergebnisse der Untersuchung
a) Ergebnisse Männer und Frauen
b) Ergebnisse „alt“ und „jung“
c) Ergebnisse hoher/niedrigerer Bildungsgrad
d) Ergebnisse "Ausreißergruppe"
7. Fazit
8. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss soziodemographischer Faktoren – namentlich Geschlecht, Alter und Bildungsgrad – auf den Schreibstil in französischsprachigen Kurznachrichten. Ziel ist es, durch quantitative computerlinguistische Analysen auf Basis eines Subkorpus des "Schweizer SMS-Korpus" aufzudecken, ob und wie sich diese Faktoren in der Textgestaltung, der Wortwahl und der Verwendung von SMS-typischen Merkmalen widerspiegeln.
4.2 SMS als Keyboard-to-Screen-Communication
In der medien- und kommunikationswissenschaftlichen Diskussion zur Einordnung der SMS wurden bereits viele Bezeichnungen diskutiert: „computer mediated communication“ (CMC), „electronically mediated communication“ (EMC) (Vgl. Jucker/Dürscheid, 2012), „internet-based communication“ (IBC) (Vgl. Beißwenger, 2007). Jucker und Dürscheid (2012) schlagen als übergreifenden Begriff „keyboard-to-screen-communication“ (KSC) vor, der sich durch drei distinktive Eigenschaften auszeichnet. KSC ist „a) primarily graphically realized, b) either in a one-to-one, a one-to-many or a many-to-many-format and c) mediated by cell phones, smart phones, or networked PC tablets and computers“ (Jucker/Dürscheid, 2012, S.40-41).
Dieser Oberbegriff umfasst somit unter anderem die Kommunikationsformen E-Mail, SMS, Chat und Instant Messaging.
Er hat gegenüber den anderen Begriffen den Vorteil, dass er die verschiedenen ähnlichen elektronischen Kommunikationsformen unter einem Oberbegriff zusammenfasst und Probleme mit den vorherigen Begriffen auflöst. So ist die Kommunikation per Handy und gerade die SMS, die über das GSM-Netz läuft, nicht „internet-based“ im technischen Sinne.
Ich werde daher für die folgende Untersuchung die SMS als mobile asynchrone „keyboard-to-screen-communication“ über das Medium Handy beziehungsweise Smartphone begreifen. Im Sinne der Definition von Jucker und Dürscheid (siehe oben) ist die SMS graphisch realisierte Eins-zu-eins-Kommunikation, die durch Handys oder Smartphones empfangen und versendet werden kann und entspricht daher vollumfänglich der Definition von KSC.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der SMS-Kommunikation ein und erläutert die Datengrundlage sowie das Ziel der Arbeit, Schreibstile unter soziodemographischen Aspekten zu untersuchen.
2. Das sms4science-Projekt: Das Kapitel beschreibt den Ursprung des Forschungsprojekts an der Katholischen Universität Louvain zur Sammlung von SMS-Nachrichten für wissenschaftliche Zwecke.
3. Das Schweizer SMS-Korpus: Hier werden die Entstehung des Schweizer Korpus, die Kooperation mit Swisscom und die begleitende Erhebung demographischer Daten der Teilnehmer dargelegt.
4. Einordnung der SMS als Kommunikationsform und Begriffsklärung: Dieses Kapitel erörtert technische Aspekte der SMS und begründet die Wahl des Begriffs „Keyboard-to-Screen-Communication“ für die Analyse.
5. Linguistische Aspekte der SMS-Kommunikation: Es erfolgt eine Übersicht linguistischer Merkmale wie Sonderzeichen, Abkürzungen und Floskeln sowie die Einordnung der SMS in das Modell von Koch/Oesterreicher.
6. Analyse der französischsprachigen SMS: Das Hauptkapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise mit 'Stylo R', 'Gephi' und 'Voyant Tools' sowie die detaillierte Auswertung nach verschiedenen soziodemographischen Gruppen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass insbesondere der Faktor „Alter“ einen signifikanten Einfluss auf den Schreibstil hat, während der Einfluss des Bildungsgrades weniger deutlich ausfällt.
8. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen der wissenschaftlichen Untersuchung auf.
SMS, Korpuslinguistik, Stilometrie, Keyboard-to-Screen-Communication, Sprachwandel, Soziolinguistik, Stylo R, Gephi, Voyant Tools, SMS-Sprache, Kurzformen, Geschlechterforschung, Altersgruppen, französische Sprache, digitale Kommunikation.
Die Arbeit untersucht den Schreibstil in französischsprachigen SMS und analysiert, inwiefern soziodemographische Faktoren wie Alter, Geschlecht und Bildungsgrad die Art und Weise beeinflussen, wie Menschen in Kurznachrichten kommunizieren.
Zentrale Themen sind die linguistische Beschaffenheit von SMS-Texten, die methodische Anwendung computerlinguistischer Analysetools (Stilometrie) und der soziolinguistische Vergleich verschiedener Nutzergruppen.
Das Ziel ist es, durch die Analyse eines Datensatzes von 87 Personen herauszufinden, ob sich statistisch signifikante Unterschiede im Sprachgebrauch zwischen Männern und Frauen, Jüngeren und Älteren sowie unterschiedlichen Bildungsschichten objektivieren lassen.
Die Autorin verwendet einen explorativen Ansatz mittels stilometrischer Verfahren ('Stylo R'), Netzwerkanalysen ('Gephi') sowie Frequenzanalysen und Trend-Untersuchungen ('Voyant Tools').
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung der SMS-Kommunikation sowie die empirische Analyse des Subkorpus, in der die Ergebnisse nach soziodemographischen Kategorien detailliert ausgewertet werden.
Wichtige Begriffe sind SMS-Sprache, Korpuslinguistik, Computer-Mediated Communication (CMC), statistische Stilometrie und die Analyse von Sprachmustern in asynchronen Kommunikationsformen.
Der Begriff ist präziser, da SMS technisch über das GSM-Netz übertragen werden und nicht zwingend eine Internetverbindung erfordern, was ihn zu einer passenderen Bezeichnung für die Kommunikationsform Handy-SMS macht.
Die Analyse zeigt, dass eine spezifische Gruppe junger Frauen durch exzessive Nutzung von Elisionen (besonders Apokope) eine "geschriebene gesprochene Sprache" verwendet, die sich stark vom Rest des Korpus abhebt.
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