Masterarbeit, 2021
89 Seiten, Note: 7
1 Einleitung
2 Forschungsstand
3 Persönlichkeitsstörungen
3.1 Allgemeine Informationen zu Persönlichkeitsstörungen
3.2 Borderline-Störungen
3.3 Kinder und Jugendliche mit einer Borderline-Störung – Herausforderungen
3.3.1 In der Familie
3.3.2 In Heim/Wohngruppe/Betreutem Wohnen
4 Die Forschungsziele und der Feldzugang
5 Qualitative Forschung
5.1 Qualitative Sozialforschung
5.2 Die fünf Postulate qualitativen Denkens
5.3 Die 13 Säulen des qualitativen Denkens
5.3.1 Einzelfallbezogenheit
5.3.2 Offenheit
5.3.3 Methodenkontrolle
5.3.4 Vorverständnis
5.3.5 Introspektion
5.3.6 Forscher*in-Gegenstands-Interaktion
5.3.7 Ganzheit
5.3.8 Historizität
5.3.9 Problemorientierung
5.3.10 Argumentative Verallgemeinerung
5.3.11 Induktion
5.3.12 Regelbegriff
5.3.13 Quantifizierbarkeit
6 Methodik
6.1 Theoretische Einführung in die Erhebungsmethode
6.1.1 Interview
6.1.2 Experteninterview
6.2 Methodische Vorgehensweise der Untersuchung
6.3 Vor- und Nachteile der Methode
6.3.1 Vorteile
6.3.2 Nachteile
6.3.3 Gesamteinschätzung der Vor- und Nachteile
7 Auswertung
7.1 Theoretische Einführung in die Auswertungsmethode
7.2 Methodische Vorgehen beim Auswerten
7.3 Beschreibende Zusammenfassung der Ergebnisse
8 Darstellung der Forschungsergebnisse
8.1 Analyse der Veränderungen durch die Pandemie
8.1.1 Verhalten von jungen Menschen mit Borderline-Störung vor der Corona-Pandemie und Verhaltensänderungen durch die Corona-Pandemie
8.1.2 Wohlergehen der Borderline-Betroffenen seit der Corona-Pandemie
8.1.3 Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gesprächsthemen und Sorgen der Betroffenen
8.1.4 Pandemiebedingte Veränderungen in der stationären Versorgung wie in Heim/Wohngruppe/Betreutem Wohnen
8.1.5 Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte im Umgang mit Menschen mit Borderline-Störungen vor und seit der Corona-Pandemie
8.1.6 Pädagogische Herausforderungen in der stationären Versorgung durch Nähe und Distanz
8.1.7 Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in der stationären Versorgung
8.2 Gesamtdarstellung der wichtigsten Kernergebnisse
9 Bedarfe von Menschen mit einer psychischen Erkrankung
9.1 Aus Sicht der Pädagogin
10 Schluss
10.1 Zusammenfassung
10.2 Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, die in stationären pädagogischen Einrichtungen leben, wobei der Fokus auf den Veränderungen in ihrem Verhalten, ihrem Wohlbefinden sowie der pädagogischen Arbeit liegt.
8.1.4 Pandemiebedingte Veränderungen in der stationären Versorgung wie in Heim/Wohngruppe/Betreutem Wohnen
Bei dieser Frage wird schnell deutlich, dass die pädagogischen Expertinnen aus unterschiedlichen Einrichtungen sind, denn sie berichten von unterschiedlichen Veränderungen in den Tagesabläufen und sonstigen Strukturen. Dennoch gibt es auch viele Ähnlichkeiten zwischen den Einrichtungen, was ein Anzeichen dafür ist, dass alle sich an die gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen halten mussten. Darüber hinaus gibt es institutionsinterne Reglungen, die von den Trägern hinzugefügt wurden. Diese werden in den vielseitigen und unterschiedlichen Beschreibungen der Expertinnen deutlich, denn die Expertinnen beschreiben ihre Tagesabläufe vor und seit der Corona-Pandemie sehr ausführlich. Die erste Expertin berichtet über ihren Alltag, indem sie sagt:
„Wir müssen natürlich die Maske tragen. Wir müssen Abstand halten. Wir müssen desinfizieren nach unseren Diensten. Bevor wir nach Hause gehen, müssen die Kontaktflächen desinfiziert werden. Wir müssen vielmehr die Bewohner auf die Regeln und die Abstandsregeln, die Maskenregeln, die Kontaktverbote hinweisen. Da sind wir eigentlich (lacht) am meisten mit beschäftigt. Dass wir darauf hinweisen müssen, dass sich eben an die Pandemie-Regeln gehalten wird“ (Transkript Nr. 1, S. 3, Z. 75-80).
„Man war eher für den Tagesablauf zuständig. Die Jugendlichen sollen verselbständigt werden. Es geht darum, dass sie lernen, auch mal mit einem Wecker aufzustehen. Dass sie lernen, sich alleine morgens ein Frühstück zu machen. Dass sie ihre Therapien selbständig und alleine wahrnehmen. Dass auch Einkäufe für geplante Essen, am Wochenende wollen wir Spaghetti mit Tomatensauce kochen. Was braucht man dafür, dass das alleine, selbständig stattfindet? Wie wird mein Bett gemacht? Wie wasche ich meine Wäsche? Diese Verselbständigungsdinge, da war viel mehr Zeit für und da konnten wir uns mehr drauf fokussieren. Das ist jetzt in den Hintergrund gerückt“ (Transkript Nr. 1, S. 3, Z. 84-91).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, insbesondere der Borderline-Störung, sowie Darlegung der Forschungsfrage.
2 Forschungsstand: Überblick über aktuelle Studien, wie COPSY, JuCo und KiCo, bezüglich der psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen durch die Pandemie.
3 Persönlichkeitsstörungen: Theoretische Einführung in das Störungsbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung und die besonderen Herausforderungen für Kinder und Jugendliche in der Familie und stationären Wohnformen.
4 Die Forschungsziele und der Feldzugang: Erläuterung der Motivation für die Studie sowie die Beschreibung des Zugangs zu den befragten pädagogischen Fachkräften unter erschwerten Bedingungen.
5 Qualitative Forschung: Darlegung der methodologischen Grundlagen der qualitativen Forschung, einschließlich der fünf Postulate und der 13 Säulen nach Mayring.
6 Methodik: Beschreibung des Experteninterviews als Erhebungsinstrument und Darstellung des methodischen Vorgehens bei der Untersuchung sowie eine Reflexion über Vor- und Nachteile.
7 Auswertung: Erläuterung der Auswertungsmethode der qualitativen Inhaltsanalyse und Darstellung der Vorgehensweise bei der Kodierung und Interpretation der Daten.
8 Darstellung der Forschungsergebnisse: Ausführliche Analyse der durch die Pandemie bedingten Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen von Betroffenen und pädagogischen Fachkräften.
9 Bedarfe von Menschen mit einer psychischen Erkrankung: Exkurs zu den spezifischen Bedürfnissen und Mängeln im Sozial- und Gesundheitswesen aus der Sicht einer befragten Pädagogin.
10 Schluss: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Borderline-Persönlichkeitsstörung, Corona-Pandemie, stationäre Versorgung, pädagogische Fachkräfte, psychische Gesundheit, qualitative Sozialforschung, Experteninterview, Nähe und Distanz, Verhaltensänderungen, Resilienz, Jugendliche, Wohngruppe, Fremdunterbringung, Inhaltsanalyse, Verselbständigung.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, die in stationären pädagogischen Einrichtungen betreut werden.
Die Themen umfassen die Veränderung des Verhaltens und Wohlbefindens von Betroffenen, die Rolle der pädagogischen Fachkräfte als Familienersatz sowie die Herausforderungen von Nähe und Distanz unter Pandemiebedingungen.
Das Ziel ist es, Forschungslücken in der Schnittstelle von Sozial- und Gesundheitswesen zu schließen und aufzuzeigen, wie sich die Pandemie auf Jugendliche mit Borderline-Störung und deren pädagogisches Umfeld auswirkt.
Es wurde eine qualitative empirische Analyse durchgeführt, für die drei Experteninterviews mit pädagogischen Fachkräften aus stationären Einrichtungen geführt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Borderline-Störungen, die Darstellung der qualitativen Forschungsmethodik sowie die detaillierte Auswertung der Interviews zu verschiedenen Aspekten des stationären Alltags während der Pandemie.
Zu den prägenden Begriffen zählen Borderline-Persönlichkeitsstörung, stationäre Versorgung, pädagogische Interaktion, psychische Gesundheit und qualitative Inhaltsanalyse.
Die Expertinnen geben an, dass durch den Wegfall von Strukturen, sozialen Kontakten und der "Außenwelt" die Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung intensiviert wurde, was zu mehr Selbstverletzungen und depressiven Episoden führte.
Es wird kritisiert, dass der Bereich der Jugendhilfe und Behindertenarbeit in der politischen Wahrnehmung und bei der Bereitstellung von Ressourcen oder klaren Anweisungen oft vernachlässigt wurde.
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