Diplomarbeit, 2008
154 Seiten, Note: 1,0
I. EINLEITUNG
II. JUGENDKRIMINALITÄT – BEGRIFFLICHKEITEN SOWIE THEORETISCHE UND EMPIRISCHE ERKENNTNISSE
1. Begrifflichkeiten
1.1 Jugendliche – Heranwachsende: Altersphaseneinteilung aus verschiedenen Perspektiven
1.2 Kriminalität, Verbrechen, kriminell, abweichendes Verhalten – Jugendkriminalität und -delinquenz: Eine inhaltliche Annäherung an diese Begrifflichkeiten
2. Die Jugendphase im menschlichen Lebenslauf – Ein Exkurs
2.1 Entdeckung der Jugend als eigenständige Lebensphase
2.2 Merkmale und Entwicklungsaufgaben der Jugendphase
2.3 Resümee
3. Ausmaß und Struktur jugendlicher Kriminalität
3.1 Polizeilich registrierte Kriminalität Jugendlicher in Deutschland
3.1.1 Kriminalstatistische Erkenntnismittel
3.1.2 Ausmaß jugendlicher Kriminalität
3.1.3 Jugendspezifische Delikte
3.2 Polizeilich registrierte Kriminalität versus Kriminalitätswirklichkeit
3.3 Aktuelles Bild von Jugendkriminalität
4. Ausgewählte Kriminalitätstheorien
4.1 Personenbezogene Theorien und Ansätze – Ätiologisch-individualisierende Ansätze
4.1.1 Psychoanalytischer Ansatz
4.1.2 Theorie des sozialen Lernens
4.1.3 Die Theorie der differentiellen Kontakte
4.2 Soziologische Kriminalitätstheorien – Ätiologisch-sozialstrukturelle Ansätze
4.2.1 Anomietheorie
4.2.2 Subkulturtheorien
4.3 Etikettierungsansätze – Kriminalität als Zuschreibung und Selektion
III. JUGENDKRIMINALITÄT – EIN SOZIALPÄDAGOGISCHES AUFGABENFELD
1. Jugendkriminalität begünstigende Einflüsse
1.1 Familienstruktur und familiale Situation
1.2 Einfluss der Bildungsinstitutionen
1.3 Einfluss der Peer-Group
1.4 Einfluss der Massenmedien
2. Kriminalprävention – Begriff und Dimensionen
2.1 Der Begriff ‚Kriminalprävention’
2.2 Dimensionen der Kriminalprävention
2.2.1 Systematisierung der Kriminalprävention
2.2.2 Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention
2.2.3 Weitere Kategorien der Kriminalprävention
2.2.4 Grenzen und Möglichkeiten der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention
3. Soziale Arbeit und Kriminalprävention
3.1 Kriminalprävention als interdisziplinäres Aufgabenfeld
3.2 Kriminalpräventive Maßnahmen der sozialen Arbeit
4. Sozialpädagogische Hilfen und Angebote für junge Menschen unter dem Aspekt der Kriminalprävention am Beispiel der Stadt Halle/Saale
4.1 Begegnungszentrum der Jugendwerkstatt „Frohe Zukunft“ Halle/Saalkreis e.V.
4.2 Begegnungsstätte „Dornröschen“ des Arbeiterwohlfahrt Regionalverbandes Halle-Merseburg e.V.
4.3 JUBP – Jugendberatungsstelle bei der Polizei in Halle/Saale
4.4 FachZentrum Gegen-Gewalt des Vereins UN-art-IG e.V. in Halle/Saalkreis
4.5 TOA – Täter-Opfer-Ausgleich des Arbeiter-Samariter-Bundes Regionalverband Halle/Saalkreis e.V.
4.6 Jugendgerichtshilfe und Bewährungshilfe
4.7 Resümee
IV. SCHLUSSBEMERKUNGEN
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht das komplexe Phänomen der Jugendkriminalität aus theoretischer und empirischer Sicht, um darauf aufbauend Möglichkeiten für kriminalpräventive Hilfen durch die soziale Arbeit aufzuzeigen. Die zentrale Forschungsfrage liegt darin, wie sozialpädagogische Hilfsangebote in der Stadt Halle/Saale konkret gestaltet sind, um kriminell gefährdeten oder straffälligen jungen Menschen zielgerichtet zu unterstützen und Präventionsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen zu nutzen.
Die Jugendphase im menschlichen Lebenslauf – Ein Exkurs
Blickt man in der deutschen Geschichte weiter zurück, so lässt sich konstatieren, dass bis ins 18. Jahrhundert für die Mehrzahl der jungen Menschen nach der Kindheit das Erwachsenenalter folgte, indem sie in sehr jungen Jahren und meist nach einem kurzen beziehungsweise unregelmäßigen Schulbesuch einer Arbeit nachgehen mussten, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Für die Kinder aus armen Familien gab es folglich keine Jugendzeit. Generell existierte bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts auch keine Bezeichnung für die Menschen, die sich im Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter befanden. Lediglich für wenige junge männliche Personen aus gehobeneren Schichten entstanden zu dieser Zeit Benennungen wie ‚junge Herren’ und später ‚Jünglinge’. Der Begriff des Jugendlichen fand gegen Ende des 19. Jahrhunderts Einzug in den deutschen Sprachgebrauch.
Zu dieser Zeit war die Bezeichnung ‚Jugendlicher’ negativ besetzt, da er einen jungen Menschen bezeichnete, der schwierig, kriminell, verwahrlost oder in sonstiger Weise auffällig war. Wenige Jahre vor dem ersten Weltkrieg vollzog sich schließlich eine positive Umdeutung dieses Begriffes, die vorwiegend politisch motiviert war. Die Jugendpflege wurde ausgebaut mit dem Ziel, besonders die männliche Proletarierjugend zu ‚jungen Staatsbürgern’ zu erziehen, die arbeitswillig, leistungsstark und gehorsam sein sollten.
Der unspezifische Begriff des Jugendlichen setzte sich somit zu Beginn des 20. Jahrhunderts für alle jungen Menschen durch und findet zunehmend Verwendung, wobei auch von der Jugend als eigenständiger Lebensphase gesprochen wird. Die Phase Jugend im menschlichen Lebenslauf entwickelte sich allmählich, wobei besonders die Kinder aus Familien mit einem höheren sozialen Status diesen Lebensabschnitt als individuelle Entwicklungs- und Reifungsphase beziehungsweise als Übergangs- und Orientierungsphase im Hinblick auf das Leben als Erwachsener weit intensiver nutzen konnten als Kinder aus ärmeren Herkunftsfamilien.
I. EINLEITUNG: Die Autorin begründet ihre Wahl des Themas Jugendkriminalität aufgrund der öffentlichen und wissenschaftlichen Relevanz sowie ihrer eigenen Praxiserfahrungen und stellt ihr Ziel dar, pädagogische Hilfen im Umgang mit straffälligen jungen Menschen zu beleuchten.
II. JUGENDKRIMINALITÄT – BEGRIFFLICHKEITEN SOWIE THEORETISCHE UND EMPIRISCHE ERKENNTNISSE: Dieser Abschnitt definiert wichtige Begriffe der Jugendphase und Kriminalität, diskutiert das Ausmaß und die Struktur der Kriminalität mittels Statistiken und stellt ausgewählte kriminologische Theorien (personenbezogen und soziologisch) vor.
III. JUGENDKRIMINALITÄT – EIN SOZIALPÄDAGOGISCHES AUFGABENFELD: Hier werden Einflüsse wie Familie, Schule und Peers analysiert, Konzepte der Kriminalprävention definiert und konkrete Einrichtungen in Halle/Saale im Hinblick auf ihr präventives Angebot untersucht.
IV. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Komplexität des Themenfeldes und unterstreicht die Bedeutung der Sozialpädagogik bei der Prävention strafbarer Verhaltensweisen.
Jugendkriminalität, Jugendphase, Kriminalprävention, Soziale Arbeit, Jugendhilfe, Delinquenz, Polizeiliche Kriminalstatistik, Sozialisation, Kriminalitätstheorien, Pädagogik, Halle/Saale, Täter-Opfer-Ausgleich, Anti-Gewalt-Training, Jugendgerichtshilfe, Resozialisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Jugendkriminalität. Sie verbindet theoretische Analysen zu Kriminalitätsursachen und der Jugendphase mit einer praxisorientierten Untersuchung von Hilfsangeboten der sozialen Arbeit in der Stadt Halle/Saale, die auf Kriminalprävention ausgerichtet sind.
Zu den zentralen Feldern gehören die Definitionen von Jugend und Kriminalität, die Erläuterung kriminologischer Theorien, die Analyse des Ausmaßes jugendlicher Kriminalität anhand statistischer Daten, die Darstellung von Einflüssen auf die Jugendkriminalität sowie die systematisierte Beschreibung kriminalpräventiver Ansätze.
Das Ziel ist es, pädagogische Hilfen im Umgang mit straffälligen oder gefährdeten jungen Menschen in den Blick zu nehmen. Die Autorin untersucht, welche Institutionen in Halle/Saale solche Hilfen anbieten und wie diese Angebote konzeptionell gestaltet sind.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse. Sie wertet erziehungswissenschaftliche, soziologische und kriminologische Fachliteratur sowie Konzeptionen, Jahresberichte und Selbstdarstellungen verschiedener sozialpädagogischer Einrichtungen in Halle/Saale aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung (Begriffe, Theorien der Kriminalität) und einen praktischen Teil, in dem einflusspraktische Konstellationen (Familie, Peers, Medien) und konkrete sozialpädagogische Einrichtungen in Halle (z.B. Jugendwerkstatt, Jugendberatungsstelle bei der Polizei) und deren Methoden vorgestellt werden.
Zentrale Begriffe sind Jugendkriminalität, Kriminalprävention, soziale Arbeit, Sozialisationsinstanzen, Jugenddelinquenz, Stigmatisierung und resozialisierende Hilfen.
Das Anti-Gewalt-Training wird als tertiärpräventive Maßnahme hervorgehoben, da es sich gezielt an Jugendliche richtet, die bereits mehrfach gewalttätig in Erscheinung getreten sind. Es stellt eine intensive, methodisch strukturierte Hilfe dar, die auf Konfrontation und die Entwicklung von Empathie für Opfer setzt.
Die Autorin stellt fest, dass Hilfsangebote auf allen präventiven Ebenen vorhanden sind, bezeichnet die Suche nach Angeboten im Bereich der sekundären Kriminalprävention jedoch als schwierig. Sie vermutet, dass in diesem spezifischen Bereich ein Mangel bestehen könnte, was den Ausbau dieser Hilfen nahelegt.
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