Masterarbeit, 2022
166 Seiten, Note: 3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Masterarbeit
1.3 Forschungsfrage
1.4 Methodische Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die ökonomische und gesellschaftliche Ausgangsbasis
2.1.1 Vorindustrielle Sozialordnung
2.1.2 Wohnungsnot und Industrialisierung
2.2 Eingriff des Staates
3 Umwandlung der Wohnungspolitik zur Wohnungsmarktpolitik
3.1 „Familienprinzip“ gegen „Individualprinzip“
3.2 Die Umwandlung der Wohnung in ein Wirtschaftsgut
3.2.1 Wohnungsfrage als Einkommensfrage/Kostenfrage
3.2.2 Wohnversicherung
3.2.3 Individualförderung – Wohngeldzuschuss
3.3 Soziale Umverteilung im Wohnungssektor
3.4 Wohnungspolitische Differenzen in Ost und West
3.4.1 Historische Hintergründe des Eigentums in den neuen Bundesländern
3.4.2 Spezifika des ostdeutschen Wohnungsmarktes
3.4.3 Kritik – Alternativen zum Wohnungsabriss
4 Die Wohnungsgemeinnützigkeit
4.1 Theoretische Grundlagen
4.1.1 Historische Entwicklung
4.1.2 Theorie Mackscheidt/Krischausky
4.2 Gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik
4.2.1 Mietwohnungsknappheit – die Situation des deutschen Mietwohnungsmarktes
4.2.2 Der Paradigmenwechsel fängt im Osten an
4.3 Die Neue Wohnungsgemeinnützigkeit (NWG)
4.3.1 Wohnungsgemeinnützigkeit 2.0 – rechtliche Bezugsrahmen
4.3.2 Befürchtungen und Gegenargumente
4.3.3 Die Umsetzung der NWG als Lösungsansatz
4.3.4 Der Gesetzentwurf und die Etablierung eines Non-Profit-Sektors
5 Empirische Untersuchung
5.1 Durchführung der Experteninterviews
5.2 Strukturiertes Leitfadeninterview
5.3 Auswahl der Interviewpartner
5.4 Auswertung der Experteninterviews
5.4.1 Die Transkription
5.4.2 Die Interpretation
5.4.3 Die Kategorien
5.5 Darstellung der Untersuchungsergebnisse
5.5.1 Verbindung zum Thema Wohnungsgemeinnützigkeit
5.5.2 Entwicklung der Branche – Alternativen und Differenzen in Ostdeutschland
5.5.3 Wohnungsgemeinnützigkeit 2.0
5.5.4 Zusammenhang
6 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Ziel dieser Masterarbeit ist es, einen fast 100-jährigen Zyklus der Wohnungspolitik zu analysieren, um Lösungen für die aktuelle Wohnungsknappheit in großen Städten zu finden, wobei der Fokus auf dem Konzept der "Wohnungsgemeinnützigkeit" und einer möglichen Wiedereinführung (NWG 2.0) als Alternative zur gegenwärtigen marktorientierten Politik liegt.
3.2.1 Wohnungsfrage als Einkommensfrage/Kostenfrage
Entsprechend der Einstufung der Wohnung als Wirtschaftsgut und der Wohnungsnachfrage als Einkommensfrage bzw. Kostenfrage, die die Problematik der ungerecht hohen Gewinne beinhaltet, folgt automatisch die Debatte über einen adäquaten Weg, der die ausreichende Wohnungsversorgung realisieren kann. Laut Häring findet dieser Weg einen Ausdruck in einer zumutbaren Anhebung der Löhne: „Es wurde davon ausgegangen, dass durch eine entsprechende Einkommenspolitik, die in der originären Einkommensverteilung einsetzt, zumindest eine auf Pauschalsätzen aufbauende, tragbare Wohnkostenbelastung verwirklicht werden könne.“
Eine solche politische Zielsetzung bringt aber viele Schwierigkeiten mit sich, denn die bestehende Wirtschaftsordnung hat keine adäquaten politischen Instrumente zur Verfügung. Ursache dafür ist, laut Häring, die eingespielte Organisation der Einkommensaushandlung und Einkommensfestsetzung. Die Marktpolitik steht offensichtlich erneut über der Wohnungsnot bzw. über der Wohnungspolitik.
Das erste Hindernis bei der Realisierung einer solchen politischen Zielsetzung sieht der Autor in den autonomen Tarifparteien und in der autonomen Tarifverhandlung. Die Tarifautonomie – sie stellt einen Gestaltungsspielraum dar, in dem die Tarifparteien (Arbeitgeber und Gewerkschaften) die Freiheit von dem obersten Gesetzgeber, dem Staat, bekommen haben, um Beschäftigungsverhältnisse frei durchzusetzen und zu vereinbaren – macht es unmöglich, die Einkommensverteilung durch das Diktat des Staates zu realisieren und wohnungspolitische Zielvorsetzungen für eine soziale Anhebung der Löhne nach sozialen Gesichtspunkten vorzunehmen. Der größte Teil der Einkommen in Deutschland wird zwischen Tarifparteien ausgehandelt. Die Realisierung einer wirksamen einkommenspolitischen Lösung der Wohnungsfrage ist auch deshalb schwer umsetzbar, weil sie der marktwirtschaftlichen Ordnung widerspricht. Bei der Umsetzung einer solchen Einkommensstaffelung sollte das Familienprinzip berücksichtigt werden oder die Familiengröße sollte eine wesentliche Rolle spielen, was gleichbedeutend mit der Abkehr von der leistungsorientierten Einkommensbemessung ist. Laut Häring ist die Umsetzung einer familienorientierten Wohnungspolitik wegen der herrschenden Marktgesetze heutzutage nach einer gerechten Einkommensverteilung nicht realisierbar.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Wohnungspolitik zur Wohnungsmarktpolitik, stellt die Problematik der Wohnungsknappheit dar und definiert die Zielsetzung sowie Forschungsfragen der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erörtert die ökonomischen und gesellschaftlichen Grundlagen, die vorindustrielle Sozialordnung und die Auswirkungen der Industrialisierung auf die Wohnungsnot sowie staatliche Eingriffe.
3 Umwandlung der Wohnungspolitik zur Wohnungsmarktpolitik: Der Hauptteil analysiert den Übergang von einer bedarfsorientierten Wohnungspolitik zu einem marktgetriebenen System, diskutiert Instrumente wie das Wohngeld und beleuchtet die spezifischen Entwicklungen in Ost- und Westdeutschland.
4 Die Wohnungsgemeinnützigkeit: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung und der theoretischen Begründung der Wohnungsgemeinnützigkeit sowie den aktuellen Bestrebungen zur Etablierung einer "Neuen Wohnungsgemeinnützigkeit" (NWG).
5 Empirische Untersuchung: Hier werden die Experteninterviews methodisch erläutert, die Kategorien für die Analyse definiert und die Untersuchungsergebnisse im Detail dargelegt.
6 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse aus Theorie und Empirie zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Wohnungspolitik.
Wohnungsgemeinnützigkeit, Wohnungspolitik, Wohnungsknappheit, Wohnungsmarkt, soziale Umverteilung, Mietwohnung, Experteninterviews, Individualprinzip, Familienprinzip, Dekommodifizierung, Wohnungsbau, Sozialwohnungen, Marktmechanismus, Neue Wohnungsgemeinnützigkeit, NWG
Die Arbeit analysiert den historischen und gegenwärtigen Wandel der deutschen Wohnungspolitik hin zu einer Wohnungsmarktpolitik und untersucht, ob das Konzept der Wohnungsgemeinnützigkeit als Lösungsansatz für die heutige Wohnungsknappheit dienen kann.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Wohnungspolitik seit der Industrialisierung, die Rolle staatlicher Instrumente wie Wohngeld, die Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Wohnungsmärkten und das Potenzial einer "Neuen Wohnungsgemeinnützigkeit".
Das Ziel ist es, unter Einbeziehung von Expertenwissen aufzuzeigen, wie durch eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik bezahlbarer Wohnraum in Zeiten sozialer Umbrüche und Pandemien nachhaltig gesichert werden kann.
Es wurde eine Kombination aus Literaturrecherche (Sekundärforschung) und einer qualitativen empirischen Studie in Form von strukturierten Experteninterviews mit Vertretern aus der Immobilienbranche, Mietervereinen und der Wissenschaft durchgeführt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Umwandlung der Wohnung in ein Wirtschaftsgut, der Rolle des Staates, der historischen und theoretischen Fundierung der Wohnungsgemeinnützigkeit sowie der detaillierten Auswertung der geführten Interviews.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Wohnungsgemeinnützigkeit, Wohnungsknappheit, Wohnungsmarktpolitik, Soziale Umverteilung und Dekommodifizierung beschreiben.
Das Wiener Modell dient als Vergleichsbeispiel für eine funktionierende gemeinwohlorientierte Wohnraumversorgung, wobei die Experten kontrovers diskutieren, inwieweit dieses Modell auf deutsche Verhältnisse übertragbar ist.
Die Arbeit analysiert spezifische ostdeutsche Entwicklungen, wie die historischen Hintergründe des Volkseigentums, die Leerstandsquoten nach der Wende und die Herausforderungen bei der Modernisierung von Beständen.
Die Meinungen der Experten sind geteilt; während einige eine stärkere staatliche Regulierung und Gemeinnützigkeit befürworten, warnen andere vor Investitionsbremsen und Bürokratie und betonen die Notwendigkeit von Anreizen anstatt Verpflichtungen.
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