Masterarbeit, 2021
70 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1. Heterogenität
2.1.1. Begriffsimplikation
2.1.2. Heterogenität im Schulkontext
2.1.3. Leistungsheterogenität im Musikunterricht
2.1.3.1. Eigene Erfahrungen
2.1.3.2. Forschungsstand zum Vorwissen von Instrumentalisten
2.1.3.3. Der Umgang mit Heterogenität als Herausforderung für die Lehrenden
2.2. Kompetenzen und Einstellungen im Musikunterricht
2.2.1. Kompetenzen im pädagogischen Kontext (Begriffserläuterung)
2.2.2. Kompetenz in der Musikpädagogik
2.2.2.1. KoMus Kompetenzmodell
2.2.2.2. Das Fokusmodell
2.2.3. Einstellungen
2.2.3.1. Musikunterricht aus Schülersicht
2.2.3.2. Zielvorstellung von Musiklehrenden
2.2.4. Instrumentalisten im Schulkontext
2.2.4.1. Zahlen und Daten:
2.2.5. Einflüsse und Wirkung von Instrumentalunterricht
2.3. Zwischenfazit
3. Empirische Untersuchung
3.1. Fragestellung und Zielsetzung
3.2. Datenerhebung und Aufbereitung
3.2.1. Empirische Methode
3.2.2. Stichprobe
3.2.3. Wissenschaftliches Interview
3.2.4. Leitfaden
3.2.5. Transkription
3.3. Datenauswertung
3.3.1. Entwicklung eines Kategoriesystems
3.4. Ergebnisse
3.4.1. Darstellung nach Kategorie
3.4.2. Kritik & Reichweite
3.4.3. Diskussion & Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen musikalischen Vorkenntnissen von Schülern und dem schulischen Musikunterricht, um zu klären, welche Rolle diese Vorkenntnisse für die Leistungsheterogenität spielen und wie sie sich auf die Interaktion im Unterricht sowie die pädagogische Bewertung auswirken.
1. Einleitung
Seit vielen Jahren gebe ich selbst außerschulischen Gitarrenunterricht. Als Lehrer erlebt man in den Jahren gute wie auch weniger gute Schüler – musikalisch begabte und eben solche, denen man kein musikalisches „Talent“ zuschreiben würde. Einem sehr talentierten Schüler von mir brachte ich das nicht unbedingt notwendige Notenlesen für den Gitarrenunterricht bei. Als klassisch ausgebildeter Gitarrist ist mir dieser musiktheoretische Aspekt sehr wichtig. Meinen Schüler schätzte ich aufgrund meiner Erfahrung mit ihm als ebenso fleißigen und guten Schüler in seinem schulischen Musikunterricht ein. Als ich jedoch davon erfuhr, dass er von seinem Fachlehrer eine gegenteilige Bewertung erhielt und als musikalisch untalentiert bewertet wurde, zweifelte ich an meiner eigenen Urteilskompetenz. Schnell fing ich allerdings an, diese Diskrepanz zu hinterfragen und mich für die möglichen Ursachen dieser unterschiedlichen Bewertung zu interessieren.
Vermutlich mag es am unterschiedlichen Erwartungshorizont zwischen mir und dem Fachlehrer liegen. Eventuell gibt einen persönlichen Zusammenhang, oder der Schüler verhält sich im außerschulischen Unterricht anders als im schulischen Musikunterricht. Eine weitere These wäre, dass der Schüler im Unterricht keine Möglichkeit bekommt, sein musikalisches Talent und Können zu zeigen. Hat der Instrumentalunterricht so wenig mit dem schulischen Musikunterricht gemein, dass einem Schüler seine Vorkenntnisse nicht helfen?
Aufgrund dieser persönlichen Vorgeschichte habe ich ein ausgeprägtes Interesse an dem Verhältnis zwischen musikalischen Vorkenntnissen und dem schulischen Musikunterricht. Stellen musikalische Vorkenntnisse im heutigen Musikunterricht einen Vorteil dar und kann ein solcher Schüler den Unterricht positiv oder gar negativ beeinflussen? Da ich persönlich bereits vor der weiterführenden Schule mit meiner außerschulischen Instrumentalausbildung begonnen habe, war ich ständig einer der Schüler, der eigenes musikalisches Vorwissen in den Schulunterricht mitbrachte. Als Schüler konnte ich nicht beurteilen, ob der Lehrer dies bemerkte oder in seine Bewertung einfließen ließ. Damals hatte mich allerdings auch niemand dazu gefragt.
1. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation des Autors und der forschungsleitenden Fragen hinsichtlich des Einflusses von Vorkenntnissen auf den schulischen Musikunterricht.
2. Theoretischer Teil: Fundierte Auseinandersetzung mit den Themen Heterogenität, musikpädagogischen Kompetenzmodellen und dem aktuellen Forschungsstand zur Leistungsheterogenität.
3. Empirische Untersuchung: Methodische Beschreibung der qualitativen Studie mittels Experten- und Schülerinterviews sowie anschließende Darstellung und Diskussion der gewonnenen Ergebnisse.
Musikunterricht, Heterogenität, Leistungsheterogenität, Vorkenntnisse, Instrumentalausbildung, Musikpädagogik, Kompetenzmodell, KoMus, Fokusmodell, Unterrichtsqualität, Leistungsbewertung, Qualitative Forschung, Schülersicht, Lehrererwartung, Musikpraxis
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie sich außerschulische musikalische Vorkenntnisse von Schülern auf deren Leistung, die Einstellung zum Musikunterricht sowie die Interaktion mit Lehrkräften und Mitschülern auswirken.
Zentrale Felder sind die Heterogenitätsforschung, musikpädagogische Kompetenzmodelle (insbesondere das KoMus- und das Fokusmodell) sowie die Analyse der Lehrer-Schüler-Dynamik bei unterschiedlichen Leistungsniveaus.
Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen außerschulischer Expertise und schulischer Musikbewertung zu beleuchten und Handlungsempfehlungen für den Umgang mit leistungsheterogenen Gruppen im Musikunterricht abzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine qualitative empirische Methode, konkret problemzentrierte Leitfaden-Interviews mit einem Musiklehrer und mehreren Schülern unterschiedlicher Schulformen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes zur Heterogenität und Kompetenzorientierung sowie eine empirische Untersuchung, in der Interviews ausgewertet und nach Kategorien (z.B. Unterrichtsdarstellung, Leistungsbewertung) analysiert werden.
Wesentliche Begriffe sind Musikunterricht, Heterogenität, Vorkenntnisse, Kompetenzmodell und Leistungsbewertung.
Die Studie deutet darauf hin, dass der Musikunterricht an Realschulen häufig als praxisnäher erlebt wird, während an Gymnasien ein stärkerer Schwerpunkt auf musiktheoretischen Inhalten liegt, was bei Schülern mit Vorkenntnissen teilweise zu Frustration führt.
Lehrkräfte sehen diese Schüler oft in einer Art „Hilfsarbeiter-Funktion“, um den Unterrichtsfluss zu unterstützen, während die Schüler selbst diese Rolle teils als Chance, teils als unbedeutend oder gar belastend empfinden.
Die Notengebung ist ein Spannungsfeld: Während Engagement unabhängig von Talent gelobt wird, führen höhere Erwartungshaltungen an Instrumentalisten bei Nichterfüllung oft zu einer negativeren Bewertung, andererseits werden „Extraleistungen“ (z.B. Schulband) explizit positiv honoriert.
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