Bachelorarbeit, 2008
42 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Schulwesen des Landes Nordrhein- Westfalens und das Recht auf Chancengleichheit
3 Klärung des Begriffs der „Schulautonomie“
4 Genese der „Schulautonomie“
5 Unterschiedliche politische Auffassungen zum Thema „Schulautonomie“ in der Bundesrepublik Deutschland
6 Die Entwicklung der „Schulautonomie“ im Land Nordrhein- Westfalen
7 Konkrete Umsetzung von „Schulautonomie“ anhand der Beispiele „Schule & Co. - Stärkung von Schulen im kommunalen und regionalen Umfeld“ und „Selbstständige Schule NRW“
7.1 Konkrete Umsetzung anhand des Beispiels „Schule & Co. - Stärkung von Schulen im kommunalen und regionalen Umfeld“
7.2 Beschreibung des Folgeprojekt „Selbstständige Schule NRW“
7.2.1 Grundparameter des Konzeptes anhand der Erfahrungen des Vorprojektes
7.2.2 Rahmenbedingungen des Projektes
7.2.3 Qualifizierung der Mitarbeiter des Projektes
7.2.4 Praktische Umsetzung in den Schulen
8 Zwei Schulen auf ihrem Weg zu mehr Innovation und Chancengleichheit
9 Evaluation der Projektbeteiligung des Geschwister- Scholl- Gymnasiums
10 Resümee mit dem Fokus auf die Erhöhung von Chancengleichheit durch Umstrukturierung von Schule durch „Schulautonomie“
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Schulautonomie und dessen praktische Umsetzung im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit die Autonomisierung von Einzelschulen – insbesondere durch die Modellprojekte „Schule & Co.“ und „Selbstständige Schule NRW“ – die Qualität des Unterrichts steigern und einen Beitrag zur Förderung der Chancengleichheit leisten kann.
3 Klärung des Begriffs der „Schulautonomie“
Der Begriff „Schulautonomie“ beinhaltet die beiden Worte Schule und Autonomie. Das Wort Schule, zu lateinisch schola, aus griechisch scholé, Freisein von Geschäften, wird laut Meyers Lexikon definiert als „öffentliche oder private …Einrichtung mit der Aufgabe, Kindern und Jugendlichen…durch planmäßigen Unterricht Wissen, Erkenntnis, Einsicht und die Fähigkeit zu begründetem Urteil zu vermitteln. Die sozialwissenschaftliche Forschung hebt…folgende Funktionen von Schulen hervor: Sozialisation (Anpassung an das soziokulturelle System), Selektion (Auslese über Prüfungen, Zensuren und verschiedene Schularten) und Legitimation (Rechtfertigung und Stabilisierung der vorliegenden Gesellschaftsordnung).“
Das Wort Autonomie kommt ursprünglich aus dem griechischen „autonomia“ und bedeutet Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Der Autonomiebegriff ist jedoch sehr facettenreich und findet sich in den unterschiedlichsten Bereichen, wie zum Beispiel der Ethik oder auch im Recht wieder. Soweit geht die Auslegung des Begriffes „Schulautonomie“ in der Praxis jedoch nicht. Gemeint ist hiermit eine Verbesserung/Innovation der bestehenden Schule und eine Förderung der oben beschriebenen Fähigkeiten ohne die bei Meyers erwähnte Selektion. Zwar soll es eine größere Selbstständigkeit geben, die jedoch durch die Oberaufsicht des Staates eingeschränkt bleibt.
Das vorrangige Ziel der „Schulautonomie“ ist die Innovation und Verbesserung der Schul- und Unterrichtsqualität. Die eigenständige Definition der Notwendigkeiten zur Entwicklung besseren Unterrichts stellt den Weg der Schulen dar. Die zu erfüllenden Kriterien der Schulen sind zum einen ein gutes Schulklima, in dem gearbeitet werden kann und zum anderen die Konkretisierung der Handlungsbedarfe, um einen erfolgreichen Bildungserfolg nachzuweisen. Die einzelnen Schulen sind aufgerufen, durch interne und externe Evaluation die Qualitätsentwicklung nachzuweisen und gegebenenfalls zu verbessern.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz von Bildung als Voraussetzung für Chancengleichheit ein und begründet die Notwendigkeit der Schulautonomie zur Überwindung starrer Bildungsstrukturen.
2 Schulwesen des Landes Nordrhein- Westfalens und das Recht auf Chancengleichheit: Dieses Kapitel analysiert den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg im deutschen Schulsystem sowie die Bedeutung des Grundgesetzes für das Bildungsrecht.
3 Klärung des Begriffs der „Schulautonomie“: Hier werden die begrifflichen Grundlagen von „Schule“ und „Autonomie“ erarbeitet und das spezifische Verständnis von Schulautonomie als Qualitätsinstrument definiert.
4 Genese der „Schulautonomie“: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Autonomiebestrebungen von den frühen Ansätzen des 18. Jahrhunderts bis zur bildungspolitischen Debatte ab 1964 nach.
5 Unterschiedliche politische Auffassungen zum Thema „Schulautonomie“ in der Bundesrepublik Deutschland: Es wird untersucht, wie verschiedene Parteien und Interessengruppen das Spannungsfeld zwischen Freiheit, staatlicher Aufsicht und sozialer Gerechtigkeit bewerten.
6 Die Entwicklung der „Schulautonomie“ im Land Nordrhein- Westfalen: Die Darstellung konzentriert sich auf die spezifischen Reformschritte und Kommissionsempfehlungen in NRW seit den 1970er Jahren.
7 Konkrete Umsetzung von „Schulautonomie“ anhand der Beispiele „Schule & Co. - Stärkung von Schulen im kommunalen und regionalen Umfeld“ und „Selbstständige Schule NRW“: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Ziele, Rahmenbedingungen und praktischen Umsetzungskonzepte der beiden Modellprojekte.
8 Zwei Schulen auf ihrem Weg zu mehr Innovation und Chancengleichheit: Anhand einer Grundschule und eines Gymnasiums wird illustriert, wie Schulen ihre neuen Freiheiten zur individuellen Förderung nutzen.
9 Evaluation der Projektbeteiligung des Geschwister- Scholl- Gymnasiums: Dieses Kapitel wertet die Erfahrungen einer spezifischen Schule aus und beleuchtet sowohl Erfolge als auch strukturelle Probleme bei der Umsetzung.
10 Resümee mit dem Fokus auf die Erhöhung von Chancengleichheit durch Umstrukturierung von Schule durch „Schulautonomie“: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über den Erfolg der Reformprojekte und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Entwicklungen.
Schulautonomie, Chancengleichheit, Nordrhein-Westfalen, Schulentwicklung, Unterrichtsqualität, Selbststeuerung, Modellprojekte, Bildungsgerechtigkeit, Reformpädagogik, Eigenverantwortung, Qualitätssicherung, Schulleitung, Lehr- und Lernkultur.
Die Arbeit analysiert das Konzept der Schulautonomie im Kontext des nordrhein-westfälischen Schulwesens und bewertet, ob mehr Eigenverantwortung an Schulen zu einer höheren Bildungsqualität und Chancengleichheit führt.
Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Autonomiedebatte, die unterschiedlichen politischen Positionen zur Schulreform sowie eine detaillierte Auswertung konkreter Modellprojekte in Nordrhein-Westfalen.
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Risiken einer erweiterten Schulautonomie zu untersuchen und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Unterrichtsentwicklung Bildungschancen für benachteiligte Kinder verbessert werden können.
Es handelt sich um eine analytische Untersuchung, die auf der Auswertung von Literatur, bildungspolitischen Diskursen sowie Evaluationsberichten und Erfahrungsberichten zu den Modellprojekten basiert.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Projekte „Schule & Co.“ und „Selbstständige Schule NRW“, inklusive deren Rahmenbedingungen, Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrkräfte und der praktischen Umsetzung vor Ort.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schulautonomie, Chancengleichheit, Schulentwicklung, Selbststeuerung und Bildungsgerechtigkeit geprägt.
Die Schule implementierte einen speziellen „ELA-Zweig“ (Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten), in dem Schüler in Freiarbeitsphasen und Projekten ihre Kompetenzen unabhängig vom Frontalunterricht stärken konnten.
Trotz positiver Entwicklungen bei der Unterrichtsgestaltung zeigten Evaluationsberichte, dass eine erhebliche Mehrbelastung des Lehrpersonals sowie eine teils unzureichende Kommunikation im Kollegium kritische Faktoren darstellen, die den Prozess erschweren.
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