Diplomarbeit, 2008
78 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Theoretische Ansätze der Elitesoziologie
2.1.1 Zum Begriff der Elite
2.1.2 Reproduktionsmechanismen von Eliten
2.1.3 Funktionen von Eliten
2.2 Leistung als Zugehörigkeitsbedingung von Eliten
2.2.1 Zum Begriff der Leistung
2.2.2 Zur Herleitung eines Leistungsbegriffs
2.2.3 Der Leistungsbegriff im Rahmen von Funktionseliten
3 ANALYSE DES REPRODUKTIONSMECHANISMUS DER MANAGEMENT-ELITE
3.1 Die Bedeutung von Rekrutierungskanälen im Reproduktionsprozess
3.1.1 Offene Rekrutierungskanäle
3.1.2 Geschlossene Rekrutierungskanäle
3.2 Die Bedeutung von fachlichen Auswahlkriterien im Reproduktionsprozess
3.2.1 Formale Kriterien
3.2.2 Informale Prozesse
3.3 Die Bedeutung von persönlichkeitsgebundenen Auswahlkriterien im Reproduktionsprozess
3.3.1 Bisheriger Lebensweg
3.3.2 Persönlicher Eindruck
3.4 Leistungsideologie: Zur Kritik am Reproduktionsmechanismus der Management-Elite
4 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob der Zugang zur Management-Elite in Deutschland tatsächlich nach dem Leistungsprinzip erfolgt oder ob soziale Herkunft als Reproduktionsmechanismus weiterhin eine entscheidende Rolle spielt. Ziel ist es, den Ideologieverdacht zu prüfen, dass Leistung nur ein Vorwand zur Legitimierung sozialer Ungleichheit bei der Vergabe von Spitzenpositionen ist.
Die Bedeutung von Rekrutierungskanälen im Reproduktionsprozess
Rekrutierung steht für die Personalbeschaffung eines Unternehmens und dient somit der Gewinnung neuer Mitarbeiter. Dem Unternehmen stehen dabei offene sowie geschlossene Kanäle zur Verfügung, die sich hinsichtlich ihrer Reichweite und Offenheit voneinander unterscheiden (vgl. Windolf 1990, S. 3). Je nach zu besetzender Stelle und Unternehmensgröße ist möglicherweise ein anderer Rekrutierungskanal notwendig, der sowohl effizient als auch effektiv Kandidaten anzieht (vgl. ebd., S. 3 ff.). Im Fall der Besetzung ranghoher Positionen im Topmanagement, wie der Bestellung eines Vorstandmitglieds, wählt der Aufsichtsrat des Unternehmens zuerst den Kanal und schließlich auch das zukünftige Mitglied der Management-Elite aus (vgl. § 84 AktG).
In diesem Kapitel wird nun analysiert, ob offene oder geschlossene Kanäle für die Rekrutierung von Elitepositionen genutzt werden, um schließlich beurteilen zu können, ob dem Leistungsprinzip für den gleichberechtigten Zugang in das Topmanagement an dieser Stelle Genüge getan wird.
1 EINLEITUNG: Darstellung der kontroversen Debatte über den Elitebegriff und das Leistungsprinzip, die zur zentralen Forschungsfrage führt.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Herleitung einer Arbeitsdefinition für Eliten sowie eines kontextabhängigen Leistungsbegriffs zur Vorbereitung der empirischen Analyse.
3 ANALYSE DES REPRODUKTIONSMECHANISMUS DER MANAGEMENT-ELITE: Untersuchung der Rekrutierungskanäle, fachlichen und persönlichen Auswahlkriterien sowie eine kritische Hinterfragung der Leistungsideologie in der Praxis.
4 FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage, die bestätigt, dass soziale Herkunft weiterhin als maßgeblicher, wenn auch verschleierter Reproduktionsmechanismus wirkt.
Management-Elite, Leistungsideologie, Reproduktionsmechanismen, Elitesoziologie, soziale Schließung, Leistungsprinzip, Personalrekrutierung, soziale Herkunft, Topmanagement, Bildungstitel, Auswahlkriterien, soziale Ungleichheit, Funktionseliten, Karriereplanung, meritokratisches Prinzip.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob der Zugang zur deutschen Management-Elite tatsächlich durch Leistung bestimmt wird oder ob soziale Herkunft den eigentlichen Reproduktionsmechanismus darstellt.
Die zentralen Themen sind die Elitesoziologie, die Definition von Leistung, Methoden der Rekrutierung von Topmanagern sowie die Rolle von Bildung und persönlichem Auftreten für den sozialen Aufstieg.
Das Ziel ist es, den Ideologieverdacht zu prüfen, dass das Leistungsprinzip als bloße Legitimierung für die Reproduktion bestehender Eliten aus gehobenen sozialen Schichten dient.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Ansätze (u.a. Mosca, Pareto, Bourdieu, Keller) in Verbindung mit der Auswertung empirischer Studien zu Bildungswegen und Rekrutierungspraktiken.
Im Hauptteil werden Rekrutierungskanäle, fachliche Anforderungen wie Bildungstitel und persönlichkeitsgebundene Auswahlkriterien wie Habitus und Präsentationsfähigkeit auf ihre tatsächliche Bedeutung hin untersucht.
Management-Elite, Leistungsideologie, soziale Schließung, Rekrutierung, Leistungsprinzip, soziale Herkunft und Bildungstitel.
Sie dienen laut der Analyse als Filter, der es ermöglicht, Kandidaten bevorzugt aus dem eigenen Umfeld oder über Netzwerke auszuwählen, was die Chancengleichheit für Personen aus sozial schwächeren Milieus einschränkt.
Der Habitus fungiert als exklusives Merkmal der Oberschicht. Durch die Vertrautheit mit spezifischen Verhaltenscodes und Auftreten in gehobenen Kreisen verschafft er Bewerbern aus diesem Milieu einen entscheidenden Vorteil in persönlichen Auswahlgesprächen.
Die Promotion verliert als exklusives Differenzierungsmerkmal an Bedeutung, da sie zeitaufwendig ist und die Oberschicht stattdessen auf andere, flexiblere Zusatzqualifikationen ausweicht, um sich gegenüber dem Nachwuchs abzugrenzen.
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