Bachelorarbeit, 2008
59 Seiten, Note: 1,15
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
1.1. Vorüberlegung
1.2. Einteilung der Arbeit
1.3. Abgrenzung
2. Schaffung einer Gemeinschaftsseele
2.1. Eigenheiten und Nutzen einer Masse
2.2. Verteidigungsfall der USA?
2.3. Kampf gegen Ideologien
2.4. Bedeutung der Medien
2.5. Exkurs: Propaganda
3. Religiöse Motive in der Rhetorik
3.1. Das Konzept der ‚Zivilreligion’ in den USA
3.2. Oberbefehlshaber, Prophet, Priester, Held & Führer
3.3. Das Gute
3.4. Das Böse
4. Der Mythos in der US-Kriegsrhetorik
4.1. Das Heldenabenteuer
4.2. Hollywoodeske Muster der Heldenreise
4.3. Instrumentalisierung hollywoodesker Muster
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die dialektische Struktur der US-Kriegsrhetorik unter George W. Bush zwischen 2001 und 2004. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch den gezielten Einsatz religiöser Mythen, mediale Inszenierungen und propagandistische Mechanismen ein gesellschaftlicher Konsens für militärische Interventionen geschaffen wurde.
3.4. Das Böse
Der Begriff ‚evil’ ist ins Deutsche zwar mit ‚böse’ zu übersetzen, wird aber in der amerikanischen Alltagssprache nicht entsprechend gebraucht. Denn ‚evil’ umfasst noch eine weitläufige religiöse Komponente, die gleichzeitig das zutiefst Verdorbene und Sündige meint. Die einprägsamste Anwendung hat ‚evil’ in dem Begriff ‚axis of evil’ – ‚Die Achse des Bösen’ gefunden:
„States like these, and their terrorist allies, constitute an axis of evil, arming to threaten the peace of the world. By seeking weapons of mass destruction, these regimes pose a grave and growing danger.“
Mit Achse des Bösen bezeichnete Bush in der Rede zur Lage der Nation im Januar 2002 die Staaten Irak, Iran und Nordkorea. Ob von Bush bewusst gewählt oder nicht, knüpft diese Begrifflichkeit an die Bezeichnung der Achsenmächte, Deutschland, Italien und Japan in der Zeit des zweiten Weltkrieges an, erweckt aber auch Konnotationen die in die Zeit des Kalten Krieges reichen, als die Sowjetunion von Ronald Reagan als Reich des Bösen, also ‚evil empire’ bezeichnet wurde. Auch wenn ähnliche Begriffe also schon vorher verwandt wurden und man gar sagen kann, sie haben Tradition in der US-Rhetorik, wurde ‚die Achse des Bösen’ durch die stetige Wiederholung des Begriffs und die damit verbundene Manifestierung zu einer akuten Gefahr aufgebaut. Zwar war Bush schon mit Amtsantritt das Bestehen des Bösen als Gegenpol zum eigenen Land klar, doch erst nach 9/11 wurde es als gegenwärtig und nahe ausgemacht.
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Dialektik der US-Kriegsrhetorik und methodische Abgrenzung der Arbeit.
2. Schaffung einer Gemeinschaftsseele: Untersuchung der Mechanismen zur Bildung einer emotionalen Masse, um Rückhalt für militärische Interventionen zu legitimieren.
3. Religiöse Motive in der Rhetorik: Analyse der US-Zivilreligion und der religiösen Rollenzuschreibungen (Prophet, Priester, Held) in den Reden von George W. Bush.
4. Der Mythos in der US-Kriegsrhetorik: Untersuchung der Heldenreise-Strukturen und deren Instrumentalisierung durch hollywoodeske Erzählmuster.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der rhetorischen Dialektik und der damit verbundenen Gefahren für den kritischen Diskurs.
Kriegsrhetorik, George W. Bush, Zivilreligion, Propaganda, Gemeinschaftsseele, Heldenreise, USA, Irakkrieg, Mythos, Feindbild, 11. September, Medialisierung, Massenpsychologie, politische Kommunikation, Ideologie.
Die Bachelorarbeit analysiert die sprachlichen und rhetorischen Strategien des US-Präsidenten George W. Bush in der Zeit nach den Anschlägen vom 11. September 2001, um die Legitimation des „war on terror“ zu untersuchen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion eines nationalen Selbstbildes, der Rolle religiöser Motive, der Nutzung mythischer Heldenmuster und der mediale Vermittlung dieser Narrative.
Ziel ist es, die dialektische Funktionsweise der Rhetorik offenzulegen, die komplexe politische Sachverhalte auf simple Gut-Böse-Kontraste reduziert, um ein „Wir-Gefühl“ zu erzeugen.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Analyse, die Ansätze der Kommunikationswissenschaft, Medienwissenschaft, Linguistik und Politikwissenschaft verknüpft, um die rhetorischen Muster in den Präsidentenreden zu dekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Massenpsychologie, religiösen Versatzstücken in der Zivilreligion sowie den Einsatz von mythischen Heldenstrukturen, die sich an Hollywood-Narrativen orientieren.
Kriegsrhetorik, Zivilreligion, Propaganda, Mythos, Feindbild, Gemeinschaftsseele und Medialisierung sind zentrale Begriffe der Analyse.
Die Medien werden nicht nur als Mittler gesehen, sondern als „Sprachrohr und maßgebliches Instrument der Propaganda“, das durch die Selektion von Informationen und emotionalisierende Berichterstattung den gesellschaftlichen Konsens fördert.
Der Autor bezieht sich auf Jewett und Lawrence, um zu zeigen, wie Bushs Rhetorik biblische Erlöserszenarien in ein weltliches politisches Handeln übersetzt und sich selbst als heroische Führergestalt inszeniert.
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