Bachelorarbeit, 2008
78 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung: Anforderungen des Arbeitsmarkts an Absolventen
2 Hauptteil
2.1 Theoretische Fundierung
2.1.1 Entwicklungspsychologische Relevanz der untersuchten Phase
2.1.2 Das Identitätskonzept nach Erikson
2.1.3 Spätadoleszenz
2.1.4 Sozialisation und Identität
2.1.5 Wolfgang Lemperts interaktionistisches Sozialisationsmodell
2.1.6 Synthese
2.2 Gestaltung der Untersuchung
2.2.1 Zugrunde liegende These
2.2.2 Relevante Sozialisationsstrukturen
2.2.3 Konzeption der Untersuchung
2.3 Arbeitsmarktanalyse der beiden Studiengänge
2.3.1 Arbeitsmarktlage Maschinenbau
2.3.2 Anforderungen Maschinenbau
2.3.3 Arbeitsmarktlage Geistes- und Sozialwissenschaften
2.3.4 Anforderungen Geistes- und Sozialwissenschaftler
2.3.5 Klarheit des Berufsbilds
2.4 Auswertung der Gruppendiskussion
2.4.1 Methode
2.4.2 Auswertung Fragebogen Maschinenbaustudenten
2.4.3 Auswertung Gruppendiskussion Maschinenbauer
2.4.4 Auswertung Fragebogen Studenten der Geistes- und Sozialwissenschaften
2.4.5 Auswertung Gruppendiskussion Geistes- und Sozialwissenschaftler
2.4.6 Vergleich der Ergebnisse des Fragebogens
2.4.7 Vergleich der Ergebnisse der Gruppendiskussion
3 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht explorativ, wie Studierende der Fachrichtungen Maschinenbau sowie Geistes- und Sozialwissenschaften die aktuellen Arbeitsmarktanforderungen an Hochschulabsolventen subjektiv wahrnehmen und verarbeiten. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Wahl des Studienfachs, die spezifische oder diffuse Klarheit des Berufsbilds und die individuellen Berufsaussichten die Entstehung von Unsicherheiten oder entwicklungsbedingten Identitätskrisen in der Spätadoleszenz beeinflussen.
2.1.3 Spätadoleszenz
Das Studium stellt einen Sonderfall der verlängerten Adoleszenz dar, da der junge Erwachse ne einerseits sämtliche nach dem Gesetz geltenden Rechte und Pflichten innehat, außerdem körperlich und psychisch befähigt ist, das Leben eines Erwachsenen zu führen, andererseits aber ein Aufschub endgültiger Verpflichtung stattfindet, der dem Studierenden erlaubt, für einen verlängerten Zeitraum mit verschiedenen Rollen zu experimentieren (vgl. Erikson 1998., S.98). Diese Phase kann auch als ‚psychosoziales Moratorium’ bezeichnet werden: Der Heranwachsende nimmt eine ‚Auszeit’ in der Entwicklung, um sich und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.
„Auch ein Studium kann als eine Zeit des Experimentierens aufgefasst werden. Diese psychosoziale Aufschubphase gewährt die nötige Zeit für die Integration der Identitätselemente, die in den vorangegangenen Lebensphasen erworben wurden und die jetzt überprüft und mit dem sozialen Umfeld abgeglichen werden müssen“(Graf/Krischke 2004, S.40).
Doch heutzutage könnte es sein, dass dieses Moratorium nicht mehr als Chance zur Entwicklung und Orientierung begriffen werden kann. Durch einen immer höheren Druck auf Studen ten, sich möglichst frühzeitig mit ihrer späteren beruflichen sowie privaten Zukunft (Stichwort: Altersvorsorge) zu befassen, kombiniert mit immer höheren Anforderungen an Hochschulabsolventen von Arbeitgeberseite, könnte es viel mehr sein, dass diese Orientierungsphase als Unsicherheit und ‚zwischen den Stühlen sitzen’ empfunden wird. Es wird eben nicht das Experimentieren verschiedener Rollen gefördert, sondern eine frühzeitige Festlegung auf eine berufliche Identität und zielstrebige Verfolgung dieses Ziels werden verlangt. Gerade am Schnittpunkt zwischen (Spät-)Adoleszenz und Erwachsenenalter, also bei den meisten Studierenden zwischen Abschluss der Ausbildung und Eintritt in das Berufsleben, könnten so vermehrt Identitätskonflikte auftreten:
„Es geht um die Bewältigung von Brüchen und deren Überbrückung. (…) Es wird deutlich, dass die Realitätsanforderungen, die von den heutigen Adoleszenten bewältigt werden müssen, immens sind. Ein Übergang in die Erwachsenenwelt ohne psychische Beschädigungen gelingt offenbar nur wenigen“ (ebd., S.54).
1 Einleitung: Anforderungen des Arbeitsmarkts an Absolventen: Die Einleitung beleuchtet den hohen Erwartungsdruck an Hochschulabsolventen und führt in die zentrale Fragestellung der subjektiven Wahrnehmung dieser Anforderungen ein.
2 Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Identitätsentwicklung, die Gestaltung der Untersuchung, eine detaillierte Arbeitsmarktanalyse für die beiden untersuchten Fächergruppen sowie die Auswertung der empirischen Gruppendiskussionen.
3 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und zeigt, dass insbesondere bei den Geistes- und Sozialwissenschaftlern eine erhöhte Unsicherheit hinsichtlich der beruflichen Zukunft besteht, was zu einer Identitätskrisenanfälligkeit führen kann.
Spätadoleszenz, Identitätskonzept, Sozialisation, Arbeitsmarktanforderungen, Maschinenbau, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Gruppendiskussion, Softskills, Berufsaussichten, Identitätskrise, psychosoziales Moratorium, Karriere, Berufsbild, Qualifikationsprofil
Die Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen des Arbeitsmarktdrucks auf Studierende kurz vor ihrem Abschluss.
Zentral sind die Themen Identitätsfindung, psychosoziale Entwicklung nach Erikson und die Wahrnehmung betrieblicher Anforderungen.
Ziel ist es zu klären, ob die geforderten Arbeitsmarktanforderungen von Studierenden als bloße Rhetorik oder als belastende Realität empfunden werden und wie sich dies auf ihr Befinden auswirkt.
Die Studie nutzt einen explorativen Ansatz mit Gruppendiskussionen, ergänzt durch die Analyse von Arbeitsmarktberichten und Fragebögen.
Der Hauptteil analysiert die theoretische Basis, stellt die Vorgehensweise vor, wertet die Arbeitsmarktlage für Maschinenbauer und Geisteswissenschaftler aus und vergleicht deren Diskussionsergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Identität, Spätadoleszenz, Arbeitsmarkt, Softskills, Sozialisation und Berufschancen.
Der Vergleich dient dazu, die Unterschiede zwischen einem sehr spezifischen, krisenresistenten Berufsbild (Ingenieure) und einem diffusen, unsichereren Berufsbild (Geisteswissenschaftler) aufzuzeigen.
Die Autor zeigt auf, dass beide Gruppen die Anforderungen als Idealbild sehen, jedoch die Auswirkungen auf das persönliche Wohlbefinden und die Zukunftsängste bei Geisteswissenschaftlern deutlich gravierender sind.
Praktika werden von den befragten Studierenden als essenzielle, wenn auch oft unbezahlte „Eintrittskarten“ angesehen, um den Nachweis über die geforderten Softskills zu erbringen.
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