Masterarbeit, 2005
155 Seiten, Note: 1
I. EINLEITUNG
1. Ausgangssituation und Aktualität
2. Forschungsfrage und Methode
3. Aufbau der Arbeit
II. THEORETISCHER TEIL
1. Begriffsbestimmung Printmedien
2. Die öffentliche Aufgabe – zur Besonderheit von Medienprodukten
2.1. Voraussetzungen zur Erfüllung der öffentlichen Aufgabe: Publizistische Vielfalt und Pressefreiheit
2.1.1. Publizistische Vielfalt in den Ausprägungen innere und äußere Vielfalt
2.1.2. Pressfreiheit in den Ausprägungen innere und äußere Pressefreiheit
2.1.2.1. Abgrenzung innere und äußere Pressefreiheit
2.1.2.2. Historische Entwicklung der Diskussion um innere Pressefreiheit
3. Die aktuelle Dimension der Problematik der inneren Pressefreiheit
3.1. Die Ökonomisierung der Medien
3.2. Ökonomisierung im Wirtschafts- und Finanzjournalismus
3.3. Die Boulevardisierung der Medien
3.4. Die Konzentration im Mediensektor
3.5. Die Europäisierung bzw. Globalisierung des Medienmarktes
3.6. Schlussfolgerungen für die innere Pressefreiheit und Ansätze zu deren Bewahrung
4. Rahmenbedingungen für innere Pressefreiheit in der Tschechischen Republik
4.1. Historische Grundlagen des tschechischen Journalismus
4.1.1. Allgemeine geschichtliche Entwicklung
4.1.2. Die Entwicklung der Medien vor 1989
4.1.2.1. Die Medien im gesamtgesellschaftlichen Gefüge
4.1.2.2. Rechtliche Grundlagen des Mediensystems und Medienpolitik
4.1.2.3. Professionelle und ethische Standards
4.1.2.4. Die Printmedienlandschaft vor 1989
4.2. Die Entwicklung seit der Wende 1989
4.2.1. Theoretische Grundlagen zu Transformationsprozessen
4.2.2. Die tschechischen Medien in der Transformationsphase
4.2.2.1. Die Rolle der Medien während der Wende
4.2.2.2. Die Entstehung eines neuen Pressegesetzes
4.2.2.3. Die Entwicklung der Printmedien in der Transformationsphase
4.3. Das tschechische Mediensystem heute
4.3.1. Die Printmedienlandschaft
4.3.2. Die Besitzstrukturen tschechischer Printmedien
4.3.3. Das Verhältnis von Medien und Politik
4.3.4. Medienorganisationen und Medienpolitik
4.3.5. Demographische Merkmale und Professionalisierung
4.3.6. Rollenselbstverständnis tschechischer Journalisten
4.3.7. Entwicklungstrends im tschechischen Printjournalismus
4.4. Resümee und Schlussfolgerungen für die Pressefreiheit
III. EMPIRISCHER TEIL
1. Forschungsfrage und Zielsetzung
2. Methode
2.1. Verfahren
2.2. Grundgesamtheit und Stichprobe
2.3. Auswertung
3. Ergebnisse
3.1. Frage 1: Zustimmung zu Zukunftsszenarien
3.2. Frage 2: Einfluss auf journalistische Arbeit
3.3. Frage 3: Ziele des Medienunternehmens
3.4. Frage 4: Interessenskonflikte zwischen Anzeigenabteilung und Redaktion
3.5. Frage 5: Bearbeitung von Anzeigen oder Werbe-Beiträgen
3.6. Frage 6: Einfluss des Managements
3.7. Frage 7: Stellenwert von Unterhaltung
3.8. Frage 8: Ausmaß empfundener Freiheit
3.9. Frage 9: Einengende Faktoren
3.10. Frage 10: Zurückhaltung von Nachrichten
3.11. Frage 11: Gründe für die Zurückhaltung von Nachrichten
3.12. Frage 12: Negativ beeinflussende Aspekte
3.13. Frage 13: Entwicklungen des Journalismus in den letzten fünf Jahren
IV. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK
V. QUELLENNACHWEIS
VI. ANHANG
Die vorliegende Master Thesis untersucht, inwieweit tschechische Finanz- und Wirtschaftsjournalisten in ihrer täglichen Arbeit durch ökonomische und politische Faktoren gesteuert werden und ob die innere Pressefreiheit in einem Transformationsland wie der Tschechischen Republik gefährdet ist. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die Transformation hin zur Marktwirtschaft und pluralistischen Demokratie zu einer neuen, ökonomisch geprägten Fremdsteuerung führt, die mit westlichen Standards vergleichbar ist.
3.1. Die Ökonomisierung der Medien
Ist die ökonomische Wirklichkeit tatsächlich so zerstörerisch, wie von Paul Sethe beschrieben? Ein wachsender wirtschaftlicher Druck auf die Medien ist jedenfalls nicht zu leugnen. Unter den Begriffen „Ökonomisierung“ bzw. „Kommerzialisierung“ von Medien ist zu verstehen, dass ökonomisch orientierte Handlungsweisen im Gegensatz zu journalistischen Handlungsweisen immer mehr an Gewicht gewinnen. Denn der Preis für die Unabhängigkeit von staatlichen Einflüssen von Medien in Privatbesitz ist es, dass sie dem freien Spiel des Marktes unterworfen sind.
Die Problematik liegt darin, dass Medien – wie im zweiten Kapitel dieser Arbeit analysiert – nicht wie jedes andere industrielle Produkt betrachtet und behandelt werden können. Die Besonderheit von Medienprodukten liegt darin, dass sie einen Doppelcharakter aufweisen: Weischenberg spricht von der „eingebauten Schizophrenie“ von öffentlicher Aufgabe und Profitmaximierung: „Medien werden als notwendiger Bestandteil demokratischer Gesellschaften verstanden, die politische, wirtschaftliche und kulturelle Prozesse transparent machen und somit für eine angemessen Partizipation der Menschen sorgen sollen. Denn demokratische Meinungs- und Willensbildung beruht gewiss nicht ausschließlich, aber zu großen Teilen auf Medienberichterstattung. Das geschieht jedoch bei den Print- und den elektronischen Medien unter den Prämissen von Wettbewerb, Wirtschaftlichkeit und Wachstum.“
Wie bei anderen Unternehmen sind die Produkte der Medien jedoch auch Waren, über deren Marktbedingungen Angebot und Nachfrage entscheiden. Eine Besonderheit ist zudem, dass sich Medienunternehmen einem dualen Markt gegenüber sehen: Die Produktion der Ware wird nicht allein über den Preis der Ware finanziert, sondern zu erheblichen Prozentanteilen über Werbung. Somit müssen sowohl die Bedürfnisse des Marktes für die redaktionellen Inhalte der Medien, also des Lesermarktes, als auch die Bedürfnisse des Werbemarktes, auf dem Anzeigen gehandelt werden, befriedigt werden.
I. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Pressefreiheit im Kontext der Transformation und der ökonomischen Herausforderungen für tschechische Medien.
II. THEORETISCHER TEIL: Theoretische Auseinandersetzung mit innerer Pressefreiheit, ökonomischen Medientrends und der historischen Entwicklung des tschechischen Mediensystems.
III. EMPIRISCHER TEIL: Darstellung der Methodik und Ergebnisse einer standardisierten Befragung unter tschechischen Wirtschaftsjournalisten zu ihrem Rollenverständnis und externen Einflussfaktoren.
IV. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK: Synthese der Ergebnisse, die eine Ähnlichkeit der tschechischen Medienlandschaft zu westlichen Modellen sowie einen hohen ökonomischen Druck auf Journalisten bestätigt.
V. QUELLENNACHWEIS: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.
VI. ANHANG: Enthält ergänzende Materialien wie Fragebögen und relevante Kodizes für Journalisten.
Innere Pressefreiheit, Transformation, Wirtschaftsjournalismus, Medienökonomie, Tschechische Republik, Boulevardisierung, Medienkonzentration, Journalistische Autonomie, Mediensystem, Publizistische Vielfalt, Medienmarkt, Werbewirtschaft, Redaktionelle Unabhängigkeit, Qualitätsjournalismus, Empirische Sozialforschung.
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation der inneren Pressefreiheit und die Einflussfaktoren auf tschechische Finanz- und Wirtschaftsjournalisten nach dem Transformationsprozess zur Marktwirtschaft.
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss von Medienmanagement und Werbung, die Konzentration im Mediensektor, das Rollenselbstverständnis der Journalisten und der Vergleich mit der österreichischen Mediensituation.
Das Ziel ist es, auf Ebene der Journalisten zu ermitteln, ob und inwieweit sie sich durch Wirtschaftsinteressen in ihrer Arbeit gesteuert oder beeinträchtigt fühlen.
Es wurde eine standardisierte schriftliche Befragung (Interview) unter tschechischen Finanz- und Wirtschaftsjournalisten durchgeführt, deren Ergebnisse quantitativ ausgewertet und qualitativ interpretiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Medien und Pressefreiheit sowie einen empirischen Teil, der die erhobenen Daten analysiert und mit dem österreichischen "Journalisten-Barometer" vergleicht.
Wichtige Begriffe sind Innere Pressefreiheit, Tschechische Republik, ökonomische Transformation, Journalistische Autonomie und Medienkonzentration.
Die Studie zeigt, dass sich tschechische Journalisten insgesamt weniger stark gesteuert fühlen als ihre österreichischen Kollegen, wobei jedoch in beiden Ländern der ökonomische Druck durch das Medienmanagement als prägend wahrgenommen wird.
Im Gegensatz zur Zeit vor 1989 wird der direkte politische Einfluss heute als geringer eingeschätzt; die Medien sehen sich vielmehr einem "ökonomischen Diktat" ausgesetzt, das die politische Zensur der Vergangenheit abgelöst hat.
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