Bachelorarbeit, 2019
64 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellungen und Relevanz der Thematik
1.2 Fragestellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Methodische Vorgehensweise
2.1 Grundlagenrecherche
2.2 Systematische Literaturrecherche
3 Rahmenbedingungen der Organspende in Deutschland
3.1 Arten der Transplantation
3.1.1 Postmortale Organspende
3.1.2 Lebendspende
3.1.3 Gewebespende
3.1.4 Weitere Transplantationsmöglichkeiten
3.2 Strukturen, Regelungen und Abläufe
3.2.1 Entscheidungslösung
3.2.2 Vergaberegelung der Organe
3.2.3 Kriterien der Organverteilung
3.2.4 Hirntoddiagnostik
3.2.5 Ablauf der postmortalen Organspende
4 Reformnotwendigkeit der Organspende
4.1 Organbedarf in Deutschland
4.1.1 Aktueller Stand des Spendeaufkommens
4.1.2 Entwicklung
4.2 Nutzen und Effekte der Organspende als Therapieform
4.2.1 Perspektive auf der Patientenebene
4.2.2 Perspektive auf der Systemebene
4.2.3 Perspektive auf der volkswirtschaftlichen Ebene
4.3 Entscheidungsgrundlage in der Allgemeinbevölkerung
4.3.1 Aufklärung und Informationslage in Deutschland
4.3.2 Spendenbereitschaft der Bevölkerung
4.3.3 Strukturelle und finanzielle Situation in den Krankenhäusern
5 Lösungsansätze zur Kompensierung des Organmangels
5.1 Anreizmodelle
5.2 Reziprozitätsmodelle
5.3 (Erweiterte) Widerspruchslösung
5.4 Gesetzesentwürfe
5.4.1 Aktueller Reformvorschlag der Bundesregierung
5.4.2 Gegenentwurf
6 Diskussion
6.1 Diskussion der Reformnotwendigkeit der Entscheidungslösung
6.2 Diskussion der Lösungsansätze
6.3 Limitation
7 Empfehlungen für die Praxis
8 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den akuten Organmangel in Deutschland und analysiert, ob die aktuell geltende Entscheidungslösung reformiert werden sollte. Ziel ist es, die Gründe für das unzureichende Spendeaufkommen zu identifizieren und potenzielle Lösungsansätze, wie Anreizmodelle oder die Widerspruchslösung, auf ihre praktische Umsetzbarkeit und Eignung zur Kompensierung des Mangels zu prüfen.
1.1 Problemstellungen und Relevanz der Thematik
Die Organtransplantation ist eine Erfolgsgeschichte der Hochleistungsmedizin (vgl. Motakef 2014, 20). Seit der ersten deutschen Transplantation im Jahre 1963 wurden insgesamt über 135.000 Organe in Deutschland transplantiert (DSO 2018, 14). Jedoch befindet sich Deutschland bei den Organspenden pro Millionen Einwohner1 im unteren statistischen Bereich der europäischen Länder (Weigland 2018,1093-1095). So hatte Spanien im Jahre 2017 pro Mio./Einwohner 46,6 Organspender, wohingegen Deutschland nur 9,7 Organspender aufzuweisen hatte (DSO 2018, 66).
Folglich handelt es sich hierbei um ein nationales Problem (Weigland 2018, 1093; Fliser et al. 2019, 155). Deutschland importiert seit Jahren mehr Organe aus dem gesamten Eurotransplant-Raum, als es in diesen wieder zurückgibt (Weigland 2018, 1092-1094; vgl. DSO 2018). Trotzdem sterben in Deutschland jeden Tag drei Menschen auf der Warteliste, die mit einer Organtransplantation eine Überlebenschance gehabt hätten (Rahmel 2019, 100). Momentan befinden sich fast 10.000 Patienten auf der Warteliste (DSO 2018,11). Dem gegenüber stehen jährlich circa 3.000 Spenderorgane (DSO 2018, 9). Daraus entsteht ein Defizit von 7.000 Spenderorgane, mit steigender Tendenz in der Zukunft (Buyx 2009, 7f).
Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung, 84%, Umfragen zufolge ihre Organe nach dem Tod spenden würde, besitzen nur circa 35% der Deutschen einen Organspendeausweis (BZgA 2018). Zwischen der Theorie der Spendenbereitschaft und der Umsetzung der Spendenbereitschaft ist somit eine große Diskrepanz zu erkennen.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Organknappheit, Darlegung der Problemstellung und Definition der Forschungsfragen.
2 Methodische Vorgehensweise: Beschreibung der angewandten Literaturrecherche sowie der Auswahlkriterien für die wissenschaftlichen Quellen.
3 Rahmenbedingungen der Organspende in Deutschland: Erläuterung der verschiedenen Arten der Transplantation und der rechtlichen sowie strukturellen Abläufe.
4 Reformnotwendigkeit der Organspende: Analyse des Organbedarfs, des Nutzens der Transplantation und der aktuellen Informationslage in der Bevölkerung.
5 Lösungsansätze zur Kompensierung des Organmangels: Vorstellung verschiedener Modelle wie Anreizsysteme, Reziprozitätsmodelle und die Widerspruchslösung.
6 Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit einer Reform und Bewertung der Lösungsansätze.
7 Empfehlungen für die Praxis: Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen basierend auf den Ergebnissen der Analyse.
8 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflektion zur zukünftigen Entwicklung.
Organspende, Deutschland, Organmangel, Vergaberegelung, Organallokation, Lösungsansätze, Reformierung, Transplantation, Widerspruchslösung, Anreizmodelle, Patientenperspektive, Eurotransplant, Hirntoddiagnostik, Spendenbereitschaft, Transplantationsgesetz.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des akuten Organmangels in Deutschland und untersucht, wie die aktuelle Entscheidungslösung reformiert werden kann, um das Spendeaufkommen nachhaltig zu steigern.
Zentrale Themen sind die Analyse der aktuellen Spendezahlen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Organspende, die Rolle der Entscheidungslösung sowie die Diskussion alternativer Modelle wie die Widerspruchslösung oder Anreizsysteme.
Das primäre Ziel ist es zu ermitteln, ob die derzeitige Entscheidungslösung reformiert werden muss und welcher Lösungsansatz am besten geeignet ist, um den Mangel an Spenderorganen in Deutschland zu bekämpfen.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken wie Google Scholar und Springer Link sowie einer ergänzenden Grundlagenrecherche.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen, die Analyse der Reformnotwendigkeit sowie eine eingehende Untersuchung und Diskussion verschiedener Lösungsmodelle zur Organkompensation.
Wichtige Begriffe sind Organspende, Organmangel, Entscheidungslösung, Widerspruchslösung, Transplantation und Organverteilung.
Das GZSO soll durch bessere Vergütung und interne Qualitätsmanagementsysteme in den Entnahmekrankenhäusern die Melderaten für potenzielle Spender erhöhen, wobei der tatsächliche Effekt zum Zeitpunkt der Arbeit noch nicht absehbar war.
Sie wird als realistische Option angesehen, da sie in vielen europäischen Ländern mit hoher Spenderrate bereits erfolgreich praktiziert wird und das Gemeinschaftswohl stärker in den Fokus rückt.
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